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740.000 Euro für mehr Sozialarbeit in Schulen

Die Sozialarbeiter haben ein offenes Ohr für die Probleme der Schüler. Land Salzburg/Stefan Mayer
Die Sozialarbeiter haben ein offenes Ohr für die Probleme der Schüler.

Mit neuen Schwerpunkten in der Sozialarbeit in Schulen will das Land Salzburg die Zahl der Schulabbrecher weiter reduzieren. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund, denn in dieser Gruppe brechen besonders viele die Schule ab. Bisher  setzte man nur im Flachgau und in der Stadt Salzburg entsprechende Maßnahmen, nun soll das Budget erhöht und die Initiative auch im Tennengau, Pongau und Pinzgau ergriffen werden.

Bis 2016 war die Zielsetzung der Schulsozialarbeit eher eine allgemeine. Die aktuelle Initiative zielt mit Schulsozialarbeit aufgrund der hohen Schulabbruchquoten insbesondere unter türkischen Jugendlichen auf diese Gruppe ab, aber auch auf jene, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. "Bisher gab es diese Maßnahmen nur in der Stadt Salzburg und im Flachgau, nun auch an Schwerpunkten im Tennengau, Pongau und Pinzgau. Dafür wurde das Budget nachhaltig erhöht", so Bildungsreferent Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).

Budget auf 741.000 Euro erhöht

Im Bundesland Salzburg kümmern sich nun 19 Sozialarbeiter um die alltäglichen Sorgen von Salzburgs Schülern. "Ziel ist, die Schulabbruchquote weiterhin zu senken. Um das zu erreichen, haben wir das Budget für diesen Bereich in den vergangenen Jahren von 86.500 Euro im Jahr 2013 auf nunmehr 741.000 Euro gesteigert. In Summe sind das 316 Wochenstunden, bis 2013 waren es 60 Wochenstunden", so Haslauer weiter.

Sozialarbeiter kennen sich mit Jugendtrends aus

Die Sozialarbeiter kennen sich mit den Communitys, Sozialen Medien und Jugendtrends aus, sie beraten bei Themen des Heranwachsens und helfen bei schwierigen Situationen in und außerhalb der Schule, etwa bei Mobbing, Problemen zuhause oder Schulverweigerung. "Es ist uns wichtig, ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Häufig finden sie selbst Lösungen für ihre Probleme", so Pamela Heil, Sozialarbeiterin in einer Neuen Mittelschule.

Vereine "Spektrum" und "Neustart" übernehmen Beratung

Zwei Modelle von Schulsozialarbeit werden derzeit umgesetzt. Die sozialraumorientierte Schulsozialarbeit des Vereins Spektrum unterstützt Kinder und Jugendliche an Volksschulen, Neuen Mittelschulen und Sonderschulen mit vielschichtigen Problemen und ermöglicht dadurch den Lehrkräften, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. "Das ist nur ein Teil der Arbeit. Spektrum wirkt auch umfassend im Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler unterstützend und ist mit Eltern ebenso in Kontakt wie mit anderen Bildungs- und Sozialeinrichtungen", so Thomas Schuster, Geschäftsführer des Vereins Spektrum.

Krisenintervention und Deeskalation im Unterricht

Die Sozialarbeit des Vereins Neustart, die ausschließlich in den Polytechnischen Schulen stattfindet, setzt den Schwerpunkt auf Krisenintervention und Deeskalation während des Unterrichts. Wir haben oft mit pubertierenden Jugendlichen zu tun, die die Grenzen überschreiten. Wir versuchen vor allem vorbeugend zu arbeiten. Beispielsweise gehen wir mit den Jugendlichen in Institutionen und schauen uns vor Ort an, wie Konfliktsituationen im Vorfeld gelöst werden könnten ", so Johannes Bernegger, Leiter des Vereins Neustart.

Nachfrage nach Sozialarbeitern in Salzburg groß

Die Nachfrage nach Sozialarbeitern ist allgemein sehr groß, sogar die ÖBB suchen welche. Dennoch konnten bis auf eine Stelle im Pinzgau, die noch ausgeschrieben ist, alle Stellen besetzt werden. Wichtig sind positive Rollenmodelle, Vorbilder, die integriert sind und es "geschafft" haben. Bildungsabschlüsse schaffen diese Möglichkeiten.

(Quelle: S24)

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