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Aktion "Toter Winkel" für weniger Verkehrsunfälle in Salzburg

Trotz gesetzlich vorgeschriebener Spiegel am Lkw können Fahrer nicht jeden Bereich rund um ihr Fahrzeug einsehen. Radfahrer oder Fußgänger, die sich in diesen Bereichen aufhalten, können vom Fahrer nicht gesehen werden. Daher entstehen vor allem in Kreuzungsbereichen immer wieder gefährliche Situationen – bis hin zu tödlichen Verkehrsunfällen. Deshalb haben Land Salzburg, Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und Wirtschaftskammer einen Aktionsplan "Toter Winkel" ins Leben gerufen.

"In den letzten fünf Jahren wurden salzburgweit 1.186 Lkw-Unfälle mit Personenschaden verzeichnet. 204 Radfahrer und Fußgänger erlitten dabei teils schwerste Verletzungen, elf Personen verunglückten sogar tödlich", erklärt KFV-Experte Martin Pfanner. "Fakt ist, dass fast jeder zehnte Verkehrsunfall, an dem Lkw und Radfahrer beteiligt waren, im Kreuzungsbereich beim Einbiegen stattfand." Diese Unfallart zieh meist schwerste Unfallfolgen nach sich. Die Ursache für diese Unfälle liegt häufig darin, dass Radfahrer oder Fußgänger von den Lkw-Lenkern übersehen werden. Grundsätzlich gilt: Je größer das Fahrzeug ist, desto größer ist der tote Winkel, der unmittelbar vor bzw. hinter dem Fahrzeug oder seitlich am Fahrzeug entstehen kann.

Weniger Unfälle durch Bewusstseinsbildung

Ungeschützte Verkehrsteilnehmer dürfen sich nicht darauf verlassen, jederzeit von Lkw-Lenkern wahrgenommen zu werden. Selbst bei größter Sorgfalt ist es für diese unmöglich, neben der Konzentration auf das eigentliche Fahren, gleichzeitig alle Fahrzeugspiegel einzusehen. "Wir sind als gewerbliche Güterbeförderer sehr froh, dass das KFV die Initiative zu diesem Projekt ergriffen hat und die Problematik des toten Winkels auch in der breiten Öffentlichkeit aufzeigt", so Maximilian Gruber, Obmann der Fachgruppe für das Güterbeförderungsgewerbe der WKS.

Für Schüler wird bereits seit vielen Jahren zum Thema "Toter Winkel" eine Verkehrserziehungsaktion vom Land Salzburg abgehalten.

Fokus auf ungeschützten Verkehrsteilnehmern

"Ziel des Projekts ist es, dass sich sowohl Lkw-Lenker als auch Radfahrer und Fußgänger bewusst werden, dass der Fahrer Personen im direkten Umfeld des Lkw oft schwer oder gar nicht erkennen kann. Nur so kann ein wesentlicher Sicherheitsbeitrag geleistet werden und die Zahl der Unfälle reduziert werden", erklärt Salzburgs Radverkehrskoordinatorin Ursula Hemetsberger. "Mit dem Salzburger Verkehrssicherheitsprogramm soll bis zum Jahr 2025 die Zahl der Unfälle um 10 Prozent gesenkt werden. Ein besonderer Schwerpunkt gilt dabei den sogenannten ungeschützten Verkehrsteilnehmern, insbesondere den Fußgängern und Radfahrern“, ergänzt Hemetsberger.

Infrastruktur und technische Maßnahmen

Das Land Salzburg leistet über den Verkehrssicherheitsfonds jedes Jahr finanzielle Beiträge für Verkehrserziehungsaktionen sowie für Sicherheitsinitiativen und Medienkampagnen. Zusätzlich zu verschiedensten Infrastrukturmaßnahmen (z.B. vorgezogene Grünphasen für Radfahrer oder vorverlegte Aufstellflächen für Radfahrer im Kreuzungsbereich, Anm.) und den technischen Maßnahmen am Lkw (z.B. Spiegel, Kamera-Monitor-System, Abbiegeassistent, Notbremsassistent), die zur Vermeidung von Lkw-Unfällen aufgrund des toten Winkels beitragen sollen, setzen das KFV, die WKS und das Land Salzburg auf die gezielte Ausbildung der Lkw-Fahrer. Mit einem sogenannten „Spiegeleinstellteppich“, der aus verschiedenfärbigen Planen besteht und vor Ort im Unternehmen auf den Asphalt aufgelegt wird, erhalten Lkw-Lenker die Möglichkeit, die Lkw-Spiegel optimal zu justieren, um so tote Winkel bestmöglich zu vermeiden. Des Weiteren werden ihnen von KFV-Mitarbeitern Tipps mit auf den Weg gegeben, um Unfälle – vor allem im Kreuzungsbereich – zu vermeiden. Zusätzlich steht auch die Information von Radfahrern und Fußgängern im Fokus.

  • Seid besonders aufmerksam, wenn ein Fahrzeug neben euch abbiegen möchte (Blinkzeichen).
  • Dreht euch um, bevor ihr eine Kreuzung überquert (Schulterblick) und vergewissert euch, ob ein Rechtsabbieger von hinten kommt.
  • Wartet hinter dem Lkw und nicht daneben, wenn ihr beim Radfahren an einer roten Ampel steht.
  • Das rechte Lkw-Hinterrad hat einen engeren Kurvenradius als das vordere Rad. Achtet also darauf, dass ihr euch nicht zu nahe am Fahrzeug bewegt und haltet genügend Abstand.
  • Wenn ihr dem Lkw-Fahrer nicht in die Augen schauen könnt, kann es das auch nicht – Sucht also zwingend Blickkontakt!
  • Verzichtet im Zweifelsfall auf den eigenen Vorrang.

Verhaltenstipps für Lkw-Fahrer

  • Spiegel des Lkw auf die eigene Sitzposition einstellen.
  • Abklären, wo genau am Fahrzeug die toten Winkel sind.
  • Vor dem Einbiegen und vor einem Fahrstreifenwechsel sollte mindestens drei Mal geblinkt werden.
  • Achtet schon bei der Annäherung an eine Kreuzung darauf, wer oder was euch beim späteren Einbiegen im Weg sein könnte.
  • Beim Rechtsabbiegen besonders auf Fußgänger und Radfahrer achten.
  • Achtet auf die rechte Fahrzeugseite, wenn ihr an einer Kreuzung wartet.
  • Schaut beim Losfahren immer in den Frontspiegel.

Aufgerufen am 13.12.2018 um 05:20 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/aktion-toter-winkel-fuer-weniger-verkehrsunfaelle-in-salzburg-60335587

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