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Ali Wajid

Vom Lehrling zum bekanntesten Flüchtling Salzburgs

Eine Chronologie turbulenter 500 Tage

ali w..jpg Bernhard Jenny/Facebook
Ali Wajid (re.) und einer seiner größten Unterstützer, der Salzburger Aktivist Bernhard Jenny.

Vor über 500 Tagen hatte der damalige Kellnerlehrling Ali Wajid einen negativen Asylbescheid in Österreich erhalten. Um einer Abschiebung vorzubeugen, gewährte ihm die Erzdiözese Salzburg Kirchenasyl. Der junge Pakistani avancierte damit zum wohl bekanntesten Flüchtling Salzburgs. Wir blicken auf turbulente eineinhalb Jahre zurück.

Salzburg

Ali Wajid war 2015 erstmals nach Österreich gekommen. Seit Oktober 2017 absolvierte er eine Ausbildung zum Kellner im ARGE Beisl in der Stadt Salzburg. Der Pakistani wurde damals von seinem Umfeld als beliebt und engagiert beschrieben. Er spricht zudem gut Deutsch. Wegen seines Lehrlingsgehalts war er nicht auf Mittel aus der Grundversorgung angewiesen.

Kirche gewährt Ali Wajid Asyl

Jedoch erhielt der junge Pakistani im Mai 2018 einen negativen Asylbescheid in zweiter Instanz. Anfang Juni wurde er schließlich von einer Polizeistreife festgenommen. Er sollte in Schubhaft auf seine Abschiebung nach Pakistan warten. Nach einigen Stunden in Polizeigewahrsam gelang es dem Salzburger Menschenrechtsaktivisten Bernhard Jenny, der zu Ali Wajids größten Unterstützern zählt, eine "Freilassung gegen gelindere Mittel" zu erzielen: Der Lehrling musste sich seitdem alle 48 Stunden bei der Polizei melden, um nachzuweisen, dass er nicht untergetaucht ist.

Um einer Abschiebung vorzubeugen – die Diskussion um Ausnahmeregelungen für Asylwerber in der Lehre war damals voll im Gange – gewährte ihm die Erzdiözese Salzburg Anfang Juli Kirchenasyl. Sieben Monate verbrachte er dann im Stift St. Peter.

Die drohende Abschiebung von Ali W. hat für Aufsehen gesorgt. Nun gewährt ihm der Erzbischof persönlich Schutz.

Gepostet von SALZBURG24 am Mittwoch, 4. Juli 2018

Freiwillige Ausreise statt Abschiebung

Am 24. Jänner 2019 wurde Ali Wajid bei einem Routine-Meldetermin auf der Rathauswachstube in der Stadt Salzburg kurzerhand in Schubhaft genommen und nach Wien gebracht – obwohl ihm eine mit dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) geschlossene Vereinbarung erlaubte, sich frei in der Stadt zu bewegen.

Aufgrund der Bemühungen seiner Unterstützer bekam der Flüchtling noch eine einwöchige Frist für eine freiwillige Ausreise in ein sicheres Drittland. Diese Möglichkeit nützte Ali Wajid und flog nach Nairobi (Kenia). Sonst wäre er wohl nach Pakistan abgeschoben worden, war sich Unterstützer Jenny damals sicher. "Alleine durch seinen Aufenthalt in Kirchenasyl wäre er dort von Erniedrigung, Folter oder gar dem Tod bedroht gewesen."

Der 23-jährige Wajid Ali lebt seit über fünf Monaten in Kenia. Wie es ihm dort geht und warum er die Hoffnung nicht aufgibt, bald nach Salzburg zurückzukehren, erzählt er uns im Interview.

Gepostet von SALZBURG24 am Mittwoch, 10. Juli 2019

Bald Student in Salzburg?

Ali Wajid lebte während seiner Zeit in Kenia in einem Studentenwohnheim. Seinen Plan, im Herbst 2019 ein Studium in Salzburg zu beginnen, scheint er nun mit etwas Verspätung umsetzen zu können. Kürzlich kehrte er mit einem Studentenvisum zurück nach Salzburg, wie seine Unterstützer am Donnerstag bei einem Pressegespräch mitteilten.

(Quelle: SALZBURG24)

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