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"Ampelpärchen" in Salzburg: Team Stronach ortet Gefahr

Wie gefährlich sind Ampelpärchen? APA/HELMUT FOHRINGER
ABD0092_20150521 - WIEN - ?STERREICH: THEMENBILD - Eines der neuen Ampelsujets aufgenommen am Donnerstag, 21. Mai 2015, in Wien. K?nftig werden an 49 ausgew?hlten Ampelstandorten nicht mehr nur eine, sondern gleich zwei Figuren Gehen oder Stehen anzeigen. Anl?sslich des bevorstehenden Life Balls, des Song Contests und der Regenbogenparade gibt es drei Sujets: Ein Paar aus Mann und Frau, zwei Frauen sowie zwei M?nner - jeweils mit einem Herzchen. - FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER

Nachdem Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) die Installierung von drei "Ampelpärchen" nach dem Wiener Vorbild an der Staatsbrücke in der Stadt Salzburg in Auftrag gegeben hat, regt sich Kritik seitens des Team Stronach: Die "Liebesampeln" würden Fußgänger vom Verkehrsgeschehen ablenken, gleichgeschlechtliche Intentionen dürften nicht auf dem Recken der Verkehrssicherheit ausgetragen werden.

"Um Unfälle zu reduzieren, müssen alle Maßnahmen getroffen werden, welche die Gedanken der Fußgänger auf den Verkehr richten und nicht auf homo- oder heterosexuelle Liebespärchen mit Herzchen", erklärte Landesparteiobmann Helmut Naderer, der von Beruf Polizist ist. Er appellierte an die Stadt Salzburg, "nicht zusätzliche Gefahrenquellen zu schaffen".

Mehr Gefahr durch Ampelpärchen?

Jeder Unfallstatistik sei zu entnehmen, dass sich auf Schutzwegen die meisten Unfälle mit Fußgängern ereignen. "Nun will man mit der linkslinken Spinnerei namens Ampelpärchen die Aufmerksamkeit der Fußgänger mit viel Steuergeld noch mehr ablenken", echauffierte sich Naderer.Um Unfälle zu reduzieren, müssen alle Maßnahmen getroffen werden, welche die Gedanken der Fußgänger auf die den Verkehr richten und nicht auf homo- oder heterosexuelle Liebespärchen mit Herzchen“, so Naderer in einer Presseaussendung.

Die Klubreferentin des SPÖ-Gemeinderatsklub, Julia Rafetseder, sieht in den neuen Lichtzeichensujets keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit, wie sie am Dienstag zur APA sagte. "Das bringt ein positives Echo für die Stadt. Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass die Ampelpärchen kein Verkehrssicherheitsproblem verursachen."

SALZBURG24-User gegen Ampelpärchen

In einer von SALZBURG24 initiierten Umfrage sprach sich der Großteil der Befragten gegen die Ampelpärchen aus. Konkret stimmten von den 1.164 Teilnehmern 63 Prozent (729) gegen die Installation der Ampelpärchen. 22 Prozent (258) stimmten klar dafür und den restlichen 15 Prozent (177) war das Vorhaben der Stadt Salzburg egal.

Die meisten Salzburger stimmten gegen die Ampelpärchen./Pinpoll Salzburg24
Die meisten Salzburger stimmten gegen die Ampelpärchen./Pinpoll

1.400 Euro pro Ampel

Die neuen Symbole sollen im Zentrum der Stadt Salzburg installiert werden: An den beiden Fußgängerübergängen vom Platzl zur Staatsbrücke und an dem Übergang von der Staatsbrücke zum Rathaus. An zwei Übergängen stellen die Ampelanlagen jeweils ein gleichgeschlechtliches Paar dar, die dritte Ampelanlage zeigt ein heterosexuelles Paar. Die Kosten pro Ampel betragen laut Rafetseder 1.400 Euro. Mit der Installierung müsse noch einige Wochen zugewartet werden, da die Anfertigung der Abdecklinsen für die Ampeln noch etwas dauern würden, sagte die Klubreferentin.

"Salzburg ist weltoffen und tolerant"

Initiiert hatte die Aufstellung der "Ampelpärchen" in Salzburg die sozialdemokratische Organisation für homosexuelle und transidente Menschen (Soho). "Die Installierung an diesen drei stark frequentieren Gehsteigen in der Altstadt sensibilisiert und zeigt, dass die Stadt Salzburg weltoffen und tolerant ist", hatte SPÖ-Klubvorsitzender Bernhard Auinger in der Vorwoche erklärt. In Wien wurden an 49 Standorten Ampelpärchen angebracht. Zu sehen sind entweder ein Mann und eine Frau, zwei Frauen oder zwei Männer - Hand in Hand bzw. inklusive eines Herzchensymbols.

(SALZBURG24/APA)

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