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Nach Shutdown

Reger Andrang auf Gastro-Betriebe in Salzburg

Salutschüsse und Bier zum Frühstück

Das Ende der zweimonatigen Zwangspause für Cafés, Restaurants und Gasthäuser ist auch in Salzburg heiß herbeigesehnt worden - und zwar von Unternehmern wie Gästen zugleich, wie ein APA-Lokalaugenschein am Freitag zeigte. An Umsätze wie vor der Krise glaubt aber kaum ein Lokalbetreiber. Außerdem haben nicht alle Besucher Freude mit den strengen Auflagen. Und nicht jeder Betrieb öffnete heute auch.

Mit drei Salutschüssen der Bürgergarde wurde die Wieder-Eröffnung der Gastronomie-Betriebe heute am Alten Markt begangen. Bürgermeister Harald Preuner bedankte sich auch im Namen der anwesenden Bürgermeister-Stellvertreter Bernhard Auinger und Barbara Unterkofler für die Geduld und das Verständnis aller Beteiligten für die wochenlangen strengen Maßnahmen. „Nun freue ich mich, dass mit der Öffnung der Gastronomie endlich wieder so etwas wie ein normales Leben in der Stadt Salzburg stattfinden kann“, so Preuner bei der Ansprache. Im Anschluss wurde noch symbolisch ein Bierfass „angezapft“.

Bar öffnet bereits um 6 Uhr früh

Hoffnung braucht Symbole. Darum hat - unter regem Andrang - etwa die Academy Bar in der Franz-Josef-Straße heute bereits um 6.00 Uhr aufgesperrt. Fast zwei Dutzend Besucher nutzten das Vorziehen der Öffnungszeit für einen Kaffee oder ein oder zwei Morgenbier - trotz oder gerade wegen des bevorstehenden Arbeitstages. Die auf zwei Kreidetafeln im Lokal ausgehängten "10 Gebote der eiligen Corona" (richtig) weisen die Gäste auf die aktuellen Corona-Bestimmungen hin, die Lokalbetreiber spendierten den frühen Vögeln am Morgen zur Wiederöffnung eine Runde Croissants.

Ihr lieben academys, Jep, wir sperren wieder auf und zwar am ????Freitag, 15.5. ausnahmsweise um 6 Uhr ????, weils uns die...

Gepostet von Academy-Die Werbeagentur mit Bar am Mittwoch, 13. Mai 2020

Vor allem Kaffeehäuser in Salzburg gefragt

Bei starkem Regen und keinen acht Grad Außentemperatur waren am Vormittag vor allem die Kaffeehäuser anständig besucht. "Wir sind überrascht", sagte Elisabeth Aigner vom Cafe Tomaselli. "Es sind, wie sonst immer am Vormittag, hauptsächlich Stammgäste gekommen. Die haben eigentlich alle gesagt, wie froh sie sind, dass sie wieder kommen können - trotz der Auflagen." Sie hoffe den Ausfall der Touristen - im Normalfall gut ein Drittel der Besucher - zunächst mit Gästen aus Österreich kompensieren zu können, sagte Aigner.

Weniger Optimismus beim Fingerlos

Nicht ganz so optimistisch zeigte man sich zum Auftakt im Traditionscafe Fingerlos, einer der bekanntesten Adressen zum Frühstücken in der Stadt. "Normal wären wir um diese Zeit und bei diesem Wetter schon recht voll. Die Touristen gehen uns ab", sagte eine Kellnerin. "Der Start ist jetzt einmal der Tropfen auf den heißen Stein. Wir müssen sehen, wie sich das einpendelt." Ein Gast wirft ein, dass die Atmosphäre mit Papiertischdecken und maskiertem Personal noch etwas gewöhnungsbedürftig sei. "Aber ich habe es vermisst, mich wieder außer Haus zu treffen."

 

Beim Wernbacher bleiben Pforten zu

Ein weiteres Cafe, das Wernbacher nur wenige Meter weiter, hat unterdessen noch geschlossen. Der langjährige Pächter hatte Ende April nach 17 Jahren das Handtuch geworfen. Die wochenlange Schließung wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie, die Enttäuschung über die Staatshilfen und die trüben Aussichten hätten ihn zu diesem Schritt bewogen. Nun läuft die Suche nach einem Nachfolger.

"Leben stark von Touristen"

Auch das vegan-vegetarische Restaurant "Green Garden" im Nonntal wird wohl erst wieder Gäste empfangen, wenn es eine Impfung gegen das Coronavirus gibt. "Ich dürfte derzeit höchstens vier Tische besetzen. Das zahlt sich für mich nicht aus, wir leben auch stark von den Touristen" sagte Chefin Julia Platzer. "Bis alles wieder normal ist, konzentrieren wir uns darum auf unsere Lieferboxen." Bedingt durch die Krise habe das Geschäft mit geliefertem Essen zuletzt enorm an Fahrt aufgenommen. 660 Boxen versendet sie mittlerweile pro Woche - bis nach München. Und sie ist gerade dabei über Lizenznehmer nach Amsterdam, Berlin und Potsdam zu expandieren.

Nachholbedarf beim Wirtshausgehen

Die Wirtshäuser in der Stadt sperren am Freitag meist erst Mittag oder am Abend auf. Im 478 Jahre alten Sternbräu in der Altstadt freut man sich bereits auf die Öffnung. "Ich denke schon, dass die Leute einen Nachholbedarf beim Wirtshausgehen haben", sagte Geschäftsführer Harald Kratzer. "Aber wie sich das entwickelt hängt auch davon ab, wie die Leute die Einschränkungen sehen, welche Auswirkungen diese auf die Atmosphäre haben, aber auch, ob die Menschen noch die Kaufkraft haben." Kratzer rechnet derzeit mit 40 bis 50 Prozent des Umsatzes vom vergangenen Mai. Und er hofft wie alle Wirte mit Gastgarten auf besseres Wetter als diese Woche. 820 Sitzplätze hat das Sternbräu im Freien, mehr als 700 im Inneren. "Ein Drittel davon verlieren wir wegen der Corona-Maßnahmen", sagte Kratzer und räumte ein: "Abstandhalten passt eigentlich nicht zum Wirtshaus. Denn das Wirtshaus ist das Wesen der Kommunikation.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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