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Anrainer-Initiative fordert Tempo 80 auf Salzburger Stadtautobahn: Demo auf A1

Christian Dobler, Erich Gandler und Erik Schnaitl von der Bürgerintiative Liefering und "fairkehr". FMT-Pictures/F.M.
Christian Dobler, Erich Gandler und Erik Schnaitl von der Bürgerintiative Liefering und "fairkehr".

Die Bürgerinitiative Liefering forderte am Freitag bei einem Pressegespräch nun Tempo 80 - und kündigte eine Demonstration auf der Westautobahn an.

Fast 90.000 Fahrzeuge haben sich laut einer Verkehrszählung des Landes 2010 Tag für Tag auf der Salzburger Stadtautobahn durch den Stadtteil Liefering gewälzt - Tendenz stark steigend: Im vergangenen Oktober wurde bereits einmal ein Monatsmittelwert von 107.000 Fahrzeugen erreicht. Der dicht besiedelte Stadtteil samt Altenheim, Kindergärten und Schulen leidet zunehmend an dieser Verkehrsmenge - die Jahresmittelwerte bei Stickoxiden und Lärm liegen permanent über den gesetzlichen Grenzwerten.

A1-Nachtlärm in Liefering

Auf der rund einen Kilometer langem Strecke zwischen der Autobahnbrücke über die Salzach und der Ausfahrt Salzburg Mitte wird der Jahresmittelwert bei Stickstoffdioxid deutlich überschritten. Statt dem laut Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) gesetzlich bindenden Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, liege der Wert bei Liefering bei 38,6 Mikrogramm. Auch die Grenzwerte für Nachtlärm und den Mittelwert aus den Tag-Abend-Nacht-Lärmpegeln würden bis zu 500 Meter tief in die Wohngebiete hinein überschritten.

Die Zahl der betroffenen Anrainer dürfte in Liefering in die Tausende gehen, doch auch andere Stadtteile und Bewohner in Umlandgemeinden leiden am Autobahnverkehr. Als zentrale Maßnahme gegen die Belastung forderte die Bürgerinitiative nun Tempo 80 auf der Stadtautobahn - im Idealfall ab Jänner 2013. "Im Verhältnis zu Tempo 100 reduzieren sich die Stickoxid-Belastung um 20 Prozent, die CO2-Emissionen um zehn Prozent", betonte Anrainervertreter Christian Dobler. "Der Zeitverlust im betroffenen Bereich wäre mit sieben Sekunden minimal." Zusätzlich würde eine Geschwindigkeitsreduktion mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärm bedeuten.

Fahrradkundgebung am 21. Oktober auf A1?

Bei der Durchsetzung der Forderung stießen die Aktivisten bisher allerdings auf Gegenwind. Alleine in den vergangenen eineinhalb Jahren seien mehr als 130 Gespräche mit Behörden und Politikern geführt worden - erfolglos. "Die Politik sagt, Tempo 80 sei politisch nicht durchsetzbar. Aber das ist doch paradox. Die Gesetze mit den Grenzwerten werden ja auch von der Politik gemacht", ärgerte sich Anrainer-Sprecher Erik Schnaitl.

Die Anrainer wollen nun mit einer Fahrradkundgebung auf der Westautobahn auf das Problem aufmerksam machen. Am Sonntag, den 21. Oktober, soll die Westautobahn zwischen Salzburg Nord und Salzburg Flughafen für eine Demonstration vier Stunden lang gesperrt werden. Die Veranstaltung wurde am Freitag angemeldet. Eine Bewilligung gilt allerdings als unwahrscheinlich - sie wurde der Bürgerinitiative zuletzt bereits einmal untersagt. "Die Interessen und Rechte der Anrainer haben sich der 'Freiheit und Flüssigkeit des Verkehrs' unterzuordnen", hieß es damals in einer Begründung.

Die Aktivisten wollen sich damit nicht zufriedengeben und für ihr Recht bis vor den Verfassungsgerichtshof ziehen. "Vier Stunden Kundgebung im Verhältnis zu 365 Tagen mit 24 Stunden Lärm sind unserer Meinung nach verhältnismäßig", so Schnaitl. (APA)

(Quelle: S24)

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