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Asyl: Politik will Flüchtlinge in Riedenburgkaserne unterbringen

100 Flüchtlinge sollen in der ehemaligen Riedenburgkaserne platz finden. APA/Techt
100 Flüchtlinge sollen in der ehemaligen Riedenburgkaserne platz finden.

Der Vorschlag von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ), in der Riedenburgkaserne etwa 100 Asylwerber unterzubringen, erfreut sich unter Salzburger Politikern breiter Zustimmung. Sogar ÖVP und FPÖ sind dafür, pochen aber auf „befristete“ Unterbringung, inklusive Konzept für danach. Trotzdem geht die Suche nach weiteren Asylplätzen weiter.

Die Pläne der für Flüchtlinge zuständigen Landesrätin Martina Berthold (Grüne), 100 Flüchtlinge in der aufgelassenen Bundesheerkaserne im Salzburger Stadtteil Riedenburg unterzubringen, stößt auf breite Zustimmung. Gerald Klug hatte das Areal am Montag dafür angeboten. Dieses zentral gelegene Areal wurde vom Bund veräußert und soll Ende 2015 für Wohnungen genutzt werden. ÖVP und FPÖ der Stadt können sich eine "befristete" Unterbringung vorstellen.

Preuner: Man muss behilflich sein

Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) sagte am Dienstag im Gespräch mit der APA, man müsse behilflich sein. Wenn es technisch möglich sei, spreche nichts gegen die geplante Unterbringung, sofern es sich tatsächlich um eine Übergangslösung handelt.

Konzept für danach gefordert

Auch Andreas Schöppl, Klubobmann der Stadt-FPÖ, signalisierte "vorübergehende Zustimmung" und betonte, dass eine Dauerlösung aber nicht infrage komme. "Ich verlange ein klares und verbindliches Konzept für die Zeit danach. Diese Unterbringung darf nicht als Generaleinladung mit Fass ohne Boden gesehen werden. Prinzipiell stehe ich dem Verkauf einer Kaserne und darauf folgender, zweckwidriger Nutzung sehr kritisch gegenüber."

Riedenburgkaserne: „Sinnvoll und vernünftig“

Klar für die Pläne der grünen Landesrätin sprach sich hingegen Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) aus. "Die Stadt wird sich in dieser Sache mit Sicherheit nicht querlegen. Diese Kaserne für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen ist sinnvoll und vernünftig. Ich bitte Frau Berthold aber, uns laufend und detailliert über die Anzahl der Menschen, über ihre Herkunft und ihre allgemeine Situation zu informieren."

Bürgerinitiative ist dafür

Bereits gestern hatte sich die Bürgerinitiative "SOS Lebensraum Riedenburg", die die geplante Verbauung des Kasernenareals mit insgesamt 331 Wohnungen verhindern will, für die Verwendung der leer stehenden Kasernengebäude als Flüchtlingsquartier ausgesprochen. Auch die Wohnungsbaugesellschaft gswb, unter deren Ägide Ende 2015 mit dem Wohnungsbau begonnen werden soll, ließ verlauten: "Wenn wir helfen können, tun wir das gern." Betreut werden sollen die Flüchtlinge vom Roten Kreuz, auch dort sieht man die Sache explizit positiv.

Riedenburgkaserne wird auf Tauglichkeit geprüft

Gelöst hat Salzburg damit sein Flüchtlingsproblem aber noch nicht. Zurzeit wird das Areal bei einer Begehung aller Beteiligten auf Tauglichkeit geprüft, die Entscheidung soll noch heute fallen. Aber selbst wenn die hundert Flüchtlinge dort untergebracht werden können, fehlen weitere 100 bis 200 Plätze, um die vom Bund geforderte Unterbringungsquote im Land zu erfüllen. Berthold ist daher weiterhin auf der Suche nach Standorten in Stadt und Land.

Berthold sucht weitere Asylquartiere

"Wir überprüfen Standorte für Container ebenso wie Turnhallen, Stifte oder Jugendherbergen, die hygienisch und feuerpolizeilich tauglich sind und nach der Raumordnung und allen anderen Bestimmungen rasch genehmigt werden können", erläuterte eine Sprecherin der Landesrätin zur APA. "Noch sind wir nicht fündig geworden, aber bis Ende Jänner brauchen wir eine Lösung, wenn wir die Unterbringung in Zeltstädten vermeiden wollen." (APA)

 

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 11.04.2021 um 12:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/asyl-politik-will-fluechtlinge-in-riedenburgkaserne-unterbringen-46194028

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