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Aufschrei gegen Innenstadtsperre

Zahlreiche Vertreter aus der Salzburger Stadtpolitik, Wirtschaft und Gastronomie sprachen sich am Donnerstag bei einer Pressekonferenz gegen die in der Stadt Salzburg geplante Innenstadtsperre (SALZBURG24 hat berichtet) aus.

Eröffnet wurde das Gespräch von Bgm.-Stv. Harry Preuner (ÖVP). Er kritisiert die geplante Innenstadtsperre scharf und verweist an das bereits 1994 gescheiterte Konzept der Innenstadtsperre und auf die zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen sowie die dadurch verursachten Verkehrsprobleme in den unmittelbar angrenzenden Stadtteilen. „Man erzielt keine Verkehrsberuhigung, sondern eine Verlagerung der Stauzone und eine nicht vertretbare Verkehrszunahme in den angrenzenden Stadtteilen“, kritisiert Preuner.

Hintergrund zur Innenstadtsperre

Die Innenstadtsperre wurde vergangene Woche von Planungs-Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerlsite) vorgestellt. Die exakten Details sind noch nicht geklärt, geplant ist jedoch, von 10 bis 14 Uhr die Zufahrt in die Kernzone der Altstadt zu beschränken: Auf der Staatsbrücke kann möglicherweise nicht mehr rechts zum Ferdinand-Hanusch-Platz abgebogen werden. Die Zufahrt durch das Neutor ist dann ebenso nicht gestattet, wie jene über den Müllner Hügel. Gelten soll die Regelung wochentags von 16. Juli bis 17. August. Ausgenommen sind Linienverkehr, Taxis, Mietwagen, Behinderte, Anrainer, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Lieferverkehr und Hotelgäste – jeweils mit Bestätigung – sowie einspurige Fahrzeuge. Außerdem will der Bürgermeister noch Detailfragen klären, etwa, was mit dem Rot-Kreuz-Parkplatz geschieht. Dieser wäre bei der Sperre nicht mehr erreichbar, das Rote Kreuz lukriert aber dort aus den Parkgebühren erhebliche Einnahmen.

Dauer der Innenstadtsperre nicht gerechtfertigt?

Preuner spricht sich gegen die geplante Dauer von 30 Tagen aus, da dadurch massive Einbrüche in Tourismus, Gastronomie und Wirtschaft für die darauffolgenden 365 Tage erwartet werden. „Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass im Sommer an durchschnittlich acht bis neun  Tagen Regenwetter war, was zu einem entsprechenden Ansturm aus dem Umland geführt hat. Wir hatten also das Problem der Verkehrsüberlastung an diesen wenigen Tagen. Und nun soll die Stadt gleich einen ganzen Monat gesperrt werden. Das ist wie das Kind mit dem Bade ausschütten“, so Preuner.

Bessere Beschilderung auf Stadtzufahrten

Auch Peter Harlander von der Facebook-Initative „Stau in Salzburg“ fordert einen kompletten Verzicht der Innenstadtsperre: „Die Stadt Salzburg sollte noch vor dem Sommer eine perfekte Beschilderung der Park & Ride Parkplätze auf allen wichtigen Zufahrtsstraße inklusive Autobahnen und Landesstraßen sowie die Einführung des angedachten Shuttlebusses veranlassen und auf die Innenstadtsperre ersatzlos verzichten. Die Wirksamkeit der Beschilderung und des Shuttlebusses wäre nämlich deutlich besser evaluierbar, wenn die Ergebnisse nicht durch den künstlichen Stau der Innenstadtsperre verfälscht werden. Das würde die Entwicklung eines Verkehrskonzeptes ermöglichen, dass endlich nicht auf fantasielosen Sperren, sondern auf tatsächlichen Optimierungen der Verkehrsflüsse basiert.“

Direktshuttle-Busse in Salzburg?

„Es bietet sich an, im Fall von Schlechtwetter einen wesentlich verbesserten Busshuttle vom Auffangparkplatz Salzburg Mitte/SAZ in die Innenstadt einzurichten. Die Verbesserung sollte darin bestehen, dass dieser Busshuttle direkt – ohne die anderen Haltestellen an der Strecke zu bedienen – über Müllner Hügel und Hofstallgasse direkt in die Altstadt – etwa zum Alten Markt fährt. Weiters kann man über eine Ausdehnung des Shuttledienstes bis in die frühen Abendstunden nachdenken“, schlägt Bgm.-Stv. Harry Preuner indes vor.

Massive Kritik an Innenstadtsperre von Wirtschaft & Gastronomie

Kritik an der Innenstadtsperre kommt auch seitens Wirtschafts- und Gastronomievertreter. So fürchtet beispielsweise Herbert Brugger, von der Tourismus Salzburg GmbH „einen beträchtlichen Imageschaden“, Günther Reibersdorfer wiederum prophezeit „eine massive wirtschaftliche Benachteiligung der Altstadt“ und Sternbräu-Besitzer Harald Kratzer sieht sich gar „in der Todeszone“. Ob die geplante Innenstadtsperre tatsächlich so dramatisch ausfällt ist fraglich. Ebenso muss geklärt werden, ob die vorgestellten Alternativen Früchte tragen. Ein Bau einer Stadtbahn etwa, würde Jahre dauern. Die Politik ist nun am Zug, eine gemeinsame Lösung zu finden, die nicht auf Kosten der Bürger ausgetragen wird. Die waren in Vergangenheit ohnehin schon flexibel genug.
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 14.04.2021 um 11:04 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/aufschrei-gegen-innenstadtsperre-59336017

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