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Auinger will Stadtregionalbahn in zehn Jahren auf Schiene bringen

Bernhard Auinger legt mit der Stadt-SPÖ eine komplette Kehrtwende hin. Neumayr/MMV
Bernhard Auinger legt mit der Stadt-SPÖ eine komplette Kehrtwende hin.

Eine Kehrtwende der SPÖ in der Stadt Salzburg könnte dem zuletzt für tot erklärten "Jahrhundertprojekt" einer staatenübergreifenden Stadtregionalbahn wieder Rückenwind verschaffen. In einer Pressekonferenz am Freitag sprach sich Bürgermeisterkandidat Bernhard Auinger für einen raschen Planungsbeginn aus. 

Zwar liegt bereits seit mehr als zwei Jahren eine fertig ausgearbeitete Machbarkeitsstudie für das Projekt vor, Auingers Parteikollege, Langzeitbürgermeister Heinz Schaden, hatte das Projekt aus Kostengründen aber bereits im Sommer 2015 schwer kritisiert und im Frühjahr 2017 nach einem Bericht eines eigenen Stadtbahnbeauftragten endgültig versenkt. Viele Verkehrsexperten sehen in den geplanten Bahnstrecken, die einmal die Stadt Salzburg mit den Umlandgemeinden und Teilen Bayerns und Oberösterreichs verbinden sollen, aber einen Ausweg aus dem immer schlimmer werdenden Staudilemma in der Stadt. Sollte die Finanzierung gelingen, könnten bereits in zehn Jahren erste Züge rollen.

Oberirdirsche Variante bevorzugt

Auinger favorisiert nun eine oberirdische Variante, die in der ersten Ausbaustufe 600 bis 800 Millionen Euro kosten soll und will bereits 2018 eine Planungsgesellschaft gründen. "Ich schlage vor, sofort damit zu beginnen, Rücklagen zu bilden und die Umlandgemeinden und das Land mit ins Boot zu holen." Die Hälfte des Geldes soll dabei vom Bund kommen, zugleich hoffen die Projektbefürworter auf eine zehnprozentige EU-Förderung.

Auinger: "Das wäre finanzierbar"

Den Anteil für die Stadt sieht Auinger bei etwa zehn Prozent. "Das wäre finanzierbar, ohne dass wir anderen Verkehrsprojekten sämtliches Geld entziehen." Eine teilweise unter der Erde geführte Variante hätte mindestens eine Milliarde Euro, laut Befund des Stadtbahnbeauftragten wohl auch deutlich mehr Geld gekostet.

Greisberger will Projekt seit acht Jahren umsetzen

"Ohne Landeshauptstadt lässt sich ein vernünftiges Verkehrskonzept für die Region nur schwer umzusetzen", betonte der Bürgermeister von Thalgau (Flachgau), Martin Greisberger, am Freitag an der Seite Auingers. Der umtriebige ÖVP-Politiker ist Obmann des Vereins zur Förderung der Regionalstadtbahn. Er rede sich seit acht Jahren die Seele aus dem Leib, um das Projekt voranzutreiben - bisher ohne Erfolg, sagte Greisberger. Er wolle bei einem neuen Anlauf der Stadt versuchen, die 59 Bürgermeister im Einzugsbereich zu bündeln. In Bayern hat der Landkreis Berchtesgadenerland immerhin schon einen einstimmigen Beschluss für eine Bahn gefasst und die Freihaltung möglicher Trassen beschlossen.

Messebahn könnte erster Schritt sein

Als ersten Schritt für eine Umsetzung könnte in der Stadt die sogenannte Messebahn von den Park-and-Ride-Plätzen am Messegelände zum Salzburger Hauptbahnhof gebaut werden. Dazu bräuchte es nur wenige Hundert Meter Gleis und eine Brücke über die Salzach. Das Projekt würde laut Auinger rund 15 Mio. Euro kosten, sei binnen drei bis fünf Jahren umsetzbar und könnte bis zum Mirabellplatz verlängert werden. Der Vorteil: Die Messebahn wäre mit allen zukünftigen Projektvarianten kompatibel. Vorwürfe, dass der SPÖ-Kandidat sein Vorhaben nach der Wahl am 26. November wieder versenken könnte, wollte Auinger am Freitag nicht gelten lassen: "Egal wer Bürgermeister wird, das Verkehrsproblem in der Stadt ändert sich dadurch ja nicht."

(APA)

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(Quelle: S24)

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