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Aus für Feuerwerke

Pyrotechniker klagen über Verluste

Rechtliche Schritte gegen Stadt Salzburg?

silvester_salzburg20170101043.jpg Neumayr/Archiv
Zu Silvester sind heuer erstmals keine privaten Feuerwerke in der Stadt Salzburg erlaubt.

In der Stadt Salzburg dürfen heuer zu Silvester erstmals keine privaten oder professionelle Feuerwerke abgefeuert werden. Der Bürgermeister der Stadt erteilt dafür keine Genehmigung mehr. Wie sehr das vor allem professionelle Pyrotechniker trifft und warum eine Klage gegen die Stadt im Raum steht, erklärt uns Feuerwerker Christian Czech.

Salzburg

Wie groß der Schaden durch das Nichtgenehmigen der privaten Konsumenten-Feuerwerke für die Pyrotechnik-Branche in Salzburg ausfällt, ist derzeit nur sehr schwer abzuschätzen. "Aus Wien und Graz weiß man, dass die Verwendung von Feuerwerken trotz Verbots nicht zurückgegangen ist", so Christian Czech, Branchenvertreter der Salzburger Pyrotechnikbetriebe im Gespräch mit SALZBURG24.

Beruhigung in der Salzburger Innenstadt

Vollstes Verständnis hat Czech für Maßnahmen in den Kernzonen der Salzburger Innenstadt: "Hier gehört die Situation beruhigt. Es gab mitunter sehr wilde Zustände, weil die Menschen in Sekt- und Feierlaune Feuerwerke unkontrolliert abgefeuert haben. Das ist natürlich kein Aushängeschild für eine Tourismusstadt." Ein generelles Verbot der Silvester-Knallerei würde aber vor allem die Illegalität schüren. Zudem sei die Frage nach der Kontrolle noch offen.

Klimarelevanz: "Scheinmoral der Politiker"

Dass das Aus für die Feuerwerke mit dem Argument der Klimaschädlichkeit begründet wird, stößt dem Pyrotechniker sauer auf: "Aus Deutschland wissen wir, dass Feuerwerke ein Millionstel des gesamten CO2-Ausstoßes ausmachen. Der Feinstaub ist zudem nicht klimarelevant und zu vernachlässigen. Es handelt sich hier also eher um Scheinmoral der Politiker."

Teure, aufwendige Lasershows als Alternative

Dementsprechend fällt seine Einschätzung bezüglich möglicher Feuerwerk-Alternativen wie Laser- und Lichtshows aus: "In Innsbruck hat das Feuerwerk früher 30.000 Euro gekostet. Nun setzt man auf eine Licht- und Lasershow, die 530.000 Euro an Steuergeld kostet. Zudem muss das Equipment mit mehreren Sattelschleppern von Hamburg nach Tirol gefahren werden", so Czech. Dann werde die Ausrüstung mit Kränen auf einer Länge von 250 Metern im Inn aufgebaut, die dann Wasserfontänen von 70 Metern Höhe hervorbringen soll. Czech: "Dass das nachhaltig sein soll, können Sie mir nicht erzählen."

 

Verlust von 180.000 Euro

Durch das Verhindern von Feuerwerken entgehen dem Pyrotechniker laut eigenen Angaben in Salzburg 30.000 Euro jährlich, österreichweit sind es gar 180.000 Euro. Czech, der nach wie vor die Feuerwerke zur Dult, Rupertikirtag und Silvester ausrichtet, hatte zuvor auch noch eine Handvoll Einsätze bei Feiern in den Salzburger Stadtteilen Leopoldskron oder Hellbrunn. Das sei nun nicht mehr möglich.

Branche leidet unter Feuerwerksverbot

Der Branchenvertreter kritisiert dabei, dass dieses Verhindern auf einen Beschluss des Stadtratskollegiums zurückzuführen ist. "Das ist also kein Gemeinderatsbeschluss und somit nicht bindend, eher ein guter Ratschlag. Und der schadet der Branche massiv", sagt der Pyrotechniker. Große Firmen würden ihre Feiern bereits absagen und sich nach alternativen Orten umschauen.

Mögliche Klage gegen die Stadt Salzburg

Für 14. Jänner ist Christian Czech zu Gesprächen mit der Stadt Salzburg eingeladen. Sollten diese nicht allzu zielführend verlaufen, überlegt der Pyrotechniker, ob der fehlenden rechtlichen Grundlage, die Stadt zu klagen.

(Quelle: SALZBURG24)

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