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Bürgermeister Schaden fordert Entschuldigung bei Litauen

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden fordert das österreichische Außenministerium auf sich bei Litauen zu entschuldigen.

Der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden hat vom österreichischen Außenministerium eine Entschuldigung bei Litauen für das Verhalten der Behörden im Fall Golowatow gefordert. "Es sollte möglichst schnell, nachdem so viel Porzellan zerschlagen wurde, versucht werden, das zu kalmieren", sagte Schaden am Freitag gegenüber derStandard.at. Der Bürgermeister der Landeshauptstadt hatte sich zuvor in einem Brief an die Stadtregierung von Vilnius, der Partnerstadt Salzburgs, seine Bestürzung über den Fall zum Ausdruck gebracht.

Schaden pflegt Briefkontakt mit Litauen

Die rasche Enthaftung des gesuchten Ex-KGB-Offiziers Michail Golowatow in Wien habe für nachhaltige Verstimmung in Litauen gesorgt, so Schaden. "Das ist keine Geschichte, die man diplomatisch unter den Teppich kehren kann." Österreich habe auf diplomatischen Druck hin vor der russischen Regierung "aufsalutiert" und damit außenpolitisch "ein schweres Versagen" zu verantworten.

Auf seinen Brief nach Vilnius habe man hingegen dort sehr positiv reagiert, sagte der Salzburger Bürgermeister. "Der Bürgermeister hat mir zurückgeschrieben und war erfreut." Negative Reaktionen auf die Salzburger Charmeoffensive sei hingegen vor allem aus dem Wiener Raum gekommen. Von offiziellen Seite habe es in Österreich keine Reaktionen gegeben.

?Organisierte Fluchthilfe?

Der russische Staatsbürger Michail Golowatow war Anfang Juli in Wien verhaftet worden. Er wird in Litauen beschuldigt, während des Zerfalls der Sowjetunion an der "Blutnacht von Vilnius" im Jänner 1991 beteiligt gewesen zu sein, bei der 14 litauische Demonstranten getötet wurden. Die Behörden in Wien ließen Golowatow umgehend wieder frei. Der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz spricht in der Causa Golowatow unter Berufung auf Polizeiprotokolle von "organisierter Fluchthilfe", nachdem Russland diplomatischen Druck ausgeübt habe. (APA)

(Quelle: S24)

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