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Bananen für Immendorff: Salzburger FPÖ gegen "Affentor"

Fünf Jahre lang stand sie friedlich beim Hauptbahnhof in Bremen, jetzt ist sie vor dem Salzburger Festspielhaus zu sehen: Jörg Immendorffs Bronze-Skulptur "Affentor" ist vom Salzburger Museum der Moderne (MdM) am Donnerstag auf den Max-Reinhardt-Platz gestellt worden und hat dort ebenso prompt für Aufregung gesorgt.

Zumindest bei der Salzburger FPÖ, die mit Schokobananen gegen diese Bronze-Affen mobilisiert und die Verbannung der Skulptur in den Zoo Hellbrunn gefordert hat.

"Affentor" wiegt 5,5 Tonnen

Jörg Immendorff (1945-2007) hat seinen 5,5 Tonnen schweren und über fünf Meter großen Guss als Persiflage verstanden und auf das bunte und zänkische Treiben der Affen und deren nächsten Verwandten, den Menschen, verwiesen. Bereits in seinem Festspiel-Bühnenbild von "The Rakes Progress" aus dem Jahr 1994 hat er das Motiv der Affen als Anspielung auf menschliche Tollheit und Verrücktheit verwendet. Hinter den fest verschlossenen Festspieltüren hat das vor 18 Jahren aber niemanden aufgeregt.

FPÖ: "Affentor ist schlechter Witz"

Im öffentlichen Raum aber stört "Affentor" das freiheitliche Stadtbild, wie FP-Kultursprecherin Gertraud Schimak im APA-Gespräch deutlich machte. "Salzburg wird permanent mit moderner Kunst zugepflastert, 80 Prozent der Salzburger sind nachweislich damit nicht einverstanden. Im Gesamtkunstwerk 'Altstadt' hat so etwas keine Berechtigung", argumentierte die freiheitliche Gemeinderätin und verteilte Schokobananen an Passanten. "Damit wollen wir zeigen, dass das 'Affentor' vor dem Festspielhaus bloß ein schlechter Witz ist, so etwas gehört in den Zoo, dort können die echten mit den künstlichen Affen kommunizieren."

Polit-Zwist um Skulptur

"Gegen freiheitliches Kunstverständnis lässt sich seriös nicht argumentieren", so Helmut Hüttinger, Klubobmann der Bürgerliste (die Grünen in der Stadt Salzburg) . "Aber Toleranz und Aufgeschlossenheit der Salzburger gegenüber moderner Kunst sind viel größer, als es den Freiheitlichen recht ist." Und auch Museums-Referent LHStv. Wilfried Haslauer (V) sagte, diese Skulptur sei vor dem Festspielhaus hervorragend positioniert. "Man muss Schönheit immer aus der Zeit heraus verstehen. Wenn sich die Stadt nur auf die Schönheit des Barock konzentrierte, würde sie schnell zum Museum. Qualität verträgt sich immer mit Qualität - und die Immendorff-Skulptur ist eine Bereicherung für Salzburg."

Das "Affentor" als Teil der Privatsammlung

"Affentor" ist Teil der Privat-Sammlung "Map" im Museum der Moderne. Diese vielfältige, über 400 Werke zentraler Künstler der Gegenwart umfassende Sammlung ist als unbefristete Dauerleihgabe in Salzburg und wird regelmäßig in verschiedenen Zusammenhängen präsentiert. (APA)
(Quelle: S24)

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