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Bank für Gemeinwohl startet mit Regionalbüro in Salzburg

Im Andräviertel eröffnete die Bank für Gemeinwohl ihr Salzburger Regionalbüro. BfG
Im Andräviertel eröffnete die Bank für Gemeinwohl ihr Salzburger Regionalbüro.

Ethisches Banking hat nun auch Salzburg erreicht: Das Projekt Bank für Gemeinwohl (BfG) eröffnete am Dienstag in der Stadt Salzburg ihr Regionalbüro und will künftig auch Salzburger Mitgründer für die eigene Vorstellung einer Bank gewinnen.

Das Regionalbüro der BfG im "2nd Floor" in der Franz-Josef-Straße im Andräviertel ist das mittlerweile fünfte Büro in Österreich. Hier sollen künftig Interessierte über die Vorhaben aufgeklärt werden. Grundsätzlich engagiert sich die Genossenschaft in drei Bereichen: Als Zahlungsinstitut, als Crowdfunding-Leister und in Form von Informationsgesprächen.

"Die Bank für Gemeinwohl versteht sich als Initiative, die das Geld- und Finanz-System in Richtung Gemeinwohlorientierung vorantreibt. Mit dem Regionalbüro Salzburg möchten wir eine Anlaufstelle für alle Salzburgerinnen und Salzburger bieten, die diesen Wandel mitgestalten wollen", erklärt Vorstand Fritz Vessel, den Grundgedanken der BfG bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Bank für Gemeinwohl auf dem Weg zur Vollbank

Noch ist das Projekt BfG aber keine vollwertige Bank im herkömmlichen Sinne. Aktuell laufen allerdings die Vorbereitungen zum Lizenzverfahren mit der Finanzmarktaufsicht Austria, um ab 2018 ein Girokonto anbieten zu können. Diese Lizenz ist allgemein als „kleine Bank-Lizenz“ bekannt. Damit kann dann ein Konto mit Online-Banking, Bankomat- oder Kreditkarte angeboten werden. Das Ziel Vollbank wird voraussichtlich aber nicht vor 2020 erreicht werden.

Crowdfunding seit Jahresbeginn

Neben der Lizenz zum Zahlungsinstitut wurde zu Beginn dieses Jahres auch ein Crowdfunding für Gemeinwohlprojekte in der Realwirtschaft ins Leben gerufen. 34 Projekte aus den Bereichen erneuerbare Energien, nachhaltiger Landwirtschaft oder sozialer Wohnbau werden derzeit von der Genossenschaft geprüft. In einem ersten Schritt sichtet ein Expertenrat das Vorhaben, dann wird es den Genossenschaftern vorgelegt. Letztendlich entscheidet der Gemeinwohlrat, ob das Projekt den Kriterien entspricht.

Gemeinwohl statt Gewinnmaximierung

Die BfG sieht sich also grundsätzlich als Alternative am Finanzsektor. Anstatt der Gewinnmaximierung will das Projekt durch Transparenz punkten und sich im Gemeinwohl einbringen. Dazu sind die Initiatoren gerade auf der Suche nach Kapital. Rund 270 Salzburger haben sich bereits mit 216.000 Euro an dem Projekt beteiligt. Insgesamt zählt die Genossenschaft 4.800 Bank-Mitgründer. Grundsätzlich kann sich jeder ab 200 Euro in der BfG engagieren und zum Mitgründer werden. Dazu finden monatliche Zeichencafés statt. Der nächste Termin ist am 14. März im Regionalbüro.

18 Ethikbanken in Europa

Die Ethik-Bank ist an sich keine österreichische Idee. Mit der GLS in Deutschland, der Banca Ethica in Italien oder die ABS in der Schweiz gibt es bereits weit größere Umsetzung dieser Vorstellung. „Die GLS wurde beispielsweise von einer Handvoll vermögender Menschen eingerichtet. Die BfG hingegen formiert sich rein aus der Zivilgesellschaft heraus. Wir gehen hier einen anderen Weg, und wollen diese Idee mit ganz vielen Menschen umsetzen“, so BfG-Regionalsprecherin Sabine Lehner.

(Quelle: S24)

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