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Betrunkener Autoräuber verprügelt 76-Jährigen: Prozess

Der 76-Jährige wurde von dem Autoräuber regelrecht verprügelt. Bilderbox
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Ein 29-jähriger Mann, der am 19. April 2015 offenbar eine Geländelimousine in Salzburg rauben wollte, ist mit dem Lenker des BMW nicht zimperlich umgegangen. Er verpasste dem 76-jährigen Akademiker laut Anklage einen Faustschlag ins Gesicht und würgte ihn. Der Beschuldigte sagte am Dienstag bei einem Prozess in Salzburg, er sei so betrunken gewesen, dass er sich nicht mehr erinnern könne.

Zu dem Vorfall kam es laut Zeugen in einem Innenhof in der Stadt Salzburg. Der Besitzer des SUV war mit seiner Ehefrau gegen 22.30 Uhr nach Hause gekommen. Die Frau war ausgestiegen, um das Einfahrtstor zu schließen, während der 76-Jährige seinen BMW X6 im Rückwärtsgang einparkte. "Da stellte sich ein Herr neben mein Auto. Sein Gesichtsausdruck war aggressiv. Er riss die Fahrertüre auf und sagte: 'ich will dein Auto'. Ich habe das natürlich abgelehnt", schilderte der Akademiker.

76-Jähriger kassiert Schlag ins Gesicht

Anschließend sei der unbekannte Mann handgreiflich geworden. "Er setzte mir einen Schlag ins Gesicht, der aber nicht sehr stark war. Urplötzlich hat er versucht mich zu würgen. Er hat Spuren am Hals hinterlassen. Ich hatte Angst. Der Mann war mir durch sein Alter und seine Kraft vermutlich körperlich überlegen", erzählte der gebürtige Kärntner, der schon lange in Salzburg wohnt, dem Vorsitzenden des Schöffensenats, Richter Aleksandar Vincetic.

Ehefrau alarmierte die Polizei

Der Autofahrer konnte seinen Angaben zufolge weitere Faustschläge mit dem Arm abwehren. Er rief seiner Frau zu, dass sie die Polizei verständigen solle. Die Beamten seien zufällig in Rufnähe gewesen, "sie haben den Mann immobilisieren können", erklärte der Zeuge. Allerdings soll sich der 29-Jährige laut Staatsanwalt Alexander Winkler gegen seine Festnahme gewehrt, einer Beamtin mit dem Tode gedroht und ihren Kollegen am Körper verletzt haben.

Angeklagter "schämt sich"

Verteidiger Gerhard Holzinger bestritt den vorgeworfenen Sachverhalt nicht. Sein Mandant habe die Tathandlungen aber im Zustand einer vollen Berauschung gesetzt. "Er schämt sich für den ganzen Vorfall, der im Widerspruch zu seinem sonstigen Verhalten steht. Er führt ein normales, bürgerliches Leben." Der Angeklagte habe sich bei dem Autofahrer und den Polizisten entschuldigt und dem 76-Jährigen auch das geforderte Schmerzensgeld in Höhe von 310 Euro bezahlt.

Autoraub unter Alkoholeinfluss

Der beschuldigte Hilfsarbeiter schilderte dann selbst, dass er an jenem Sonntag zu Mittag einen Gottesdienst und von 14.00 bis 20.00 Uhr ein Kulturfest beim Schauspielhaus besucht habe. Dort habe er etwa alle 30 Minuten ein Bier getrunken und ab 18.00 Uhr "über zehn Schnaps". Mit einem Bekannten machte er sich dann zu Fuß in Richtung Linzergasse auf. An den Vorfall in dem Innenhof in der Wolf-Dietrich-Straße könne er sich nicht erinnern. Zu sich gekommen sei er ja erst wieder in der Zelle auf der Polizeiinspektion Rathaus. "Ich fragte was passiert ist. Was ich erfahren habe, konnte ich nicht glauben." Er gehe ja nur einmal im Monat richtig fort, bei viel Alkoholkonsum schlafe er eigentlich ein. "Damals ist es mir ein bisschen schlecht gegangen, wegen der Trennung von meiner Freundin."

Der Beschuldigte fährt übrigens einen Wagen, der laut seinen Angaben 3.000 Euro Wert ist. Der Prozess am Landesgericht Salzburg wurde zur weiteren Zeugeneinvernahme vertagt.

(APA)

(Quelle: S24)

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