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Bleifreie Munition wird für Salzburger Jäger gefördert

Fünf Jahre lang wurde im Nationalpark Hohe Tauern bleifreie Munition getestet. Ferdinand Rieder
Fünf Jahre lang wurde im Nationalpark Hohe Tauern bleifreie Munition getestet.

Im Bundesland Salzburg steht bleifreie Munition für Jäger in den Startlöchern: Fünf Jahre lang wurden die neuartigen Projektile getestet, nun werden sie vom Nationalpark Hohe Tauern gefördert. Damit sollen Bleivergiftungen bei Tieren künftig vermieden werden.

Wegen aufkommender Fälle von Bleivergiftungen bei Greifvögel wurde der Entschluss gefasst, hinsichtlich bleifreier Munition zu forschen. Der Nationalpark Hohe Tauern startete deshalb vor etwa fünf Jahren eine Testphase zur Verwendung dieser "grünen Munition". Dazu wurden drei Berufsjäger mit neuen Waffen und Geschossen ausgestattet, jeder Abschuss wurde dann hinsichtlich der Ballistik, Tötungswirkung, Wildbretzerstörung und Schäden an der Waffe beurteilt.

Anfängliche Probleme bei der Verwendung von bleifreier Munition

Bevor bleifreie Geschosse für die breitere Masse verfügbar gemacht wurden, mussten einige Probleme ausgemerzt werden. "Teilweise war die Industrie bei der Herstellung der Munition noch nicht so weit. Nach der Verwendung gab es Probleme am Lauf, auch die Reinigung der Waffe ist komplizierter. Wichtig für den Jäger ist aber, dass die Munition denselben Effekt erzielt wie herkömmliche Geschosse", so der Salzburger Landesjägermeister Josef Eder im Gespräch mit SALZBURG24. Die Tests der Berufsjäger haben nun ergeben, dass bei 235 Abschüssen eine Tötungswirkung von 94 Prozent gegeben war, und diese so vergleichbar ist mit der von Bleigeschossen. Hinsichtlich der Wildbretqualität ergab sich eine Durchschnittsnote von 1,5 nach Schulnotensystem.

Nationalpark Hohe Tauern fördert bleifreie Munition

Überzeugt von der Tauglichkeit der bleifreien Munition zeigte sich vergangene Woche auch Umweltreferentin LH-Stv. Astrid Rössler (Grüne): "Die Zeit ist reif, die Verwendung bleifreier Büchsenmunition auch auf breiterer Basis zu forcieren." Der Nationalpark Hohe Tauern fördert deshalb in seinen Gemeinden den Umstieg auf die umweltverträglicheren Geschosse. Sollte sich ein Jäger für bleifreie Munition entscheiden, so werden die chemische Reinigung der Waffe durch den Büchsenmacher und das Einschießen zu 100 Prozent gefördert, der Ankauf von weiterer bleifreier Munition zu 25 Prozent.

Österreichweit soll künftig bleifrei gejagt werden

Österreichweit haben sich die Landesjägermeister vor einigen Jahren dazu entschieden, den Umstieg auf bleifreie Munition voranzutreiben: „Wir haben uns dazu aber kein Datum gesetzt und wollen auch keine Vorgaben. Der Umstieg soll für alle freiwillig sein. Wichtig für den Jäger ist, dass der Preis entsprechend angepasst wird und die Tötungswirkung die gleiche ist. Denn wenn Kosten und Wirkung dieselbe wie bei herkömmlicher Munition sind, gibt es eigentlich keinen Grund, bleifreie Munition nicht zu verwenden“, so Eder.

(Quelle: S24)

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