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Blutplasma

Bedarf in Salzburg nicht gedeckt

Nötig für lebensrettende Medikamente

Blutplasma, Spende, SB APA/AFP/GUILLAUME SOUVANT
Das Blutplasma wird zu Medikamenten weiterverarbeitet. (SYMBOLBILD)

Blut kann nicht nur als Transfusion Leben retten. Auch die einzelnen Bestandteile des Lebenssaftes sind wertvoll für die Medizin: Das Blutplasma ist einer davon. Wie eine Plasmaspende funktioniert und welche Krankheiten damit behandelt werden können, erfahrt ihr in unserem Überblick.

Salzburg

In Österreich sind eigene Plasma-Zentren für die Sammlung zuständig, auch in Salzburg gibt es eines. Betrieben wird es vom US-Pharma-Riesen Baxter AG unter dem Namen BioLife.

25 Euro für Plasmaspende

In der Paracelsusstraße 6 in der Stadt Salzburg stehen 28 Spenderliegen zur Verfügung. „An einem guten Tag sind sie voll ausgelastet“, schildert Zentrumsmanagerin Elisabeth Maier im Gespräch mit SALZBURG24. Bis zu 280 Spenderinnen und Spender kommen an einem solchen Tag ins Plasmazentrum. Im Sommer seien es deutlich weniger, am stärksten seien Herbst und Winter, erklärt Maier. Dafür gibt es eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro.

20191016_095711.jpg BioLife Plasmazentrum Salzburg
In Salzburg gibt es eine Anlaufstelle für Plasmaspender in der Paracelsusstraße.

1.000 Eiweißstoffe im Blutplasma

Fünf bis sieben Liter Blut fließen durch den menschlichen Körper. Zu 40 Prozent besteht es aus Blutzellen – also roten und weißen Blutkörperchen. Die restlichen 60 Prozent sind Blutplasma. Das ist eine klare, gelbliche Flüssigkeit, die mehr als 1.000 verschiedene Eiweißstoffe mit lebenswichtigen Funktionen enthält. Zu 92 Prozent besteht es aus Wasser, die Proteine machen sieben Prozent aus und ein Prozent sind Mineralsalze.

Zwölf Monate von der Spende zum Medikament

Aus den Eiweißstoffen werden Arzneimittel hergestellt, die in vielen Fällen lebensrettend sind: Neben Gerinnungsfaktor-Präparaten zur Behandlung und Vorbeugung von Thrombosen bis hin zur Bluterkrankheit können daraus auch Anti-Rhesusfaktor-Immunglobulin zum Schutz von Schwangeren bei Rhesus-Unverträglichkeit gewonnen werden.

Immunglobulin-Präparate helfen auch gegen Tetanus und Enzephalitis. Fibrinkleber, der bei inneren Verletzungen und zum lokalen Wundverschluss verwendet wird, wird ebenso auf Basis von Blutplasma hergestellt. Zwischen sieben und zwölf Monate dauert es, bis aus einer Spende ein Medikament wird.

 

50 Mal pro Jahr spenden

Zur Plasmaspende zugelassen werden nur Personen, die mindestens 50 Kilo wiegen und bei der Erstspende zwischen 18 und 60 Jahre alt sind. Generell darf man bis zum 65 Lebensjahr spenden. Vor jeder Spende gibt es eine medizinische Untersuchung, die Plasmaspende selbst dauert etwa eine Stunde. Dabei wird das Plasma mittels Zentrifuge von den anderen Blutbestandteilen getrennt. Der Rest wird wieder in den Körper rückgeführt. Deshalb könne man auch bis zu 50 Mal pro Jahr spenden, beim Blutspenden sind vier bei Frauen und sechs Spenden bei Männern pro Jahr erlaubt. Das liegt daran, dass der Körper länger braucht, um das abgenommene Blut wieder zu reproduzieren, wobei die flüssigen Bestandteile bereits nach 48 Stunden wieder nachbilden. Maximal 850 Milliliter Plasma können pro Spende abgenommen werden.

Maier betont, dass die Sicherheit der Spender und des Produktes im Vordergrund stehen und laufend kontrolliert wird. Das Plasma selbst werde mehrfach überprüft, bei Infektionen werde es sofort entsorgt. Zudem werden sterile Einmalsets bei der Spende verwendet. Nebenwirkungen könnten Schwindel und blaue Flecken an den Einstichstellen sein.

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Die Plasmaspende dauert in der Regel eine Stunde.

Maier: "Bräuchte viel mehr Spenden"

Künstlich kann Blutplasma nicht hergestellt werden, weshalb man auf Spenderinnen und Spender angewiesen sei: „Den Bedarf können wir bei weitem nicht decken, es bräuchte viel mehr Spenden.“ Um etwa einen Patienten mit Bluterkrankung ein Jahr lang mit Medikamenten zu versorgen, brauche es mehr als 1.000 Plasmaspenden.

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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