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Bordellbetreiber vor Gericht

Zwei Bordellbetreiber aus der Stadt Salzburg stehen am Donnerstag vor Gericht und werden beschulidgt insgesamt 1,1 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben.

Zwei Bordellbetreiber  in der Stadt Salzburg haben sich heute, Donnerstag, am Salzburger Landesgericht wegen gewerbsmäßiger, vorsätzlicher Abgabenhinterziehung von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro verantworten müssen. Sie sollen bei dem Geschäft mit der "käuflichen Liebe" Umsatz-, Kapital-, Körperschafts- und Einkommenssteuer im Zeitraum von 2001 bis 2004 am Fiskus vorbeigeschleust haben. Die beiden Angeklagten - die handelsrechtliche Geschäftsführerin (54) und der laut Staatsanwalt "faktische Geschäftsführer" (49) - beteuerten ihre Unschuld. Der Prozess wird vertagt, kündigte der vorsitzende Richter an.

Bordellbetreiber wussten nicht wie man Prostitution anmeldet

"Dahinter steckt ein riesiges Problem. Wir wissen in Österreich nicht, wie die Einkommen der Prostituierten steuerlich zu behandeln sind. Sozialversicherungsrechtlich werden sie als Selbstständige behandelt", konterte Verteidiger Klaus Plätzer dem Staatsanwalt. Der hatte zuvor in seinem Anklagevortrag gemeint, der "faktische Geschäftsführer" - er ist der Ex-Mann der derzeit als "Servierkraft" tätigen Angeklagten - habe das Entgelt der Prosituierten nicht hinreichend gemeldet und auch seinen Geschäftsführerbezug nicht angegeben.

Bordellbetreiber bezeichnete sich als "Personalberater"

Die Behauptung des "faktischen Geschäftsführers", dass die Prostituierten des Nachtclubs selbstständig tätig seien, "ist als Schutzbehauptung zu widerlegen", betonte Staatsanwalt Georg Kasinger. Er lastete dem 49-jährigen Angeklagten 368.000 Euro Umsatzsteuer- und Einkommenssteuerhinterziehung an, zusammen mit seiner Ex-Frau habe dieser noch rund 800.000 Euro an diversen Steuern hinterzogen. Der Angeklagte, der sich als "Personalberater" bezeichnete, ist dem Vorsitzenden des Schöffensenates, Andreas Posch, zufolge bereits elfmal vor Gericht gestanden. Der Mann sei 2006 wegen Abgabenhinterziehung von 1,7 Mio. Euro zu einer teilbedingten Geldstrafe (rechtskräftig geworden im Jahr 2008, Anm.) von einer Mio. Euro verurteilt worden und hätte 300.000 Euro zahlen müssen. "Ich habe dafür 144 Stunden Sozialdienst gemacht", erklärte der 49-Jährige Bordellbetreiber heute mit einem Lächeln. (APA)
(Quelle: S24)

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