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Ab Herbst 2020

"Jungenschule" Borromäum nimmt auch Mädchen

Balthasar Sieberer, Winfried Penninger, Borromäum Erzdiözese Salzburg
Balthasar Sieberer (li.), Rektor des Bildungszentrums Borromäum und Schuldirektor Winfried Penninger.

Seit über 100 Jahren werden im Gymnasium Borromäum im Salzburger Stadtteil Parsch Buben im Alter zwischen zehn und 18 Jahren unterrichtet. Ab 2020 sollen auch Mädchen in die Klassenräume einziehen.

Salzburg

"Die Einführung der Koedukation im Erzbischöflichen Privatgymnasium Borromäum ist ein wichtiger Meilenstein für die Zukunft dieser Schule", betonte Anton Lettner, Direktor des Katechetischen Amts der Erzdiözese Salzburg, am Donnerstag in einer Aussendung. Erst vor fünf Jahren öffnete sich die katholische Privatschule St. Ursula in Glasenbach für Burschen.

Ab Herbst 2020 sollen nun im Borromäum sowohl Buben als auch Mädchen im Gymnasium unterrichtet werden. Dafür seien Umbauarbeiten notwendig. Ein konkreter Plan dazu liege aber noch nicht vor.

Seit über 100 Jahren am heutigen Standort

Das Borromäum kann am heutigen Standort auf eine mehr als 100-jährige Geschichte zurückblicken. Die Anfänge gehen auf den Salzburger Erzbischof Friedrich Fürst zu Schwarzenberg zurück, der 1836 Buben aus den Gebirgsgauen in der Stadt Salzburg privat unterbringen und verpflegen lässt. Bereits 1840 besteht eine Wohngemeinschaft im Berchtesgadener Hof (Posthof) im Kaiviertel, 1843 erhält das "Archiepiscopale Collegium puerorum" (Erzbischöfliches Knabenseminar) die staatliche Anerkennung als "autorisiertes Privatconvict". Die nun etwa 40 Personen umfassende Gemeinschaft übersiedelt 1847 in den Graf-Lodron-Laterno-Primogentur-Palast (das heutige Mozarteum) in der Dreifaltigkeitsgasse. Die hauseigene Kirche wird dem hl. Karl Borromäus geweiht. 1884 erhält die Bildungseinrichtung das Öffentlichkeitsrecht auf unbestimmte Zeit.

Auf den Arenberggründen im Stadtteil Parsch entsteht 1910 das neue diözesane Knabenseminar und Privatgymnasium Borromäum. Es ist vier Mal so groß wie das alte in der Innenstadt. Die Institutskirche beherbergt noch heute das Altarbild der alten Institutskirche, die abgerissen wurde. Das neue Haus wird 1912 eingeweiht.

Borromäum: Schließung in der NS-Zeit

Im Nationalsozialismus kam es zunächst zu sukzessiven räumlichen, personellen und finanziellen Beschneidungen, schließlich zur Enteignung. Das Gymnasium übersiedelte nach Bischofshofen (Pongau) ins dort bestehende Privatgymnasium St. Rupert. 1939 wird es geschlossen und in die "NS-Erziehungsanstalt Kreuzberg" umgewandelt.

Nach Ende des Kriegs eröffnete das Borromäum im von Bomben verschonten, geplünderten und zuvor noch von Besatzungstruppen genützten Gebäude in Parsch seinen Schul- und Unterrichtsbetrieb im Oktober 1946. Über die Jahre wurden immer wieder Sanierungen und Ausbauarbeiten durchgeführt, zuletzt im Jahr 2002.

(Quelle: SALZBURG24)

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