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Bürgerliste und Künstler fordern Straßenumbenennung und Erklärungstafeln an Kunstwerken

Mit einer Kunstaktion fordert der Künstler Wolfram Kastner und Daniel Toporis mit Unterstützung der Bürgerliste die sofortige Anbringung von Erklärungstafeln im Kurpark und die Umbenennung der Josef-Thorak-Straße im Salzburger Stadtteil Aigen.

Seit 1950 stehen die Skulpturen von Paracelsus und Kopernikus im Kurpark in der Landeshauptstadt. Geschaffen wurden die beiden Skulpturen von Josef Thorak und daran stößt sich die Bürgerliste.

Thorak: Lieblingsbildhauer von Adolf Hitler.

Bereits im Mai 2016 hat sich der Salzburger Künstler Bernhard Gwiggner der Thematik gewidmet und Gegenpol-Skulpturen installiert, um auf den umstrittenen Bildhauer aufmerksam zu machen und aufzuklären. Ebenso haben sich die Malerin Konstanze Sailer und ihr Kunstintitiative Memory Gaps-Erinnerungslücken zu Beginn des Jahres kritisch mit der Umbenennung der Josef-Thorak-Straße auseinander gesetzt.

Öffentlichkeit muss aufgeklärt werden

In Form einer „ästhetischen Intervention“  machten sich nunmehr die Künstler Wolfram Kastner und Daniel Toporis für die Entfernung der Skulpturen stark. Bürgerlistengemeinderätin Ingeborg Haller hingegen betont: „Man soll sie ruhig dort lassen.“, legt aber großen Wert darauf, dass die Menschen über Josef Thorak und seinen politischen Hintergrund aufgeklärt werden und die Werke in einen historischen Kontext gestellt werden sollten.„Die Rolle des Künstlers in der NS- Zeit wurde zahlreich erforscht und bewertet. Die Verstrickungen mit der NS-Zeit sind bekannt. Es ist daher unverständlich, warum sich die Stadt immer noch ziert und nicht schon längst gehandelt hat“, so Haller.

Künstler will Salzburg "Ent-Thoraken"

Ebenso im Blickfeld der Künstlers und der Bürgerliste steht die 1963 nach Josef Thorak benannte Straße in Salzburg-Aigen. Bei der heutigen Begehung mit dem Künstler fehlte ein Straßenschild an der Ecke Josef-Thorak-Straße und Baumbichlstraße. Der Künstler selbst war über das Verschwinden sehr erstaunt und distanziert sich von der Aktion.

Seit 28 Jahren Kampf um Umbenennung

Ingeborg Haller von der Bürgerliste unterstützt die Künstler Kastner und Toporis in ihrer Meinung, dass eine Umbenennung die einzige Möglichkeit ist. 1988 wurde zum ersten Mal eine Umbenennung dieser und anderer Straßen, die nach NS-nahen Personen benannt wurden, gefordert. Zuletzt im Juli 2016.

Eine Erklärungstafel wäre zu wenig, da der Name durch die Post verbreitet wird und keine Möglichkeit besteht, einen historischen Kontext herzustellen. Sie sieht die Benennung einer Straße als eine Ehrung, die nicht jedem zu Teil werden sollte. Erst 2013 wurde im Gemeinderat die Anbringung von Erklärungstafeln bei den umstrittenen Straßen beschlossen.

Nach der erneuten Kunstaktion gegen die Werke von Josef Thorak und der wieder aufgeflammten Diskussion rund um die Straßennamen wollen wir von euch wissen, wie ihr zu Kunst von NS-nahen Personen und die Benennung von Straßen steht.

(SALZBURG24/Bernadette Mauracher)

(Quelle: S24)

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