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Bundesheer verlängert Corona-Einsatz in Salzburg

Soldaten im Contact Tracing eingesetzt

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Bundesheer-Soldaten unterstürtzen beim Contact Tracing.

Seit Juni unterstützen bis zu zehn Soldaten des österreichischen Bundesheeres die Gesundheitsbehörden der Stadt Salzburg im Contact Tracing. Der Assistenzeinsatz wurde nun bis Ende des Jahres verlängert, wie es am Sonntag in einer Presseaussendung heißt.

Salzburg

"Die Soldaten sind für unsere Arbeit eine unverzichtbare Hilfe. Durch ihren Einsatz entlasten sie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enorm und dafür möchte ich mich heute im Namen aller Salzburgerinnen und Salzburger recht herzlich bedanken", so Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) in der Aussendung. Der Assistenzeinsatz ist nun auf Antrag der Stadt bis Ende des Jahres 2020 verlängert worden.   

Das Contact Tracing im Check

Mit der positiven Testung einer Person beginnt das Kontaktpersonen-Management der Gesundheitsbehörden. Ab Auftreten der ersten Symptome oder des Zeitpunktes der Testung werden 48 Stunden zurück gerechnet und systematisch alle Kontakte erfasst und kategorisiert. Wer sich in einem Abstand von weniger als zwei Metern und länger als 15 Minuten in der Nähe einer auf Covid-19 positiv getesteten Person aufgehalten hat, gilt als Kontaktperson der Kategorie 1. Dauerte der Kontakt weniger als 15 Minuten bei einem Abstand von unter zwei Metern wird man als Kontaktperson der Kategorie 2 eingeordnet.

Die Bundesheer-Soldaten übernehmen in diesem Ablauf die Information der betroffenen Kontaktpersonen. Gleichzeitig werden erste Bescheide zur Quarantänisierung oder Verkehrsbeschränkung ausgestellt. "Grob kann man sagen, dass ein positiver Covid-Fall im Schnitt 30 bis  40 Kontaktpersonen ergibt, die möglichst rasch von den Mitarbeitern und deren Unterstützungskräften informiert werden. Nur so gelingt es die Infektionsketten zu durchbrechen", erklärt Michael Haybäck, Leiter der allgemeinen Bezirksverwaltung der Stadt.

Statistik der Landeshauptstadt (Stand: Sonntag, 8 Uhr):

  • 114 Personen gelten als infiziert, davon sind acht Personen im COVID-Haus abgesondert (eine Person auf der Intensivstation)
  • 231 Personen als Kontaktperson der Kategorie 1 abgesondert und 81 Personen als Kontaktperson der Kategorie 2 verkehrsbeschränkt
(Quelle: SALZBURG24)

So kommt es zu offiziellen Corona-Aufrufen

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(SYMBOLBILD)

Wird eine Person positiv auf das Coronavirus getestet, setzt das ein Prozedere in Gang. Mittels Contact Tracing wird versucht, mögliche Kontakte schnell zu finden und abzusondern. Ein Mittel dazu ist der sogenannte „offizielle Aufruf“. Wir haben nachgefragt, in welchen Fällen dieser angewandt wird und wer darüber entscheidet.

Ob es zu einem öffentlichen Aufruf kommt oder nicht, das entscheiden die Experten der Gesundheitsbehörde, erklärt Jochen Höfferer vom Informationszentrum der Stadt Salzburg auf Anfrage von SALZBURG24. Diese Entscheidung hängt eng mit dem Contact Tracing zusammen.

Mit dieser Methode versuchen die Behörden Infektionsketten rückzuverfolgen und somit eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Das Ziel ist, den Infizierten innerhalb von 24 Stunden zu isolieren. In den nächsten 24 Stunden sollen die Kontaktpersonen erhoben werden und nach weiteren 24 Stunden ebenfalls abgesondert sein. Innerhalb von drei Tagen sollte die Infektionskette also bekannt sein. In Salzburg beginnt das Contact Tracing schon vor dem Testergebnis, nämlich bei der Anmeldung zum Covid-19-Test über die Gesundheitsnummer 1450. "Das bedeutet sehr viel mehr Arbeit für die Gesundheitsbehörden", erklärt Franz Wieser, Pressesprecher des Landes Salzburg, im S24-Gespräch. In jeder der fünf Bezirkshauptmannschaften ist deshalb ein Kernteam von bis zu 15 Leuten täglich damit befasst. Treten mehr Fälle oder größere Cluster auf, können in einer Bezirkshauptmannschaft bis zu 50 Menschen beim Contact Tracing helfen.

 

Wenn Kontakte nicht in die Kategorien passen

Als Kontaktperson gilt man, wenn man sich 48 Stunden vor Auftreten der Symptome oder eines positiven Corona-Tests in der Nähe eines Infizierten aufgehalten hat. Diese Menschen werden dann in zwei Kategorien eingeteilt. Die kurze Definition: Wer sich in einem Abstand von weniger als zwei Metern und länger als 15 Minuten in der Nähe der positiv getesteten Person aufgehalten hat, gilt als Kontaktperson der Kategorie Eins. Dauerte der Kontakt weniger als 15 Minuten bei einem Abstand von unter zwei Metern, bedeutet das Kategorie Zwei (eine ausführliche Definition findet ihr hier: PDF: Behördliche Vorgangsweise bei SARS-CoV-2 Kontaktpersonen.pdf ). Lassen sich die Kontakte nicht klar in diese zwei Kategorien einteilen, wird eine Risikoabschätzung gemacht. Und „dann entscheiden unsere Experten immer wieder: Jetzt machen wir einen Aufruf“, schildert Höfferer.

Er betont, dass es sich dabei um eine Präventionsmaßnahme handelt. Wer zum genannten Zeitpunkt am betroffenen Ort war, soll deshalb den eigenen Gesundheitszustand beobachten. Beim Auftreten von Symptomen ist die Gesundheitshotline 1450 zu kontaktieren. Kommt es zu einem Covid-19-Test, dann startet der Prozess wieder von vorne.

Aufgerufen am 09.05.2021 um 10:53 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/bundesheer-verlaengert-corona-einsatz-in-salzburg-93077461

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