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Burgstaller: Keine Familienbeihilfe für Schulschwänzer

Beim Thema Schulschwänzen geht Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hart ins Gericht.

Salzburges Landeshauptfrau und Bildungsreferentin Gabi Burgstaller (S) laut einem Bericht von ORF Salzburg dafür, Eltern von Schulschwänzern in Härtefällen die Familienbeihilfe zu sperren. Erst wenn Eltern dafür sorgen, dass ihre Kinder in die Schule gehen, soll das Geld nachbezahlt werden. Burgstaller hält ein Einbehalten der Kinderbeihilfe für einen besseren Hebel als die von der Regierung vorgesehene Geldstrafe von 440 Euro. Die Regierung hat sich zuletzt auf eine Verdoppelung der bisherigen Höchststrafe von 220 Euro geeinigt. Diese soll dann bezahlt werden müssen, wenn durch vorangegangene Gespräche von Schüler und Eltern mit Lehrern, Sozialarbeitern etc. das Schulschwänzen nicht abgestellt werden konnte. "Meiner Meinung nach hätte man darüber nachdenken sollen, ob die Sperre der Familienbeihilfe der bessere Weg wäre", wird Burgstaller zitiert.

Kritik von Schülerverein

Indes übt der Veren „Aktion kritischer SchülerInnen“ (AKS) herbe Kritik am Burgstaller-Vorschlag:  "Es wäre ein fataler Fehler, dieser Forderung nachzukommen", so die AKS Bundesvorsitzende Tatjana Gabrielli. "Schüler und Schülerinnen, die nicht mehr in die Schule gehen bzw. schwänzen, tun dies nicht, um ihre Eltern zu ärgern. Gründe für das "unerlaubte Fernbleiben" sind oftmals der Leistungsdruck, Mobbing und Angst vorm Versagen. Diese Jugendlichen brauchen nicht noch mehr Druck. Es ist in diesem Fall unumgänglich, den Lebensraum Schule zu verbessern und Schülern und Schülerinnen das Lernen wieder reizvoller zu machen. Es braucht dringend eine Systemänderung. Eine Gesamt- und Ganztagsschule sind elementare Veränderungen, die mehr als notwendig sind", erklärt Gabrielli.

„Problem muss an Wurzel behandelt werden“

Die AKS kritisiert aufs schärfste finanzielle Strafen über Schüler oder deren Eltern zu verhängen. "Mit Geldstrafen oder in diesem Fall mit der Streichung der Familienbeihilfe zu drohen, ist Zeichen dafür, dass sich die Politik dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlt", kritisiert die Bundesvorsitzende Burgstaller und Kurz. "Derartige Maßnahmen dienen lediglich der Symptombekämpfung und helfen niemandem. Für sozial schwächere Familien würde das zudem katastrophale Auswirkungen haben", so Gabrielli. "Das Problem muss an der Wurzel behandelt werden und das sind dabei nicht die Schüler und Schülerinnen, sondern unser veraltetes Bildungssystem", so die AKS Vorsitzende abschließend. (APA)
(Quelle: S24)

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