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Christoph Ferch will bei Bürgermeisterwahl mit Unabhängigkeit punkten

Christoph Ferch startet als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in der Stadt Salzburg. Neumayr/Archivbild
Christoph Ferch startet als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in der Stadt Salzburg.

Gemeinderat Christoph Ferch von der Liste "Bürger für Salzburg" will bei der Bürgermeisterwahl in der Stadt Salzburg am 26. November als einziger parteiunabhängiger Kandidat punkten. "Ich bin für eine neue Konsenspolitik, deshalb trete ich an", betonte der 58-jährige Kulturmanager am Freitag bei der Präsentation seines Wahlprogramms im Palais Neustein.

Als Bürgermeister würde er die Rolle eines Mediators übernehmen und als objektiver Vermittler unter den Parteien lösungsorientiert handeln. "In den letzten drei Jahren im Gemeinderat konnte ich feststellen, alle Gemeinderäte, egal welcher Parteifarbe, bemühen sich. Wenn eine Partei eine gute Idee hat, sind die anderen aber reflexartig dagegen." Deshalb wäre es ein Gewinn für die Stadt, wenn ein parteiunabhängiger Bürgermeister, der wie er mit allen Parteien ein gutes Verhältnis habe, die gegenseitigen Blockaden beende. "Ein unabhängiger Bürgermeister kann mehr erreichen", lautet seine Devise.

Stadtregionalbahn als Beispiel, dass nichts weitergehe

Ein Beispiel dafür, dass nichts weitergehe, sei die Stadtregionalbahn, sagte er. Bereits Mitte der 1990er Jahre habe es vom damaligen Verkehrsminister Rudolf Streicher (SPÖ) die Zusage gegeben, 80 Prozent der Kosten, die damals bei fünf Milliarden Schilling lagen, zu übernehmen. Die Stadt und das Land Salzburg hätten sich dann nur mehr die verbliebenen 1,1 Milliarden Schilling je zur Hälfte teilen müssen. Zunächst sei Johann Padutsch von der Bürgerliste dagegen und Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) dafür gewesen, dann habe sich der Spieß umgedreht. Das Projekt sei immer noch nicht verwirklicht. Die Kosten belaufen sich derzeit auf mindestens rund eine Milliarde Euro.

Ferch setzt auf Thema Verkehr

Ferch steht dem Stadtregionalbahn-Projekt grundsätzlich positiv gegenüber, es wäre seiner Meinung nach kostengünstiger, einen Teil der Strecke durch den Berg zu führen und sowenig wie möglich unterirdisch durch den Seeton, das wäre die viel teurere Lösung. Eine "Belebung der tausenden vorhandenen Park & Ride-Plätze", ein Öffi-Jahres-Ticket um 365 Euro für das ganze Bundesland, Batterie-und Kondensator-Busse, die Förderung von E-Autos und mehr Parkplätze im Berg mit Ladestationen für E-Fahrzeuge könnten seiner Meinung nach zur Lösung des Verkehrsproblems beitragen. "Wir haben gleich zwei Stadtberge zur Verfügung. Die Fläche der Straßen reicht nicht für den Individualverkehr", deshalb befürworte er die Erweiterung der Mönchsberggarage, erklärte Ferch.

Günstiges Wohnen und "Community Policing"

Zum Thema "leistbares Wohnen" hat Ferch einen Vorschlag parat: Um günstig bauen zu können, müssten die vielen "Schnickschnack-Ö-Normen", beispielsweise für barrierefreies Bauen, weggefallen, damit der Preis für die junge Generation erschwinglich ist. Er forderte mehr "Startwohnungen ohne teure Technik und Hausmeisterservice" für unter sechs Euro pro Quadratmeter Wohnungsmiete. Wenn die Jungen in Holzbauten wie beim Flussbauhof wohnen wollen, sollte dies möglich sein. "Ich würde das nicht als Substandard bezeichnen. Günstiges Wohnen soll zugelassen werden." Was die Sicherheit betrifft, so spricht sich Ferch gegen eine private Sicherheitswache in der Stadt aus. Er setzt auf die Zusammenarbeit der Polizei mit den Bürgern, auf "Community Policing", um Probleme in den Griff zu bekommen und die Präventionsarbeit voranzutreiben.

"Bürger für Salzburg" entstand aus Protestgruppe

Die Liste "Bürger für Salzburg" hat sich aus Gegnern eines Bauprojektes am Rehrlplatz gebildet. "Als Bürgermeister Schaden die Annahme von 25.000 gesammelten Unterschriften aus Termingründen verweigerte, habe ich beschlossen, in die Politik zu gehen", erläuterte Ferch. Jetzt könne er einen großen Erfolg verbuchen. Die UNESCO habe heuer im Juli das Projekt in seiner aktuellen Form abgelehnt und eine deutliche Verkleinerung vorgegeben. "Die Stadt hat diese Entscheidung bisher nicht veröffentlicht." Was die Finanzen betrifft, so müsse das Stadtbudget reduziert werden. Wegen des Maastricht-Defizits habe er gegen das Budget 2017 und 2018 gestimmt.

Ferch will sparsamen Wahlkampf führen

Für den Wahlkampf will der "Einzelkämpfer" im Gemeinderat weniger als 30.000 Euro ausgeben. Geworben wird mit einigen Spots im Radio und in Salzburger Kinos. Nach den Vorstellungen werden einige Studenten mit umgehängten Plakaten die Werbetrommel rühren und Folder verteilen. Aktuellen Meinungsumfragen zufolge kommt Ferch auf ein bis vier Prozent der Stimmen. Auch wenn sich das bewahrheitet, er werde weiterhin in der Politik bleiben, betonte er.

(APA)

(Quelle: S24)

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