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Contact-Tracing

Salzburg rechnet mit mehr Personal für Massentests

Corona-Zahlen geben noch keinen Grund zur Entwarnung

Die Corona-Pandemie stellt die Stadt Salzburg vor großen Herausforderungen. Das Contact-Tracing-Team wurde Mitte November personell mit Unterstützung des Bundesheeres auf 127 Vollzeitkräfte aufgestockt. In der TriBühne Lehen wurden dafür eigene Räumlichkeiten mit rund 60 IT-Arbeitsplätzen bereitgestellt. Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) schloss am Dienstag bei einem Lokalaugenschein nicht aus, dass wegen der bevorstehenden Massentests noch weiteres Personal benötigt wird.

Salzburg

Der Bürgermeister lobte heute das ganze Team für die "wertvolle Arbeit", ohne der die Pandemie nicht in den Griff zu bekommen sei. Was die Massentests betrifft, so könne es sein, dass das Team im Regelbetrieb noch aufgestockt werden muss, sagte er zur APA. Der stellvertretende Militärkommandant von Salzburg, Oberst Günther Gann, schloss eine weitere personelle Verstärkung des Contact-Tracing-Teams durch das Bundesheer ebenfalls nicht aus.

Corona-Zahlen in Salzburg weiter hoch

Preuner äußerte allerdings die Hoffnung, "dass in ein, zwei Wochen das Infektionsgeschehen nach unten geht und die Kurve in den nächsten Tagen abflacht." Das würde personell auch einen Puffer für die Massentests schaffen. Die Stadt sei personell grundsätzlich gut aufgestellt.

Angesichts der aktuellen Infektionszahlen - gestern registrierte die Stadt Salzburg 1.427 aktiv Infizierte, 1.020 Personen waren als Kontaktperson der Kategorie eins abgesondert - konnte noch keine Entwarnung gegeben werden. "Wir haben den Break-Even-Point noch nicht erreicht", sagte Michael Haybäck, Leiter der städtischen Bezirksverwaltung. "Ein rasches Heruntersinken der Zahlen ist nicht zu erwarten."

Contact-Tracer im Drei-Schicht-Betrieb

Dementsprechend hoch ist auch der Arbeitsaufwand des Contact-Tracing-Teams in der Veranstaltungsstätte TriBühne Lehen, die nun die Zentrale für das Contact-Tracing der Stadt ist. Die Mitarbeiter kommen u.a. aus der Stadtverwaltung, der Tourismus Salzburg GmbH, der nationalen Anti-Doping Agentur (NADA), dem Bundesheer oder haben sich auch freiwillig gemeldet. Sie versehen im Drei-Schicht-Betrieb an sieben Tagen in der Woche ihren Dienst. Die zwei Hauptschichten dauern von 7.30 bis 21.00 Uhr. Fachlichen Rat geben Ärzte und Juristen.

Lisa Jury kommt aus der Gastronomie. Weil sie derzeit keine Arbeit hat und "nicht nur zu Hause sitzen sondern einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten will", hilft sie seit 12. November im Contact-Tracing-Team mit, wie die 31-Jährige im APA-Gespräch erzählte. Sie informiert Infizierte über das positive Testergebnis und geht mit ihnen die Checkliste durch. Die Themen betreffen die Absonderung und die Ermittlung von Kontaktpersonen. Die Arbeit macht ihr Freude, wie die gebürtige Kärntnerin betont. "Ich habe noch keine schlechte Erfahrung gemacht. Die Leute sind froh, dass wir anrufen und ihre Fragen beantworten." Viele seien allein zu Hause. "Es braucht viel Empathie, für die Leute ist das nicht so einfach."

Wöchentlicher PCR-Test für Mitarbeiter

Haybäck setzt in der Zusammenarbeit der Behörden auf Landesebene auf die Umstellung des IT-Landessystems "KRIBE", das bereits in den nächsten Tagen erfolgen soll. Dann können die Bescheide bezirksübergreifend schneller ausgestellt werden. Das gemeinsame EDV-System erleichtere die Kommunikation der Bezirkshauptmannschaften untereinander und damit auch die behördliche Abwicklung der bevorstehenden Massentests.

Zum Eigenschutz tragen die Mitarbeiter des Contact-Tracing-Teams FFP2-Masken und sind auf mehrere Räume verteilt. Im Zentralraum, dem Veranstaltungssaal der TriBühne, sitzen sie an ihren Schreibtischen weit getrennt von einander, im Nebenraum sind sie in Kabinen untergebracht. Die 25 Soldaten des Bundesheeres befinden sich in einem eigenen Raum, um einen Kontakt und damit eine potenzielle Ansteckung zwischen den Teams zu vermeiden. Als Vorsichtsmaßnahme werden die Mitarbeiter ein Mal in der Woche mittels PCR-Test getestet, wie Haybäck sagte. Dafür gebe es ein Budget von 30.000 Euro.

(Quelle: APA)

So bereitet sich Salzburg auf Massentests vor

Symb-Massentest APA/DPA/PETER KNEFFEL
(SYMBOLBILD)

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hat nach der Bund-Länder-Videokonferenz zu den geplanten Massentests am Dienstag eine klare Projektstruktur als entscheidend für den Erfolg der Maßnahme bezeichnet. Es gelte nun zu klären, wer die Gesamtkoordination innehabe und welche Player mitwirken. In Salzburg gibt es dazu am späten Vormittag eine Koordinationssitzung mit einer Reihe möglicher Akteure.

Neben Mitgliedern der Landesregierung, dem Rotem Kreuz und dem Bundesheer sollen unter anderem der medizinische Covid-19-Krisenstab des Landes, die Ärzte- und die Apothekerkammer und Vertreter der Feuerwehr teilnehmen. Bei allen logistischen und rechtlichen Herausforderungen bereitet Haslauer derzeit vor allem Sorge, genügend medizinisch geschultes Personal für die Testabstriche aufzustellen. "Hier soll auch Gesundheitspersonal wie Pflegeassistenten, Ärzte und Apotheker zum Einsatz kommen."

Massentests "ein effektives Mittel"

Der Landeshauptmann verteidigte auch das Ende für das verpflichtende Contact Tracing von Kontaktpersonen Infizierter - bis jetzt immer das Credo bei der Bekämpfung der Pandemie. Gehe man davon aus, dass sich 60 Prozent der Bevölkerung freiwillig testen lassen, würde das rund 300.000 Personen in Salzburg betreffen. Bei geschätzten 1,5 Prozent positiven Tests wären das 3.500 bis 4.000 Infizierte im Bundesland. "Ein vollumfängliches Contact Tracing ist bei dieser Menge nicht mehr möglich." Dennoch seien die Massentests ein effektives Mittel, weil mit einem Schlag sehr viele Infizierte aus der Bevölkerung herausgefiltert werden.

Bescheide sollen rasch ausgestellt werden

"Gleichzeitig sorgen wir vor, dass die zu erwartenden zusätzlichen Absonderungsbescheide rasch ausgestellt werden können." Salzburg habe hier etwa den Vorteil, seit Kurzem auch rund 400 Gemeindemitarbeiter für das Contact Tracing im Einsatz zu haben. So konnten zuletzt bereits an die 560 positive Fälle und über 1.500 Personen der Kontaktkategorie 1 an die Kommunen delegiert werden. "Die Gemeindebediensteten können die Absonderungsbescheide bereits mündlich aussprechen und die Daten gleich an die Bezirkshauptmannschaften überspielen."

Vorbereitungen für Massentests angelaufen

Die Vorbereitungen für die Massentests von Lehrern und Polizisten seien bereits angelaufen. "Es soll hier in jeder Bezirkshauptstadt im Land eine eigene Teststraße eingerichtet werden, um die bestehenden sechs Teststraßen nicht zu belasten." Für diesen ersten Schritt dürften in Salzburg rund 18.000 Personen infrage kommen. "Davon werden sich die meisten testen lassen", zeigte sich Haslauer überzeugt. Die viel größere Herausforderung werden aber die Massentests am Wochenende vor Weihnachten für die breite Bevölkerung sein. "Die Zeit ist knapp, aber Südtirol und die Slowakei haben aufgezeigt, dass es gehen kann.

Nach den Corona-Massentests soll nur ein fallweises Contact Tracing stattfinden. Das sagte auch der Salzburgs Landeshauptmannstellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) im Ö1-"Morgenjournal" heute nach dem Gespräch der Regierung mit den Landeshauptleuten am Montag. Was die Freiwilligkeit betrifft, so würden gewisse Berufsgruppen wie Lehrer oder Gesundheitspersonal eine "gewisse gezwungene Freiwilligkeit spüren".

Klar scheint laut dem Salzburger Landeshauptmannstellvertreter, derzeit Vorsitzender der Gesundheitsreferenten, schon jetzt, dass ein verpflichtendes Contact Tracing nach den zwei vorgesehen Durchläufen mit Anti-Gen-Schnelltests, nicht verpflichtend sei - positive Fälle kämen in Quarantäne. Nach der Online-Konferenz der Landesgesundheitsreferenten am Freitag hieß es zu den Massentests noch, dass die Logistik bis hin zum Contact Tracing ausgebaut werden müsse.

"Gewisse gezwungene Freiwilligkeit für bestimmte Berufsgruppen"

Zur Freiwilligkeit der Massentests sagte Stöckl "im Grunde genommen ist es freiwillig". Jedoch würden "gewisse Personengruppen, gewisse Berufsgruppen, eine 'gewisse gezwungene Freiwilligkeit spüren'", so der Salzburger Landeshauptmannstellvertreter in Hinblick auf Berufe im Gesundheits- und Bildungsbereich oder im Kindergarten. Hier solle eine Verpflichtung da sein, zumindest jene, die man sich selber auflegt. Den Auftakt bei den Testungen machen jedenfalls Lehrer am ersten Dezemberwochenende, dann soll die Exekutive folgen.

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