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Das ist bei Schimmelbefall in der Wohnung zu tun

Schimmel sieht nicht nur unappetitlich aus, sondern ist vor allem gesundheitsgefährdend. APA/AFP PHOTO/Robyn BECK
Schimmel sieht nicht nur unappetitlich aus, sondern ist vor allem gesundheitsgefährdend.

Schimmel in der Wohnung – ein Alptraum, der für die Salzburgerin Irina S. (Name geändert) Wirklichkeit geworden ist. Umgehend wandte sie sich an den Vermieter. Doch dieser fühlte sich für das Problem nicht zuständig. Die Salzburgerin ging schließlich an die Arbeiterkammer Salzburg (AK). Konsumentenschützerin Claudia Kleißl intervenierte mit Erfolg und gibt Tipps, was bei Schimmelbefall in der Wohnung zu tun ist.

In der Zeit von Herbst auf Winter beginnt das feuchte Wetter, viele Salzburger drehen wieder ihre Heizungen auf. Um diese Jahreszeit steigen bei der AK auch die Anfragen zum Thema "Schimmel in der Wohnung". In Österreich findet sich in jedem fünftem Haushalt Schimmel. Besonders betroffen ist das Badezimmer, gefolgt vom Schlafzimmer. Auch in jedem neunten Kinderzimmer finden sich Schimmelsporen. So auch bei der Salzburgerin Irina S.: Sie bemerkte Schimmelstellen im Schlafzimmer und im Abstellraum. Ihr Vermieter fühlte sich nicht zuständig, für die Beseitigung des Schimmels müsse sie schon selbst sorgen.

Mangelhafte Dämmung Schuld am Schimmel

In diesem Fall war jedoch die mangelhafte Bauweise des Hauses Schuld am Schimmelbefall. "Eine Fachfirma stellte fest, dass die Dämmung des Hauses mangelhaft ist. Deshalb wurden die Wände feucht und schimmelten", sagt Claudia Kleißl. Die Intervention der AK zeigte Wirkung: Der Vermieter ließ den Schimmel professionell entfernen. Und: Irina. S. erhielt eine Mietzinsminderung in der Höhe von 1.200 Euro.

Das ist bei Schimmelbefall zu tun

"Der Mieter muss den Schimmel unverzüglich melden. Es wird empfohlen, dies schriftlich zu machen", erklärt Kleißl. "Dieses Schreiben soll unbedingt beinhalten, wo und wann der Schimmel erstmals aufgetreten ist." Der Vermieter ist dazu verpflichtet, die Sanierung zu bezahlen, wenn der Schimmel durch einen Mangel an der Bausubstanz verursacht wurde. "In einem solchen Fall kann dem Mieter eine Mietzinsminderung zustehen", informiert Kleißl.

Wichtig ist dabei, dass die Miete trotzdem weiterhin überwiesen werden soll. Als Mieter soll man den Vermieter auf das Recht auf Mietzinzsminderung hinweisen. Darin sollten Mieter auch festhalten, dass sämlichte Zahlungen unter Vorbehalt geleistet werden. Nur so kann eine Mietzinsminderung auch rückwirkend eingefordert werden.

In rund jedem fünften Haushalt in Österreich lässt sich Schimmel finden, das ergab eine Umfrage für immowelt.at im Jahr 2016. Demnach lauert der Pilz in jedem dritten Haushalt mit Kindern.

71 Prozent entfernen Schimmel selbst

71 Prozent der 500 online befragten Personen gaben an, den Schimmel selber zu beseitigen. 59 Prozent wollen außerdem sorgsamer lüften und heizen. Jeder fünfte beauftragt einen Profi mit der Beseitigung. Jeder Sechste gab an, dass er möglichst bald ausziehen möchte, weil sich die Pilze in seiner Wohnung ausgebreitet haben. Ein Prozent tut nichts gegen Schimmelbefall.

Schimmel gefährdet Gesundheit

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben Menschen, die in feuchten, verschimmelten Haushalten leben, ein erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektionen und Asthma. 16 Prozent der Befragten, die in einer Schimmelwohnung leben, wissen jedoch nichts über die Gefahren oder glauben sogar, dass der Schimmel keinen Einfluss auf ihre Gesundheit hat.

(APA/SALZBURG24)

(Quelle: S24)

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