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"Die beste aller Welten": Die Geschichte über die Liebe einer Mutter

Ein Film über einen siebenjährigen Jungen, der in der Salzburger Drogenszene aufgewachsen ist, bewog im Februar die Jury bei der Berlinale. Die Geschichte stammt aus der Feder des jungen Salzburger Filmstudenten Adrian Goiginger und erzählt seine eigene Kindheit. Was ihn dazu brachte, den Film zu drehen, erzählte er im Gespräch mit SALZBURG24.

Eine extreme Kindheit erlebte Goiginger in Salzburg - seine Mutter und ihr Lebensgefährte waren heroinabhängig, wie er erzählte. In seinem Film „Die beste aller Welten“ schildert der 26-Jährige die besondere Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter, die auch die schlimmsten Situationen überstand. Der Film über die Salzburger Drogen-Szene wurde bei der Berlinale, wo auch die Weltpremiere stattfand, mit dem Kompass-Perspektive-Preis ausgezeichnet, eine dreiköpfige Jury vergibt den Kompass-Perspektive-Preis an den besten Film aus dem aktuellen Programm der Perspektive Deutsches Kino. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Familie schafft es aus dem Drogensumpf

Der Startschuss für die Vorbereitungen zu dem Film folgte 2012, erzählt Goiginger im Gespräch mit SALZBURG24. Seine Mutter starb in diesem Jahr an Krebs. „Es war eine Heldenaufgabe, dass sie mir trotz ihrer Drogensucht eine schöne Kindheit ermöglicht hat“, so Goiginger. Die Familie schaffte es aus der Situation heraus. „Ich musste meine Kindheit nicht aufarbeiten, weil wir aus dem Drogensumpf herausgekommen sind", erzählt Goiginger.

Nach dem Tod seiner Mutter habe er sich Gedanken über sein Leben gemacht. Schon in seiner Kindheit suchte er Zuflucht in der Phantasiewelt, was ihm bei der Umsetzung seines Films zu Gute kam. „Ich hatte großes Glück. Sehr wenige, die so eine Kindheit hatten, bekommen eine solche Chance. Ich habe das von Innen erlebt und kann jetzt von außen darüber berichten.“

Autobiographischer Film über Salzburger Drogenszene

"Die beste aller Welten" erzählt über Goigingers Kindheit. Seine Mutter Helga und ihre Freunde sind heroinabhängig, sein leiblicher Vater ist bereits vor seiner Geburt gestorben. Immer wieder versucht Helga von ihrer Sucht weg zu kommen und sie vor ihrem Sohn Adrian zu verbergen. Der Junge findet sich soweit mit der Situation zu Recht, flüchtet sich in seine Phantasien, während seine Mutter zwischen der Liebe zu ihrem Sohn und der Drogensucht hin- und hergerissen wird. Als das Jugendamt damit droht, Adrian von seiner Mutter zu trennen, schafft sie den Schritt weg von den Drogen.

"Die beste aller Welten" bei Berlinale ausgezeichnet

Der Film berühre “mit seinem sensibel inszenierten, herausragenden Ensemble, ohne kitschig zu werden und geht mit seiner unprätentiösen Bildgestaltung unter die Haut, ohne voyeuristisch zu sein”, begründete die Jury ihre Wahl.

Filmemacher seit Jugendtagen

Bereits in seiner Jugend beschäftigte sich Goiginger  mit Filmen und maturierte an der Handelsakademie in Salzburg mit dem Schwerpunkt Informationstechnologie und Multimediadesign. Mit "Unforgettable", den er im Rahmen eines Maturaprojektes gedreht hatte, stieg er in die Kurzfilm-Szene ein. Mit "Klang der Stille" und "Milliardenmarsch" wurde er auf zahlreiche Filmfestivals eingeladen. „Die beste aller Welten“ kommt voraussichtlich im kommenden Herbst in die heimischen Kinos.

 

(Quelle: S24)

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