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Aus dem Jahr 1780

Alte Turmuhr 1780 der Stiftskirche St. Peter restauriert

Turmuhrmacher Michael Neureiter präsentiert neuestes Werk

In der Uhrstube der Stiftskirche St. Peter konnte Turmuhrmacher Michael Neureiter am Mittwoch das restaurierte Turmuhrwerk seinem Auftraggeber Erzabt Korbinian Birnbacher präsentieren. Dieser zeigte sich beeindruckt von der im Turm verborgenen Kostbarkeit.

Das Werk wurde 1780 vom Salzburger „Hof- und bürgerlichen Uhrmacher Johann Bentele“ sen. in seiner Werkstatt (heute Kaigasse 3) gebaut. Es ersetzte ein altes Werk, das der Auftraggeber Abt Beda Seeauer in die zum Stift gehörige Pfarre Abtenau schenkte. Bentele renovierte das Werk und lieferte 1779 eine neue Turmuhr nach Annaberg, auch eine Pfarre des Stifts.

Johann Bentele sen., sein Onkel Jacob und sein Sohn Johann Bentele jun. prägten die Salzburger Uhrenlandschaft von 1736 bis 1824 nachhaltig. Es sind zahlreiche Uhren aus ihrer Werkstatt erhalten, darunter die Domuhr 1782 von Johann sen. und die Rathausuhr 1802 von Johann jun.. Mehr zu den Benteles auf www.horologium.at.

Gewichte täglich aufgezogen

Das Werk der Stiftskirche ist 133 cm breit und besteht wie das Vorgängerwerk aus Gehwerk (Mitte), Viertel- (links) und Stundenschlagwerk (rechts). Die Hemmung mit Hakenrad, Anker und 6 m langem Pendel (mit 34.560 Halbschwingungen pro Tag) trieb die vier Zifferblätter am Turm und das Orgelzifferblatt an, alle weisen auch heute die „alte Zeigerstellung“ mit langem Stunden- und kurzem Minutenzeiger auf. Die Schlossscheiben-Schlagwerke schlugen die vier Viertel auf eine kleinere und die Stunden (nach dem 4/4-Schlag) auf eine größere Glocke im Geläute. Die drei gut 70 kg schweren Gewichte mussten täglich mit 312 Kurbelumdrehungen aufgezogen werden.

Ein ganz besonderes Turmuhrwerk

„Das Turmuhrwerk von St. Peter ist besonders groß und sehr aufwändig gestaltet, es kostete 700 Gulden (zum Vergleich: Das Turmuhrwerk für Golling machte 1764 200 Gulden aus.). Die Besonderheiten: Das Gestell ist sehr groß, die drei Teilwerke durchwegs feuerverzinnt, das gibt einen Kontrast zwischen silbern und schmiedeeisern. Die beiden Windflügel wurden mit Ornamenten bemalt. Zwei der vier Holzvasen als Gestellbekrönungen haben wir ergänzt. Und noch eine Seltenheit: Die elf Lagerstützräder bestehen aus Messing und haben einen Bronzereif gegen die Abnützung.“ berichtete Michael Neureiter.

Die Restaurierung und Revitalisierung des Werks, das seit Jahrzehnten nicht mehr in Dauerbetrieb ist, erfolgte im Jahr 2021 im Auftrag von Erzabt Korbinian Birnbacher durch Michael Neureiter, Bad Vigaun, unter Beiziehung von Metallrestaurator Georg Riemer, Wien. Das Projekt wurde durch das Bundesdenkmalamt gefördert. Der Erzabt möchte das prächtige Werk gelegentlich auch Interessierten zugänglich machen.

(Quelle: SALZBURG24)

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