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E-Zigarette statt Rauchen: Dampfen wird zum Lifestyle

Dampfen boomt. Immer mehr Raucher steigen auf die E-Zigarette um – auch in Österreich. Fachhändler gibt es nur wenige, obwohl der Markt in den letzten Jahren rasant gewachsen ist. In der „Dampferalm“ in Aigen können sich Raucher über die E-Zigarette informieren und die dampfende Alternative zur Tschick testen. Wer aber glaubt, dass die „echte“ E-Zigarette etwas mit den Produkten aus der Trafik und Apotheke zu tun hat, der täuscht sich.

Die E-Zigarette entwickelt sich immer mehr zum Lifestyle. Raucher sind out. Dampfer sind in. Das machen auch die aktuellsten Zahlen deutlich. Weltweit ist der Markt für E-Zigaretten laut Euromonitor rund 4,4 Mrd. Euro schwer, bis 2030 könnte er auf 45 Mrd. Euro anwachsen. Laut einer Harvard-Studie haben bereits 30 Millionen Europäer zu einer E-Zigarette gegriffen, heißt es.

Populär ist die Glimmstängel-Alternative vor allem in Großbritannien, wo sich ihr Konsum seit 2012 verdreifacht hat. Das hat sich übrigens auch schon in der englischen Sprache niedergeschlagen: Denn das neue Wort "vape" (von vapour - zu deutsch: Dampf), welches das Rauchen von E-Zigaretten beschreibt, ist vor zwei Monaten von den renommierten Oxford Dictionairies zum "Wort des Jahres" gekürt worden.

Die "Dampferalm" in Aigen

Die Dampfer Frank Mayer und Tobias Miesl sind auf den Trend aufgesprungen und haben in Aigen ein Fachgeschäft für hochwertige elektronische Zigaretten eröffnet. Die „Dampferalm“ ist österreichweit eines von insgesamt 75 Fachgeschäften für E-Zigaretten. Seit September 2014 werden dort Ex-Raucher oder solche, die es werden möchten, professionell beraten und aufgeklärt. Die Vorteile einer E-Zigarette gegenüber dem gewohnten Glimmstängel liegen klar auf der Hand: „Man stinkt nicht mehr, der Rauch verfliegt sofort, man hat keine krebserregenden Stoffe, keinen Teer und es schont den Geldbeutel“, listet Frank Mayer (34) im Interview mit SALZBURG24 auf.

Frank Mayer im Gespräch mit Nicole Schuchter./FMT-Pictures/MW Salzburg24
Frank Mayer im Gespräch mit Nicole Schuchter./FMT-Pictures/MW

E-Zigarette ist nicht gleich E-Zigarette

Die E-Zigarette ist im Grunde eine Mini-Nebelmaschine. In einem kleinen Zylinder wird eine Flüssigkeit –  ein sogenanntes Liquid – verdampft. Der so erzeugte Dampf wird dann vom Raucher wie gewohnt inhaliert. Das Rauch-Erlebnis erinnert dabei ein wenig an eine Wasserpfeife.

Noch würden die schlechten Modelle, die man in der Apotheke oder in der Trafik bekommt am Markt überwiegen, so Mayer. Die „echte“ E-Zigarette hat nämlich weder optisch noch von der Gebrauchsart her, etwas mit der Zigarette zu tun. Die einzige Gemeinsamkeit, ist der Inhaltsstoff Nikotin. „Seit gut vier Jahren funktionieren die Geräte jetzt so gut, dass es auch wirklich möglich ist, von der Zigarette wegzukommen“, so Mayer. Die Geräte, die man in der „Dampferalm“ bekommt, haben einen großen Akku, bringen dementsprechend mehr Leistung und sind natürlich schwerer und größer, als eine Zigarette. „Die größte Umstellung vom Rauchen aufs Dampfen ist sicherlich die Zugtechnik“, beschreibt Mayer, der auch selbst mit dem Rauchen aufgehört hat. „Bei der E-Zigarette kommt der Dampf schon fast von selber“. Einwegsachen werden im Shop nicht vertrieben, alles gibt’s zum Nachfüllen – „ein Qualitätsmerkmal, auf das wir großen Wert legen“.

Einstiegsmodelle ab 45 Euro

Das Einstiegsmodell mit Zubehör gibt es bereits um 45 Euro. „Da kommt man bis zu drei Monaten aus“, so Mayer. Das Liquid dazu gibt es in den verschiedensten Geschmacksrichtungen und kann vor Ort getestet werden. „Ein durchschnittlicher Raucher, der etwa ein Packerl am Tag verraucht, benötigt pro Monat etwa acht bis zehn Fläschchen von dem Liquid. Das kostet ihn zwischen 60 und 80 Euro“, rechnet Mayer vor.

Gedampft werden darf überall

Da bei der E-Zigarette keine Verbrennung stattfindet, kann im Prinzip auch überall gedampft werden. Eine rechtliche Regelung für das Rauchen von E-Zigaretten außerhalb der vier Wände gibt es in Österreich (noch) nicht, wird aber beraten. Derweil gilt das sogenannte Hausrecht: Jeder Wirt, jede Airline, etc. darf entscheiden, ob es erlaubt ist, oder nicht.

Gefährliche Stoffe in der E-Zigarette?

Die E-Zigarette ist jedoch nicht frei von Kritik, immer wieder werden Studien veröffentlicht, in denen schädliche Stoffe im Dampf oder den Liquids nachgewiesen worden sind. Meldungen, wonach in E-Zigaretten krebserregende Stoffe nachgewiesen worden sein sollen, weisen die „Dampferalm“-Betreiber klar zurück. „Das ist Panikmache“, so Tobias Miesl (der zweite Dampfer im Bunde) im Interview mit SALZBURG24. „Man kennt die Inhaltsstoffe in den Liquids ganz genau, die sind auch auf jeder Flasche angeführt und der Dampf, den man ausatmet, ist weniger belastet, als die Luft an der Straße“, erklärt der 42-Jährige. Die Dampfer kritisieren die Fehlinformationen über E-Zigaretten, die immer wieder verbreitet werden und verweisen auf die Untersuchungen des Toxikologen Dr. Bernd Mayer von der Universität Graz. „Der hat das alles eindeutig widerlegt.“ (HIER gibt's die PDF zum Download). Die E-Zigarette beinhaltet ein Vielfaches weniger an Schadstoffen als der Rauch einer Tabakzigarette.

Ein Detail am Rande: Ab 1. Oktober dürfen die Flüssigkeiten für E-Zigaretten nur mehr in Trafiken verkauft werden. Den E-Zigarettenhändlern bricht so der Hauptgewinnbringer weg, der drei Viertel des Geschäfts ausmacht. Sie sehen sich durch die Novelle zum Tabakmonopolgesetz de facto enteignet und wollen sich dagegen wehren. Ein Ergebnis gibt es bis dato noch nicht.

Fakt ist, die E-Zigarette ist ein Genussmittel und enthält Nikotin. „Nicht zu rauchen und nicht zu dampfen ist für die Gesundheit mit Sicherheit die allerbeste Alternative“, sind sich die beiden einig.

 

(Quelle: S24)

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