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Mit Küchenmesser erstochen

Ehefrau getötet: U-Haft über 26-Jährigen verhängt

Grausige Bluttat in Salzburg-Schallmoos

Über jenen 26-jährigen Serben, der in der Nacht auf Montag in der Stadt Salzburg seine 22-jährige Ehefrau mit mehreren Messerstichen getötet haben soll, ist am Mittwochnachmittag die Untersuchungshaft wegen dringenden Mordverdachtes verhängt worden.

Der Beschuldigte hatte sich nach der Tat freiwillig gestellt und zeigte sich wie schon vor der Polizei heute auch vor dem Haftrichter geständig. Auslöser war offenbar ein Streit mit der Rumänin wegen der bevorstehenden Scheidung.

"Dringender Tatverdacht"

"Liegt ein dringender Tatverdacht in Richtung des Verbrechens des Mordes vor, so hat das Gericht zwingend die Untersuchungshaft zu verhängen. Man spricht hier vom sogenannten 'bedingt-obligatorischen Haftgrund'", erklärte Gerichtssprecher Peter Egger gegenüber der APA. Bei Paragraf 75 StGB bestehe eine Strafdrohung von zehn bis 20 Jahren oder lebenslänglicher Freiheitsstrafe. Daher komme der bedingt-obligatorische Haftgrund in diesen Fällen zur Anwendung. Der Beschuldigte habe auf Rechtsmittel gegen die Verhängung der Untersuchungshaft verzichtet. In längstens 14 Tagen findet nach der Strafprozessordnung erneut eine gerichtliche Haftprüfung statt.

Ehepaar lebte bereits getrennt

Das Paar, das zwei gemeinsame Kinder im Alter von drei Jahren bzw. sieben Monaten hat, lebte bereits getrennt. Die Frau forderte die Scheidung. Schon in der Vergangenheit war es wiederholt zu Auseinandersetzungen gekommen. Im vergangenen Dezember wurde der Serbe wegen fortgesetzter Gewaltausübung angezeigt. Die Polizei sprach damals ein Betretungs- und ein Annäherungsverbot gegen den Mann aus. Seither wohnte die Noch-Ehefrau mit ihren Kindern alleine in der Wohnung im Salzburger Stadtteil Schallmoos.

26-Jähriger schlägt seine Frau

Am 24. Februar 2021 wurde der strafrechtlich bisher unbescholtene Ehemann am Landesgericht Salzburg wegen fortgesetzter Gewaltausübung gegen seine Frau sowie wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung gegenüber anderen Verwandten rechtskräftig verurteilt. Er soll die Rumänin von April 2018 bis Dezember 2020 regelmäßig mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, sie am Körper gestoßen und gewürgt und ihr auch wiederholt angedroht haben, er werde sie umbringen.

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Der damals teilweise geständige Serbe erhielt eine teilbedingte Haftstrafe von zwölf Monaten, davon zwei Monate unbedingt. Der Strafrahmen reichte bis zu drei Jahren Haft. "Für den bedingten Strafteil von zehn Monaten wurde eine Probezeit von drei Jahren festgelegt", erklärte Gerichtssprecher Egger im APA-Gespräch. Gleichzeitig habe die vorsitzende Richterin dem Verurteilten die gerichtliche Weisung erteilt, jegliche Kontaktaufnahme mit seiner Ehefrau zu unterlassen. "Rechtlich ist zur Weisung auszuführen, dass bei einem Verstoß gegen gerichtliche Weisungen während der Bewährungszeit der Widerruf der bedingten Strafnachsicht vorgesehen ist", sagte Egger.

Bluttat in Salzburg-Schallmoos

Weil der Serbe den unbedingten Haftanteil von zwei Monaten bereits in der Untersuchungshaft verbüßt hatte, wurde er wenige Stunden nach der Urteilsverkündung enthaftet. Am Sonntagabend suchte er dann die Rumänin in ihrer Wohnung auf. "Sie hat ihm die Tür geöffnet. Die Absicht, die Frau zu töten, hatte er dabei laut eigener Aussage noch nicht", hatte am Montag eine Polizei-Sprecherin gegenüber der APA erklärt.

Tote Frau in Bettlade versteckt

Der 26-Jährige wollte seine Frau wegen der bevorstehenden Scheidung sprechen. Die Kinder schliefen in einem Nebenraum. Die Auseinandersetzung eskalierte allerdings, und im Streit stach der Serbe eigenen Angaben zufolge mehrmals mit einem Küchenmesser auf die 22-Jährige ein. Die Frau wies mehrere Stiche im Bereich des Oberkörpers und des Halses auf. Sie ist an diesen schweren Verletzungen gestorben.

Mann versteckte Leiche in Bettlade

Nach der Tat rief der Ehemann die Babysitterin an und ersuchte sie zu kommen, um auf die Kinder aufzupassen. Danach verstaute er die Tote noch in der Bettlade der Couch, sodass das Kindermädchen von der Bluttat gar nichts mitbekam, als es in der Wohnung eintraf. Der Serbe verließ danach die Wohnung und fuhr zur Polizeiinspektion Hauptbahnhof, wo er aussagte, dass er seine Frau getötet habe.

In der Wohnung fanden Beamte dann die Leiche der Rumänin. Die beiden Kinder dürften während des Streits geschlafen und von der Tat nichts mitbekommen haben. Sie wurden den Großeltern zur vorläufigen Betreuung übergeben. Der Tatverdächtige wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Salzburg in die Justizanstalt Salzburg eingeliefert.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 24.09.2021 um 09:18 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/ehefrau-in-salzburg-schallmoos-getoetet-u-haft-ueber-26-jaehrigen-verhaengt-101518831

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