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Ein Festmahl für Menschen, die nicht auf Rosen gebettet sind

Die Küchenmeister Josef Gradl, Alois Gassereine unf Erwin Hofbauer mit Stammgast Helene aus St. Johann im Pongau. FMT-Pictures M.W.
Die Küchenmeister Josef Gradl, Alois Gassereine unf Erwin Hofbauer mit Stammgast Helene aus St. Johann im Pongau.

Menschen ohne Arbeit, in finanzieller Notlage, oft ohne Dach über dem Kopf – sie sind es, die beim Festmahl im Salzburger Adventhaus im Mittelpunkt stehen. Einmal im Monat bekommen sie ein von Profiköchen zubereitetes Fünf-Gänge-Menü serviert. Am Dienstag fand das Festmahl zum 50. Mal statt und der Andrang war, wie immer, enorm.

53 Gäste kamen Dienstagabend zum 50. Festmahl ins Adventhaus in der Franz-Josef-Straße 17 in der Stadt Salzburg. Wie immer war den Andrang enorm – zumal der Speisesaal eigentlich nur Platz für 36 Leute bietet. „Im Durchschnitt kommen rund 50 Leute jeden Monat zum Festmahl. Wir haben viele Stammgäste aber auch immer wieder neue Menschen mit dabei. Wir geben unser Bestes, sie alle unterzubekommen, aber mehr Platz ist einfach nicht“, so Festmahl-Initiator Christian Rauch im Gespräch mit SALZBURG24.

Festmahl: Ein Menü der Extraklasse

Serviert wurde am Dienstag ein Menü, das auch für noble Festspiel-Gäste kreiert werden hätte können: Feine Fischsulze, Miraculix-Suppe mit Kokosmilchschaum, appetitanregender Fruchtsalat, saftiger Gemüsekuchen mit Kräuterdip und Apfel-Kürbischutney, Himbeermouse-Törtchen auf Nougat-Schokoladensauce. Zubereitet wurden die Speisen von den Küchenmeistern Alois Grasser, Josef Gradl und Erwin Hofbauer und Konditormeister Josef Fingerlos. Neben den Köchen, die am Dienstag extra zum Jubiläums-Festmahl ihre Kreationen auf die Teller zauberten, kümmern sich regelmäßig 16 ehrenamtliche Helfer um das Wohl der Festmahl-Gäste. Eine davon ist Inge Waltl, Buchautorin und Köchin im M32. Waltl ist seit dem 1. Festmahl vor rund vier Jahren dabei und für die Küche verantwortlich. „Mir ist besonders wichtig, dass das Essen gesund ist und auch schön am Teller angerichtet ist, so die Köchin. „Die Leute sollen das Gefühl haben, es ist was Besonderes.“

 "Wollen Menschen ihre Würde zurückgeben"

„Menschen in Armut verlieren die Würde. Mit dem Festmahl wollen wir den Menschen ihre Würde zurückgeben, sie aufbauen und ihnen zeigen, dass sie nicht Menschen zweiter oder dritter Klasse sind“, erklärte Rauch. Und das scheint auch zu gelingen: Ein Gast, der anonym bleiben möchte, meinte im Gespräch mit SALZBURG24, dass er es kaum erwarten könne, bis das nächste Festmahl ansteht. Für das 50. Festmahl zog sich der 56-Jährige, der seit Jahresbeginn, bedingt durch einen schweren Autounfall, keine Arbeit und kein Einkommen mehr hat, extra ein weißes Hemd und eine Stoffhose an.

Das Festmahl wird ausschließlich mittels privaten Spenden finanziert. Wer das Sozialprojekt in irgendeiner Form, ob Spenden oder ehrenamtlicher Mitarbeit unterstützen möchte, kann sich unter www.das-festmahl.at informieren.

(Quelle: S24)

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