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Eine Wetter-App für den harten Feuerwehreinsatz

Eine Entwicklung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit der niederösterreichischen Feuerwehr soll den Florianijüngern in Zukunft das Leben leichter machen. Hier lest ihr, was die neue App kann und wie es in Salzburg damit aussieht.

Extremes Wetter verursacht jedes Jahr zahlreiche Feuerwehreinsätze, zum Beispiel wenn starker Regen Keller und Unterführungen überflutet, bei Sturm Bäume umstürzen oder wenn bei großer Trockenheit Wald- oder Wiesenbrände ausbrechen.Um die Bereitschaften der Feuerwehr optimal zu planen, besteht seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren, Landeswarnzentralen und Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Daraus entstand die App Wetterretter, die gemeinsam mit dem niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband entwickelt und am Donnerstag – dem Welttag der Meteorologie – vorgestellt wurde.

"Retter Wetter" auch für Salzburg in Aussicht

Die App ist nur für registrierte Feuerwehrmitglieder zugänglich – und vorerst nur in Niederösterreich. Interesse hätten alle Feuerwehren in Österreich daran, auch jene in Salzburg, wie ZAMG-Sprecher Thomas Wostal gegenüber SALZBURG24 erklärt. Die Grundidee sei auch, das System weiter auszubauen. Allerdings müsse erst getestet werden, wie etwa die Daten verarbeitet werden, die Feuerwehrleute hochladen können. Mittel- oder langfristig soll es den Retter Wetter aber auch in Salzburg geben.

Die App liefert detaillierte Daten./Google Play/Screenshot

Wetter-App liefert regionale Daten

Diese Kooperation wurde jetzt durch ein gemeinsames Projekt ausgebaut: Zum „Welttag der Meteorologie", am 23. März 2017, präsentierten der NÖ Landesfeuerwehrverband und die ZAMG eine spezielle Wetter-App. Damit erhalten Mitglieder der Feuerwehr – auch jene in Salzburg – für jeden beliebigen Standort Wetterdaten in extrem hoher räumlicher Auflösung (100 Meter). „Ein gutes Beispiel für den Nutzen der neuen Wetter-App im Einsatz sind die Wald- und Wiesenbrände im Sommer", so Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner in einer Aussendung. „Da sind kurzfristige, sehr genaue Vorhersagen von Wind und Regen für unsere Leute im Einsatz extrem wichtig."

Wetterdaten von der Schneefallgrenze bis zur Niederschlagskarte

Die Analysen, Vorhersagen und Warnungen basieren auf Computermodellen, welche die ZAMG speziell für die Anforderungen in der komplexen Geographie Österreichs entwickelt hat. Je nach Vorhersagezeitraum und Parameter werden die Daten in den kürzest möglichen Intervallen berechnet. Zum Beispiel werden Kurzfristvorhersagen alle 15 Minuten aktualisiert. In der neuen Wetter-App stehen den Mitgliedern der Feuerwehr neben den klassischen Wetterinformationen auch Daten zur Schneefallgrenze und Schneehöhe sowie die aktuellen Niederschlagskarten zur Verfügung.

Fotos liefern Infos über Extremwetter

Die neue Wetter-App liefert aber auch wichtige Rückmeldungen. Die Mitglieder der Feuerwehr können Fotos vom Einsatz direkt an die Wettervorhersagezentrale der ZAMG senden. „Das bringt uns einen großen Nutzen", sagt ZAMG-Direktor Michael Staudinger, „denn die Auswirkungen von Extremwetter lassen sich kaum messen, zum Beispiel überflutete Unterführungen, im Schnee stecken gebliebene Fahrzeuge und durch Hagel zerstörte Pflanzen. Hier helfen aktuelle Fotos schnell zu erkennen, wie sich das Wetter in einzelnen Regionen auswirkt und dieses Wissen fließt dann unmittelbar wieder in die Vorhersagen und Warnungen unserer Meteorologinnen und Meteorologen ein."

Vizekanzler begeistert von App

Für Reinhold Mitterlehner, Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, ist die neue Feuerwehr-Wetter-App ein ideales Modell für das innovative Herangehen an die Herausforderungen des Klimawandels: „Innovationen sind von entscheidender Bedeutung, um die Auswirkungen von extremen Wetterereignissen zu mildern. Die Feuerwehr-Wetter-App ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Damit werden Menschenleben geschützt und Sachschäden reduziert", sagt Mitterlehner. „Abseits aller Herausforderungen ist der Klimaschutz auch eine Chance für Österreich, sich mit neuen, innovativen Maßnahmen und Produkten national und international zu positionieren. Besonders im staatlichen Krisen- und Katastrophenschutz oder im Bereich der erneuerbaren Energie ist unser Land ein Vorreiter", betont Mitterlehner.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 15.05.2021 um 08:45 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/eine-wetter-app-fuer-den-harten-feuerwehreinsatz-55455418

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