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"Erik & Erika": Bilgeri-Film zeigt Leben und Leiden einer Weltmeisterin, die ein Mann ist

„Erik & Erika“ - der Film über das Schicksal von Abfahrts-Weltmeisterin Erika Schinegger aus Kärnten, die eigentlich ein Mann ist, feierte Mittwochabend im Mozartkino Salzburg-Premiere. Regisseur Reinhold Bilgeri thematisiert darin die großen Tabus der damaligen Zeit und setzt das Schweigen darüber gekonnt ins Szene.

„Es ist so gut wie alles Tatsache, was wir in dem Film zeigen“, sagt Reinhold Bilgeri nach der Premiere von „Erik & Erika“ Mittwochabend vor begeistertem Publikum im Mozartkino.

1966 wurde Erika Schinegger Weltmeisterin im Abfahrtslauf. Sie wurde nicht nur gefeiert, sie war die Heldin der Nation bis ein Test zur Geschlechtsbestimmung im Vorfeld der Olympischen Spiele in Grenoble 1968 alles veränderte: Erika ist ein Mann. Das System, das die Skirennläuferin auf den Höhepunkt ihres Lebens gehievt hatte, rammte Schinegger von einem Tag auf den anderen in den Boden – und dessen Akteure wurden dominiert von Unsicherheit und Selbstschutz.

"Erik & Erika" schaut auf Tabus

Filmemacher Reinhold Bilgeri („Atem des Himmels“) zeigt in „Erik & Erika“ das Leben und Leiden Schineggers – von der Geburt bis zum Auftritt in Dancing Stars. Während Erfolg und Absturz des Skistars skizziert werden, stehen die Suche nach der sexuellen Zugehörigkeit und der Umgang mit Tabus in den 1960/70-er Jahren im Fokus des 110-minütigen Dramas.

Mit dem Film-Projekt, das Bilgeri rund zwei Jahre beschäftigt hat, wollte er Schinegger „ein Denkmal setzen und seinen Lebensmut ehren“, so der Künstler vor dem Premierenpublikum in Salzburg. Schinegger sei ein Mensch, der über die Grenzen gehe, ein Revoluzzer, und mit solchen fühle er sich verbunden.

Bei der Salzburg-Premiere mit dabei waren auch Hauptdarsteller Markus Freistätter und Cornelius Obonya, der in dem Film die Rolle des ÖSV-Präsidenten spielte, die dem Publikum Rede und Antwort standen.

Salzburg24 Cornelius Obonya, Markus Freistätter und Reinhold Bilgeri im Mozartkino./SALZBURG24/Schuchter
Salzburg24

Kinostart von „Erik & Erika“ ist am 2. März im Mozartkino.

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