Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

Erweiterung geplatzt: Europark ist schockiert

Der Europark reagiert schockiert auf die Absage der Landesregierung. NEUMAYR/HDS
-ZU APA CI VON HEUTE -Heute noch die gr?te Baustelle Slazburgs, bereits morgen erfolgt die Teiler?ffnung des gr?§ten Einkaufszentrums West?sterreichs, des Europarks in Salzburg/Kle¯heim.

Der Europark regiert schockiert mit der Absage des geplanten Ausbaus seitens der Landesregierung. Die Vorgehensweise der Regierung sei "äußerst bedenklich" kritisiert Marcus Wild, Vorsitzender der Geschäftsführung des Europark. Nachstehen die Stellungnahme des Europark auf die Entscheidung der Landesregierung.

Die Salzburger Landesregierung rechtfertigt mit einer Kaufkraftstudie der Firma CIMA Austria Beratung + Management GmbH die Ablehnung des Ansuchen des Europark auf Verkaufsflächenerweiterung. Seit langem war klar, dass die wissenschaftliche Methodik und das von CIMA verwendete „Theoriemodell“ für eine sachgerechte Bewertung völlig untauglich sind. Dies war der Salzburger Landesregierung bereits bei Auftragsvergabe bekannt. Auch Zahlen der Statistik Austria belegen die falschen Annahmen der CIMA. Die Geschäftsführung des Europark ist über diese politische Willkür schockiert und wird dieses zukunftsorientierte Projekt weiter verfolgen.

Entscheidung ohne fundierte Begründung 

„Es ist erschütternd, dass in diesem Land ein Beratungsunternehmen beauftragt wird, dessen wissenschaftlichen Methoden bereits mehrfach in Frage gestellt wurden. Und plötzlich wird von diesem Unternehmen eine Studie herangezogen, um ein Verfahren, das seit über dreieinhalb Jahren läuft und bereits umfassend geprüft wurde, zu verhindern. Ohne einer fundierten Begründung und ohne die Möglichkeit für uns als Projektwerber, die Studie einsehen zu können und Stellung zu nehmen“, ist Marcus Wild, Vorsitzender der Geschäftsführung des Europark und CEO von SES Spar European Shopping Centers, bestürzt.

Vorgehensweise der Landesregierung äußerst bedenklich

Bereits am 30. August  2011, also vor mehr als dreieinhalb Jahren und nach intensiver Abstimmung mit den zuständigen Behörden, wurde vom Europark der Antrag auf Standortverordnung gestellt. Trotz zahlreicher vom Land im Rahmen des Verfahrens beauftragten Gutachten, die alle das Projekt positiv bewerten, wurde nun das Projekt abgelehnt. „Die wissenschaftlichen Methoden und die Herangehensweise der CIMA wurden bereits zweimal von Experten als völlig untauglich erklärt. Eines dieser Experten-Gutachten wurde sogar vom Amt der Salzburger Landesregierung selbst in Auftrag gegeben. Es macht den Anschein, dass die Firma CIMA mit einer Studie beauftragt wurde, um nicht nach objektiven Kriterien beurteilen zu müssen, sondern um zu Ergebnissen zu kommen, die den eigenen politischen Vorstellungen entsprechen“, findet Wild dieses Vorgehen mehr als bedenklich.

Erhebung der Arbeiterkammer belegt positive Auswirkungen

Die Arbeiterkammer Salzburg erhob auf Basis der Zahlen der Statistik Austria die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Einzelhandel seit der Eröffnung des Europark 1997. In Salzburg gesamt und in allen untersuchten Gemeinden kam es zu  deutlichen Zuwächsen von Arbeitsplätzen im Einzelhandel. So wuchs die Zahl der Einzelhandelsmitarbeiter in Oberndorf um 120,4 %, in Neumarkt um 62,7 % und in Seekirchen um 52 %. Lediglich in der Stadt Salzburg fiel der Zuwachs mit 10,8 % deutlich geringer aus. „Die Zahlen belegen, dass die Arbeitsplätze im Einzelhandel nach wir vor in den Gemeinden existieren und sogar mehr geworden sind. Das zeigt, dass sich der Europark nicht auf Kosten der Landgemeinden entwickelt hat“, ist Wild überzeugt. Weiters legt die Arbeiterkammer dar, dass durch die Erweiterung der Verkaufsflächen in Summe rund 1.100 neue Arbeitsplätze entstanden wären und nicht nur 300 Arbeitsplätze im Europark an sich.

Infografik_Arbeitsplatzentwicklung_im_EH_Salzburg Salzburg24
Infografik_Arbeitsplatzentwicklung_im_EH_Salzburg

Entscheidungsgrundlage CIMA-Studie bis heute nicht einsehbar

Das EUROPARK-Management bat unmittelbar nach Präsentation der Ergebnisse der CIMA-Studie im Februar dieses Jahres um Einsicht in die Studie. Diese wurde bis zum heutigen Tag verwehrt. „Wie kann es sein, dass ein Projekt auf Basis einer Studie beurteilt wird, deren Inhalt den Projektwerbern vorenthalten wird. Das macht eine nachvollziehbare Bewertung unmöglich. Aber es scheint in diesem Fall ja Kalkül zu sein“, meint Wild.

Falsche CIMA-Methodik bereits seit Jahren bekannt

Bereits im Jahr 2000 wurden die Erhebungsmethodik und Vorgehensweise von CIMA kritisiert. Die Firma Standort und Markt erstellte im Auftrag des Magistrates der Stadt Salzburg ein ergänzendes Handelsstrukturgutachten. Dabei wurde zu dem von der CIMA im Auftrag der Wirtschaftskammer Salzburg (Sektion Handel) erstellten Papieres festgehalten: „Die Seitens der CIMA durchgeführten Vergleiche sind daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zulässig, sie führen in dieser Form leider nur zu Fehlinterpretationen.“

Rechtsstaatlichkeit in Salzburg in Gefahr

Die Vorgehensweise der Salzburger Landesregierung stellt die Rechtsstaatlichkeit Salzburgs in Frage. Wie kann es sein, dass ein Unternehmen für eine Studie beauftragt wird, obwohl bekannt ist, dass deren wissenschaftliche Methoden untauglich sind. Zusätzlich wird dem EUROPARK als Projektwerber die Einsicht in diese Studie verwehrt und bestehende, im Rahmen des Verfahrens erstellte Gutachten werden ignoriert. Eine solche Vorgehensweise führt alle Bewilligungsverfahren ad absurdum. Denn wenn eine solche Vorgehensweise toleriert wird, kann es künftig jedes Salzburger Unternehmen treffen. Damit werden objektive, messbare Kriterien ausgehebelt und nur nach politischen Wohlgefallen entschieden. „Es ist ein schwarzer Tag für Salzburg. Diese Methode schadet dem ganzen Land. Neben dem Tourismus wird nun das zweite wirtschaftliche Standbein Salzburgs, der Handel, massiv beeinträchtigt. Im Falle des Europark wurde ein Projekt verhindert, das nicht nur Vorteile für den Europark, seine rund 50 Salzburger Klein- und Mittelbetriebe und die rund 2.000 Beschäftigte gehabt hätte, sondern auch in Summe 1.100 Arbeitsplätze geschaffen hätte. In Zeiten einer Rekordarbeitslosigkeit ist es unverantwortlich, wie die Landesregierung bewusst gegen das Wohl der Salzburger agiert“, behält sich Wild die rechtliche Prüfung des Verfahrensablaufes vor.

Auch SPAR-Vorstandsvorsitzender, Gerhard Drexel, äußert sich zur Entscheidung: „Wir hätten gerne an unserem Konzernsitz in Salzburg investiert, Hunderte zusätzliche Arbeitsplätze und Dutzende neue Lehrstellen geschaffen, und hätten dafür keine zusätzlichen Grundstücke verbauen müssen. Meint die Salzburger Landesregierung, dass Salzburg künftig nur noch von Luft und Liebe leben kann?“

Aufgerufen am 14.11.2018 um 11:50 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/erweiterung-geplatzt-europark-ist-schockiert-46918666

Kommentare

Mehr zum Thema