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FC Zeltstadt, Erzbischof und der Hundertjährige beim Kicken

Die Integrations-Fußball-WM fördert die Akzeptanz von Flüchtlingen in Österreich. FMT-Pictures/TA
Die Integrations-Fußball-WM fördert die Akzeptanz von Flüchtlingen in Österreich.

Während Österreich mehr oder weniger freundlich über die Menschen urteilt, die in den Zeltstädten sitzen und nicht wissen wie es mit ihnen weitergeht, hat der Verein "Sport spricht alle Sprachen" gezeigt, dass Tun besser ist als Reden: "Wir haben unser Fußballturnier, die Casinos Austria Integrations-Fußball-WM, gleich daneben. Und darum bin ich hinübergegangen und hab sie ganz einfach zum Mitspielen eingeladen. Warum auch nicht.", meint Präsident Erwin Himmelbauer.

Der FC Zeltstadt hat sich tapfer geschlagen, war nach dem Sieg über das (stark ersatzgeschwächte) Team Politik vorübergehend sogar Tabellenführer der Gruppe A. Am Ende war es aber auch eine
Konditionsfrage. Statt dem FC Zeltstadt sind Schweden und die USA aufgestiegen.

Salzburger Fußballverband spendet Schuhe

Der Salzburger Fußballverband hat nagelneue Fußballschuhe gestiftet. Und dass es irgendwann Lagerkoller gibt, kommt nicht von ungefähr. "Wie ich dort war", so Integrations-Fussball-Präsident Erwin Himmelbauer, "wollte ich nur noch weg. Ich hätte es an diesem tristen Ort keine Stunde ausgehalten ohne durchzudrehen. Aber, die Fußball gespielt haben, die hatten vielleicht den ersten schönen Tag, nach einer langen Zeit von Krieg, Angst, Flucht, und dann ohne Beschäftigung eine weiß Wand im Zelt anstarren müssen. Furchtbar."

Berthold und Hagenauer bei Integrations-WM

Stattdessen haben die Kicker vom FC Zeltstadt neue Leute kennen gelernt, darunter auch Integrationslandesrätin Martina Berthold (Grüne), Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer (SPÖ), den Türkischen Generalkonsul Evren Gürsel und Salzburger Erzbischof Franz Lackner. Zusammen mit 500 anderen Fußballern wurde zudem ein "Happy Birthday"-Ständchen für den 102-jährigen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Marko Feingold, gesungen, der ein Teamleiberl mit der Nummer 102 überreicht bekommen hat.

Himmelbauer spricht sich für Flüchtlinge aus

"Natürlich wollen wir alle, dass diejenigen die herkommen, so rasch wie möglich unsere Sprache, unsere Kultur und unsere Werte annehmen. Klar!", sagt Himmelbauer, „aber wer glaubt, das kann man erreichen, indem man über die Menschen, die um Hilfe bitten, schimpft, man will sie zurück ins Meer werfen, denen möchte ich sagen: Genau das sind auch nicht unsere kulturellen Werte. Meine ganz bestimmt nicht."

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 22.11.2019 um 07:44 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/fc-zeltstadt-erzbischof-und-der-hundertjaehrige-beim-kicken-47380315

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