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Fehlerhaftes Telefon am Gericht in Salzburg: Notruf landete in Linz

Weil ein Telefon am Landesgericht Salzburg nicht funktionierte landete ein Notruf in Linz. Die Beamten dort waren allerdings "nicht interessiert".

Eine Notrufpanne sorgte für Aufsehen beim Landesgericht Salzburg. Ein Strafrichter wählte den Polizei-Notruf, landete zu seiner Verwunderung aber bei der Exekutive in Linz. Er wollte die Polizei holen, weil ein verurteilter, gesuchter Straftäter plötzlich vor seiner Bürotüre stand, berichtete der ORF am Freitag. Der Einbrecher wurde schließlich von drei Justizwachebeamten festgenommenen. Schuld an der Panne war eine falsch programmierte Telefonanlage des Landesgerichtes, die mittlerweile behoben wurde. 

Notruf-Knopf funktionierte Richter Manfred Seiss, bekannt aus dem Kaprun-Strafverfahren, hatte die Polizeinummer 059133 gewählt. "Die Situation war für ihn aber nicht so bedrohlich. Deshalb drückte er nicht die Notruftaste unter seinem Schreibtisch, die auch funktionierte und eine direkte Verbindung zur Salzburger Polizei hergestellt hätte", erläuterte der Vizepräsident des Salzburger Landesgerichtes, Imre Juhasz, heute gegenüber der APA.

 

Zum Erstaunen des Richters meldete sich nicht das Landespolizeikommando Salzburg, sondern Linz. Von dort wurde er zur Polizei nach Salzburg verbunden. In der Polizeidirektion habe eine sympathische Stimme gemeint, es sei niemand im Haus, er solle den Notruf der Polizei wählen, schilderte Seiss. Doch nachdem er die Nummer 133 gewählt hatte, hob ein Polizist der oberösterreichischen Polizeidirektion Schärding ab.

?Nicht zuständig ? interessiert mich nicht? "Ich sagte, ich hätte den Notruf gewählt, worauf dieser Polizist sagte, das interessiere ihn nicht. Er verstehe nicht, wieso der Notruf bei ihm gelandet sei. Er sei jedenfalls nicht zuständig. Ich habe ihn gebeten, mit der Polizei in Salzburg Kontakt aufzunehmen und habe dann einen anderen Weg gewählt", berichtete Seiss. Drei Justizwachebeamte nahmen den Straftäter fest. Gegen den Mann lag eine Aufforderung zum Haftantritt vor.

 

Der Vorfall ereignete sich laut dem Sprecher des Landesgerichtes Salzburg bereits vor einigen Wochen. Mehrere Telefonate aus den Kanzleien des Gerichtes, die zur Salzburger Polizei gehen sollten, seien in Oberösterreich gelandet. Der Programmierfehler wurde vom zuständigen Telefonanlagenbetreiber umgehend behoben. (APA)
(Quelle: S24)

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