Jetzt Live
Startseite Stadt
Nach Rauch-Vorstoß

Debatte um Fiaker-Verbot in Salzburg flammt wieder auf

Stadtchef Preuner derzeit gegen Abschaffung

Fiaker, Pferde, Hitze, Sommer APA/GEORG HOCHMUTH/SYMBOLBILD
Auch in der Stadt Salzburg ist die Debatte über ein Fiaker-Verbot wieder entfacht. (SYMBOLBILD)

Die Debatte um ein Fiaker-Verbot in Wien hat nach einem Vorstoß von Tierschutzminister Johannes Rauch (Grüne) jetzt auch die Stadt Salzburg erreicht. Diskutiert wird etwa, die bald auslaufenden Verträge nicht mehr zu verlängern. Und auch das Vorgehen an Hitzetagen ist wie schon in den Vorjahren ein Streitpunkt.

Salzburg

Nach dem Vorstoß des für Tierschutz zuständigen Ministers Johannes Rauch (Grüne) am Montag dürften die Stadt-Grünen Rückenwind aus den eigenen Reihen verspüren: Die Bürgerliste forderte am Dienstag von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP), die 2023 auslaufenden Verträge mit den Fiakern nicht mehr zu verlängern. Der Stadtchef winkte jedoch ab. "Das ist momentan kein Thema", sagte sein Büroleiter der APA.

Johannes Rauch, Gesundheitsminister APA/ROLAND SCHLAGER
Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne).

Minister Rauch überlegt Fiaker-Verbot

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) - der auch für den Tierschutz zuständig ist - hat empfohlen, über ein Verbot von Fiakern zumindest nachzudenken. Es stelle sich die Frage, ob der Einsatz …

Keine Rechtsgrundlage für Herabsetzen der Hitzegrenze

Auch für ein Herabsetzen der Hitzegrenze von 35 auf 30 Grad Celsius fehle derzeit die rechtliche Grundlage. "Ohne die Zustimmung der Fiaker selbst haben wir hier keine Handhabe." Die Tiere würden jedoch regelmäßig vom Veterinäramt der Stadt kontrolliert und befänden sich in einem guten Zustand.

Salzburger Fiaker hält sich nicht an Regelung

Im Dezember 2020 hat der Salzburger Gemeinderat zwar beschlossen, Fiaker-Pferden in der Stadt ab einer Temperatur von 30 Grad Celsius hitzefrei zu geben. Der Beschluss ist aber an das Wohlwollen der Kutscher:innen gebunden. Sanktionen bei Verstößen gibt es nicht. Im Frühsommer 2021 informierte der damalige Obmann der Salzburger Fiaker, Franz Winter, die Stadt, sich nicht an die Regelung zu halten. "Es gibt keine gesetzliche Grundlage, in der eine Temperaturgrenze verankert wäre", bekräftigte er am Dienstag seine Position. "Ich will mir weder von der Politik noch von Tierschützern etwas vorschreiben lassen, was nicht im Gesetz steht."

SB, Fiaker, Pferde, Pferdekutsche SALZBURG24/Wurzer

Haben Pferdekutschen in Salzburg Zukunft?

Seit Jahrhunderten sind Salzburgs Fiaker unterwegs und zeigen ihren Gästen die Mozartstadt aus einer ganz speziellen Perspektive. Dabei entstehen nicht nur bei den Mitfahrenden, sondern auch bei den …

In der Praxis würden die Pferde in Salzburg ohnehin ab 32 oder 33 Grad Celsius zu Hause gelassen, weil dann kaum mehr Touristen in der Stadt seien. "Wir wissen selbst am besten, was unseren Tieren gut tut", versicherte Daniel Schmeisser, der Nachfolger Winters als Fiaker-Obmann. "Wenn ich das nicht weiß, hätte ich den falschen Beruf ergriffen."

 

Bürgerliste spricht von "überkommener Tradition"

Anders sehen das die Kritiker:innen: Es sei nicht mehr zeitgemäß, Touristen im Sommer durch die verkehrsgeplagte Innenstadt zu kutschieren, meinte unterdessen Bürgerlisten-Gemeinderat Bernhard Carl und sprach von einer "überkommenen Tradition". "Dieser Stress und diese Belastung sind den Tieren einfach nicht mehr zumutbar."

In der Stadt Salzburg sind laut Angaben Winters während der Hochsaison 14 Kutschen mit 28 Pferden unterwegs. Die Tiere würden dabei ständig gewechselt werden. Insgesamt stünden rund 80 Pferde für die Fiakerfahrten zur Verfügung.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 27.06.2022 um 01:43 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/fiaker-verbot-in-salzburg-preuner-winkt-ab-121472467

Kommentare

Mehr zum Thema