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Flüchtlinge: Sonderzug über Salzburg nach Deutschland

Der Sonderzug fuhr Dienstagfrüh von Wien über Salzburg nach München. APA/HERBERT P. OCZERET
Der Sonderzug fuhr Dienstagfrüh von Wien über Salzburg nach München.

Dienstagfrüh hat ein von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) kurzfristig eingerichteter Sonderzug mehreren 100 Flüchtlingen die Reise vom Wiener Westbahnhof über Salzburg nach Deutschland ermöglicht. Die Garnitur hat Wien kurz nach 8.00 Uhr verlassen, gab ÖBB-Sprecher Michael Braun bekannt.

Am Dienstag waren die Fernzüge zwischen Budapest und Wien wieder pünktlich unterwegs. Weil weiterhin viele Menschen mit den Regionalzügen nach Österreich reisten, richteten die ÖBB einen Shuttle-Zug ein, der je nach Bedarf auf der Strecke von Nickelsdorf über Bruck/Leitha, Wien Hauptbahnhof zum Wiener Westbahnhof fährt. Damit sollen die regulären Züge, die von Pendlern von Osten kommend nach Wien zur Arbeit fahren, entlastet und die Schutzsuchenden zum Wiener Westbahnhof gebracht werden.

ÖBB baut Notfalleinrichtungen weiter aus

Die Notfalleinrichtungen der ÖBB und ihrer Partner Rotes Kreuz, Arbeitersamariterbund und Caritas im "blauen Haus", ein Bürogebäude neben dem Westbahnhof, wurden weiter ausgebaut. Mittlerweile stehen dort knapp 500 Notbetten des Arbeitersamariterbunds und des Roten Kreuz zur Übernachtung bereit. Die Verpflegung der Menschen wird weiterhin von der Caritas übernommen.

Flüchtlinge: Lage in Wien ruhig

Am Wiener Westbahnhof war die Lage am Dienstag ruhig. Bis Mittag kamen "ungefähr 1.000 Flüchtlinge an, sie sind versorgt worden und mit den Zügen weitergefahren", schilderte Caritas-Koordinatorin Sonja Weiklstorfer der APA.

Zwölfjähriger Bub verlor Vater

Um einen ungefähr zwölfjährigen Buben kümmerten sich die Mitarbeiter am Vormittag besonders. "Er hat seinen Vater verloren, der Bub ging auf die Toilette, als der Vater bereits in den Zug nach Salzburg eingestiegen ist", sagte Weiklstorfer. Das Kind wurde dann einem Zugbegleiter übergeben, der es mit nach Salzburg nahm. Dass jemand bei der Reise verloren geht, kommt immer wieder vor.  Deshalb gibt es seit dem Wochenende auf Facebook die Seite "Search and find your family for refugees". Dort werden Fotos und Namen von vermissten Personen gepostet. Dadurch konnten vereinzelt bereits Flüchtlinge gefunden werden. Auch auf anderen Seiten des Sozialen Netzwerks werden Vermisstenmeldungen gepostet.

(APA)

(Quelle: S24)

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