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Föhnsturm deckt Teil der Festung ab: Sperre ab Mittwoch aufgehoben

Der schwere Föhnsturm richtete am Dienstag große Schäden in der Stadt Salzburg an. Im ganzen Stadtgebiet stürzten Bäume und Kamine um, die Feuerwehr musste in der Landeshauptstadt bis zu 70 Einsätze parallel meistern. Auf der Festung Hohensalzburg wurden große Teile des Daches abgedeckt. Am Dienstag wurde die Festung gesperrt, am Mittwoch soll sie ab 9 eingeschränkt wieder geöffnet werden.

"Wir haben das Areal großräumig abgesperrt. Solange der Wind anhält, können wir nur abwarten", sagte Werner Kloiber von der Berufsfeuerwehr Salzburg.

Intensive Aufräumungs- und Sicherungsarbeiten – sie laufen immer noch - auf der Festung machen es möglich: Ab Mittwoch wird die Festung wieder zu besichtigen sein. Die Innenräume sind ungehindert zu besuchen, bei den Außenbereichen gibt es Einschränkungen. So ist beispielsweise der Burghof weiterhin aus Sicherheitsgründen gesperrt. Daher kann man derzeit auch nicht in die St. Georgs-Kirche gelangen.

Sturm: Hunderttausende Euro Schaden

"Der finanzielle Schaden beträgt mehrere Hunderttausend Euro", sagte Burgverwalter Bernhard Heil im APA-Gespräch. Nun gelte es, die betroffenen Gebäude so rasch wie möglich wetterfest zu machen. Denn bereits am Donnerstag könnte Regen drohen. Beim Zeughaus, wo früher Kanonen und Rüstungen lagerten, wurde der Dachstuhl auf der gesamten Länge abgehoben und zu großen Teilen mitgerissen. Beim Schüttkasten, einem alten Getreidespeicher, schlug der Wind ein etwa fünf mal sieben Meter großes Loch ins Dach.

Schwere Schäden auf der Festung

Die Holzschalungen und die Eternitschindel stürzten auf die darunterliegenden Gebäude, in den Burghof, auf Fußwege und auf die Trasse des Reißzuges. Die abgetragenen Dachteile rissen alte Kamine mit, am Festungsberg knickte die Sturmwalze mehrere Bäume. "Zum Glück haben sich am Morgen noch keine Mitarbeiter und Besucher auf der Festung befunden", sagte Heil. Der Burgverwalter, der selbst auf Hohensalzburg lebt, wurde durch die anschlagenden Brandmelder im Dachstuhl auf den Vorfall aufmerksam.

Die Festung bleibe auf jeden Fall noch den ganzen Dienstag geschlossen, ob sie am Mittwoch wieder die Pforten für die Besucher öffnet, sei noch unklar. "Spezialisten der Berufsfeuerwehr sind momentan damit beschäftigt, die Dächer von Hunderten losen Schindeln und Holzteilen zu reinigen, damit nichts mehr herunterfallen kann", so Heil. Danach werde man sofort damit beginnen, eine Notabdeckung mit Brettern und Dachpappe zu errichten. "Es sind schon Statiker und Zimmerer vor Ort, auch das Bundesdenkmalamt war schon hier. Planen zur Abdeckung sind aber nur der Plan B. Wir brauchen eine stabile und gute Noteindeckung, die über den Winter hält."

Versicherung deckt Sturmschäden ab

Im Frühjahr soll dann der Dachstuhl mit Altholz rekonstruiert werden. "Die beiden betroffenen Gebäude werden zwar nicht als Museum genutzt, sie haben aber historische wertvolle Räume, in die auf keinen Fall Feuchtigkeit eindringen soll." Nun gelte es, kurzfristig die notwendigen Handwerker zu aktivieren. Die Reparaturen könnten dabei auch ein Glücksspiel mit dem Wetter werden. Denn während es in den südlichen Landesteilen ab Allerheiligen wieder stark regnen soll, bleibt es in der Landeshauptstadt möglicherweise trocken.

Der Sturmschaden auf der Festung ist durch eine Versicherung gedeckt. Bereits im Frühjahr 2008 hat der Orkan "Emma" das Dach des Bürgermeisterturms auf der Festung mitgerissen. "Die betroffene Fläche betrug damals aber nur ein Zehntel", sagte Heil. In der Burggeschichte selbst seien historisch übrigens keine großen Sturmschäden verbrieft.

Gefahr für Liegenschaften unterhalb der Festung

Nach einem Lokalaugenschein mit Bürgermeister Harry Preuner, der Berufsfeuerwehr und Vertretern des Amts für Öffentliche Ordnung auf der schwer beschädigten Festung wurden zusätzliche Sperren verfügt: Da von der Festung lose Dachteile oder beschädigte Kaminköpfe abzustürzen drohen, dürfen ab sofort in den südseitig der Festung am unmittelbaren Hangfuß gelegenen Grundstücken die Gärten nicht betreten werden. Die Bewohner werden auch aufgefordert, Dachböden oder den Bereich um Dachflächenfenster zu meiden. Die betroffenen Grundstücksbesitzer werden derzeit von der Polizei direkt über die Sperre verständigt.

Bürgermeister Preuner hat sich als ressortverantwortliches Mitglied der Stadtregierung vor Ort einen Eindruck von den Zerstörungen und den Sicherungsarbeiten verschafft. „Mein Dank gilt den Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr, die unverzüglich die gebotenen Sicherungsmaßnahmen gesetzt haben und nun in Zusammenarbeit mit der Burgverwaltung bemüht sind, größere Schäden sowie Gefahren abzuwenden.“

Einsätze im gesamten Stadtgebiet

Im ganzen Stadtgebiet stürzten Bäume und Kamine um oder drohten umzustürzen, Blechdächer wurden abgetragen. Auch der Chiemseehof, der Sitz der Salzburger Landesregierung, war betroffen. Wie hoch die Schäden tatsächlich sind, lasse sich noch nicht abschätzen.

Noch am Vormittag standen über 80 Mitglieder mit über 13 Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Salzburg, gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr, im Dienst stehen. Bis dato wurden, seit Alarmierungszeitpunkt über 25 Einsatzadressen seitens der Freiwilligen Feuerwehr in der Stadt abgearbeitet bzw. stehen noch im Einsatz, heißt es am Vormittag. Zusätzlich stehen alle vier Löschzüge bis auf weiteres auf Bereitschaft in den einzelnen Wachen.

Stadtberge und Parks in Salzburg gesperrt

Das Amt für öffentliche Ordnung hat kurz vor 8.00 Uhr eine Sperre für den Kapuzinerberg und den Mönchsberg, die Friedhöfe, Parks und städtischen Wälder veranlasst. Mittlerweile kann aber für einen Teil der städtischen Grünanlagen Entwarnung geben werden, informiert der Magistrat gegen 11 Uhr vormittags: Parks und Friedhöfe sind ab sofort wieder offen, Stadtwälder, Kapuziner- und Mönchsberg bleiben hingegen sicherheitshalber gesperrt.

(APA)

Aufgerufen am 13.12.2018 um 03:24 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/foehnsturm-deckt-teil-der-festung-ab-sperre-ab-mittwoch-aufgehoben-60493450

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