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Fördergelder für Salzburger Band: ÖVP schießt gegen SPÖ

Vizebürgermeister Bernhard Auinger verteidigt die Einrichtung seines Fördertopfes für Salzburger Bands. Neumayr/Archiv
Vizebürgermeister Bernhard Auinger verteidigt die Einrichtung seines Fördertopfes für Salzburger Bands.

Die Gemeinderatswahlen finden im Februar 2019 in Salzburg statt, der Wahlkampf hat in der Landeshauptstadt aber bereits begonnen: Nach dem Wirbel um verschenkte Müll- und Feuerwehrautos durch Bürgermeister Harry Preuner (ÖVP) sorgt nun die Förderung einer Salzburger Band seitens der SPÖ für Aufregung.

3.000 Euro soll SPÖ-Vizebürgermeister und Kulturressortverantwortlicher Bernhard Auinger der Salzburger Band Please Madame zur Produktion ihres neuen Albums zukommen lassen haben. Der Haken dabei: Dass jungen Bands bei der Produktion ihres Albums durch die Stadtpolitik unter die Arme gegriffen wird, wurde vor Jahren eingestellt. Please Madame allerdings traten bei einer Wahlkampfveranstaltung Auingers im Herbst des vergangenen Jahres auf, die Stadt-ÖVP vermutet nun, dass die Band nur deswegen gefördert wurde.

Tanzer: "Gelder für Wahlkampfband"

Dass Auinger aktuell einzig dieser Salzburger Rockband Unterstützung zusagt, stößt der ÖVP sauer auf. Seit Jahren gebe es seitens der Stadtpolitik keine Fördergelder mehr für heimische Bands, nun werden Musiker unterstützt, die bei Auingers Wahlkampfveranstaltung auftraten. "Dass Vizebürgermeister Auinger schon jetzt im Alleingang Gelder für seine Wahlkampfband freischaufelt, hinterlässt für mich einen schalen Beigeschmack", kritisiert ÖVP-Gemeinderätin Karoline Tanzer in einer Aussendung.

Auinger verteidigt Fördertopf für Bands

Bisher gab es für heimische Bands gar keine Möglichkeiten, über die Stadt an Fördergelder zu kommen. Als Kulturverantwortlicher der Stadt Salzburg verteidigt Auinger sein Vorgehen: "Als ich im Dezember das Ressort übernommen habe, habe ich den Auftrag gegeben, einen Fördertopf einzurichten, über den junge Salzburger Bands bei der Produktion einer CD unterstützt werden." Über den Fördertopf können laut Auinger fünf Bands gefördert werden, erste und bislang einzige Band ist Please Madame.

"Ich finde es erbärmlich, dass eine Band wie Please Madame da nun so durch den Schmutz gezogen wird, nur weil zwei Mitglieder bei einer meiner Wahlkampfveranstaltungen gegen Bezahlung gespielt haben." Dass sich gerade Gemeinderätin Tanzer als Vorsitzende des Kulturausschusses für so etwas hergibt, hat Auinger zusätzlich überrascht, wie er im Gespräch mit SALZBURG24 angibt.

So steht es um Musiker-Förderungen in Salzburg

Die Produktion eines Albums kostet je nach Qualität und Genre zwischen 10.000 und 20.000 Euro, nach oben hin sind aber natürlich keine Grenzen gesetzt. In Salzburg bleibt heimischen Bands seit Jahren kein anderer Weg, als über private Förderer die hohen Kosten zu bewältigen. Über den privaten Heimo-Erbse-Förderpreis etwa wird ein Mal im Jahr eine Band mit 3.000 Euro unterstützt. Die Produktionskosten versuchen viele Musiker deshalb über Crowdfunding zu finanzieren. Michael Mörth vom "Late Hour Music"-Label in der Stadt Salzburg wünscht sich daher für Salzburger Musiker mehr Unterstützung von der Politik: "Unglaubliche Summen fließen in die Festspiele, das ist natürlich auch verständlich. Ich denke aber, dass man hier durchaus einen Teil an die heimische Musikszene abtreten könnte."

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