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Fotomontage als Auslöser einer politischen Schlammschlacht?

Die politische Schlammschlacht zwischen der Facebook-Initiative „Stau in Salzburg“ und der Salzburger Bürgerliste ist nun definitiv eröffnet. Wegen einer Fotomontage mit einem Pressefoto von Planungsstadtrat Johann Padutsch, droht die Bürgerliste jetzt mit einer Klage, „Stau in Salzburg“-Initiator Peter Harlander will die Fotomontage jedoch nicht von der Seite nehmen.

Wie die Initiative „Stau in Salzburg“ am Montag in einer Aussendung mitteilte, handelt es sich um eine „satirische Fotomontage gegen verkehrspolitische Geisterfahrer“, bei der die Kritik an Planungsstadtrat Johann Padutsch auf „humorvolle Weise“ auf den Punkt gebracht werde. Für die Fotomontage wurde das offizielle Pressefoto der Bürgerliste von Johann Padutsch verwendet – und genau das will sich die Bürgerliste nicht gefallen lassen.

"Stau in Salzburg" eine ÖVP-Vorwahlkampfkampagne?

„Nachdem das Niveau bei ‚Stau in Salzburg‘ in den letzten Wochen massiv gesunken ist, mussten wir jetzt etwas dagegen unternehmen“, so Planungsstadtrat Johann Padutsch Montagnachmittag im Gespräch mit SALZBURG24. Es werde immer deutlicher, dass es sich bei der Facebook-Gruppe um eine ÖVP-Vorwahlkampfkampagne handle und dass sich „Stau in Salzburg“-Initiator Peter Harlander dadurch politisch profilieren wolle, ist der Bürgerlisten-Stadtrat überzeugt. „Eine politische Schlammschlacht und eine unangenehme gerichtliche Auseinandersetzung wollten wir immer vermeiden.“

"Stau in Salzburg": Fotomontage bleibt auf Seite

Bürgerlisten Klubobmann Helmut Hüttinger forderte Peter Harlander nun schriftlich auf, die Fotomontage aufgrund der Verletzung des Urheberrechts zu entfernen und 500 Euro an das Flüchtlingshaus der Caritas Salzburg zu spenden. „Ich habe mir die Sache rechtlich genau angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass wir die Fotomontage nicht von der Seite nehmen“, so Peter Harlander gegenüber SALZBURG24. Harlander bezeichnet die Bürgerliste als „empfindlich“, zumal sie sich selbst oft an Fotomontagen mit Politikern aus anderen Lagern bedienen würde. „Wenn die grüne Bürgerliste von mehr Meinungsfreiheit und einer Stärkung der demokratischen Rechte reden, dann meinen sie damit nur ‚grüne‘ Meinungen. Sobald sich die Meinungsfreiheit gegen sie selbst richtet, greifen sie zu denselben Mitteln, die sie sonst scharf kritisieren“, kritisiert Harlander scharf.

Fotomontage durch Facebook gelöscht

Mittlerweile ist die umstrittene Fotomontage nicht mehr auf der Seite zu finden, nachdem die Bürgerliste die Löschung des Fotos durch Facebook veranlasst hatte. Das Verfahren zum Einspruch gegen die Löschung laufe bereits und werde zumindest einige Tage dauern, teilte Harlander mit. Dann soll die Fotomontage wieder auf der Facebook-Seite zu sehen sein. Wer schlussendlich den Streit um das Bild gewinnt, wird wohl – sofern die beiden „verkehrspolitischen Kontrahenten“ keine Einigung finden – das Gericht entscheiden müssen. Salzburgs Verkehrsteilnehmern dürfte mit diesem Hick-Hack jedoch kaum geholfen sein.
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.05.2021 um 04:17 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/fotomontage-als-ausloeser-einer-politischen-schlammschlacht-59328274

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