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Franz Stary im Sonntags-Talk: "Im Fasching kannst du einfach jemand anderes sein"

Franz Stary ist der Kopf hinter dem Maxglaner Faschingsumzug. SALZBURG24/privat
Franz Stary ist der Kopf hinter dem Maxglaner Faschingsumzug.

Der Maxglaner Faschingsumzug in der Stadt Salzburg findet nach dreijähriger Pause am 25. Februar wieder statt. Knapp 1.000 Teilnehmer haben sich angekündigt. Veranstalter Franz Stary rechnet zudem mit rund 20.000 Zuschauern. Wir verschaffen euch im heutigen Sonntags-Talk einen Blick hinter die Kulissen.

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es einen Hexenzug im Salzburger Stadtteil Maxglan. Belegt ist er erstmals im Jahr 1819. Nach längerer Abstinenz wurde der Umzug in seiner heutigen Form im Jahr 1984 wiederbelebt. Der Unternehmer Franz Stary war von Beginn an mit dabei.

SALZBURG24: Aus dem Umzug von damals ist heute mit knapp 1.000 Teilnehmern und bis zu 20.000 Zuschauern Salzburgs größer Faschingsumzug geworden. Was hast du im Laufe der Zeit verändert?

FRANZ STARY: Ich habe mehr oder weniger den ganzen Umzug umgedreht. Früher haben sich die Gruppen bei der Stiegl-Brauerei aufgestellt und beim Wirtschaftshof hat sich dann alles aufgelöst. Man hat sich dann zwar auf die verschiedenen Gasthäuser aufgeteilt, aber im Grunde genommen, war nach zwei Stunden der ganze Fasching vorbei. Das hat mich einfach gestört.

Beim Maibaum-Aufstellen bin ich dann zufällig einmal mit Stiegl-Chef Dieter Kiener ins Gespräch gekommen. Er war von meiner Idee, dort etwas auf die Beine zu stellen, sofort begeistert. Seitdem feiern wir den Faschingsausklang in seiner Halle. Die wird sogar extra für uns ausgeräumt. Am Sonntag nach dem Umzug muss gegen 13 Uhr allerdings alles wieder picobello sein.

Heuer ganz neu ist, dass wir während des Umzugs die komplette Strecke zwischen Siezenheimerstraße und der Rochusgasse für den Verkehr sperren können. Da geht’s dann schon an der Strecke richtig ab. Nur für den Obus müssen wir Platz machen. Die Verbindung zwischen Bahnhof und Flughafen muss einfach gegeben sein. Da kann man auch im Fasching keine Ausnahme machen.

Da hat sich in den letzten Jahren ja einiges getan. Hast du das Gefühl, dass sich auch die Zuschauer verändert haben?

Von einer Faschingshochburg ist Salzburg zwar noch meilenweit weg, aber die Stimmung bei den Zuschauern hat sich in den letzten Jahren sehr zum Positiven verändert. Früher kamen viele unmaskiert, haben sich das Spektakel angeschaut und sind dann wieder nach Hause gegangen. Heute kommen die meisten in Maskerade und feiern mit uns mit. Das freut mich natürlich sehr.

Worin liegt für dich der Reiz am Fasching?

Mir persönlich hat der Fasching immer Spaß gemacht, weil das kannst du einmal der sein, der du sonst nicht bist - ob jetzt Cowboy oder Clown. Ich glaube, genau deshalb kommen immer mehr Zuschauer und auch Teilnehmer. Die Leute wollen raus aus dem Alltag, einfach ein paar Stunden Pause machen. Man muss ihnen nur die Plattform bieten.

In welchem Kostüm wird man dich heuer sehen?

Das weiß ich noch gar nicht so genau. Entweder wieder als Clown, wie auch schon 2014 oder als Obelix. Das wird spontan entschieden. Ich habe beide Kostüme zuhause. Eigentlich könnte ich mittlerweile schon an die zehn Leute ausstatten (lacht).

Apropos Kostüm: Welche Wägen sind dir im Laufe der Zeit besonders in Erinnerung geblieben?

Bei den Themen kann man immer ganz gut das vergangene politische Jahr ablesen. So war das Salzburger Spaßbad bei sogar drei Umzügen vertreten. Auch heuer widmet sich eine Gruppe dem Paracelsusbad. Daraus kann man dann schon seine Schlüsse ziehen.

Kannst du uns noch ein bisschen mehr verraten, was uns dieses Jahr erwartet?

Was mich heuer besonders freut, ist, dass uns sogar US-Präsident Donald Trump einen Staatsbesuch abstattet. Auch bei den Gaissauer Bergbahnen wird es international. Hier besuchen uns wohl die Chinesen. Dauerbrenner in Salzburg ist natürlich immer das Thema Verkehr: Heuer haben wir zwei Wägen dazu. Einmal "Tempo 80 auf der Autobahn" und dann die "Staulöser". Mal sehen, vielleicht haben die bessere Vorschläge als die Politik.

Wie bist du eigentlich zur Organisation gekommen?

Friedl Klinger (langjähriger Leiter der Brauchtumsgruppe "Die Lustigen Salzburger", Anm.) hat den Umzug in den 80er-Jahren wieder aufleben lassen. Auch damals war ich schon dabei. Irgendwann ist der Friedl dann krank geworden, da hat er mir plötzlich den Organisationsordner in die Hand gedrückt. Und ja, seitdem bin ich ihn nicht mehr losgeworden.

Was ich aber noch dazu sagen möchte: Dem Friedl geht es natürlich wieder gut. Er ist auch heute trotz seines mittlerweile doch recht hohen Alters noch jedes Mal als begeisterter Zuschauer mit dabei.

 

Ihr stellt alle drei Jahre ein Riesen-Event auf die Beine. Wie finanziert sich das?

Ohne Sponsoren ginge hier nichts, wir verlangen ja keinen Eintritt. Während des Umzugs sind zusätzlich noch die Pfadfinder unterwegs, um Spenden zu sammeln. Das ganze Organisationskomitee - wir sind zu neunt - arbeitet zwar ehrenamtlich. Es müssen aber beispielsweise Versicherungen, Securities, die anschließende Reinigung oder vorab die Einreichungen beim Magistrat bezahlt werden. Pro Umzug kommen da Kosten von 8.000 bis 12.000 Euro zustande. Das ist sich glücklicherweise bis jetzt immer ganz gut ausgegangen. Übrig bleibt eigentlich nichts. 

Neben dem Finanziellen, viel Zeit muss man denn für die Planung einrechnen?

Im Groben steht die Veranstaltung nach sechs Sitzungen. Für den kommenden Umzug haben wir uns das erste Mal am 24. Oktober getroffen. Das weiß ich so genau, weil wir alles protokollieren. So weiß jeder, wofür er zuständig ist und keiner kann mehr sagen "Das hab‘ ich nicht gewusst".

Aber das Ganze nimmt schon recht viel Zeit in Anspruch. Mittlerweile sind auch meine Frau und meine Tochter im Organisationskomitee involviert. Die habe ich Schritt für Schritt dazu gebracht. Es geht einfach nur gemeinsam, sonst bin ja immer nur ich dahin und das ist auch nicht okay.

Bist du beim Umzug am Samstag auch aktiv dabei oder ziehst du Strippen im Hintergrund?

Ich bin hauptsächlich beim Jurywagen und kommentiere von dort aus das Geschehen. Aber wenn es sein muss, schwinge ich mich zwischendurch aufs Moped und fahre dorthin, wo der Hut brennt.

Franz Müllner (li.) ist auch heuer wieder in der Jury vertreten./Maxglaner Faschingsumzug Salzburg24
Franz Müllner (li.) ist auch heuer wieder in der Jury vertreten./Maxglaner Faschingsumzug

Für die Jury kannst du ja auch immer ein paar prominente Namen gewinnen. Wer ist heuer dabei?

Vom Gemeinderat haben wir heuer Michael Wanner (SPÖ, Anm.), aber auch Bürgermeister Heinz Schaden und Bernhard Auinger haben ihren Besuch angekündigt. Neben Wanner sitzen noch Strongman Franz Müllner und der Präsident der Salzburger Faschingsgilde, Heinz Sperl, in der Jury. Was mich besonders freut: Sogar unser neuer Pfarrer Josef Pletzer ist mit dabei.

Die Jury bewertet in drei Kategorien: Maskierung, Wagenschmuck und das Gesamtbild.  Auf die Gewinner warten 500 Euro. Die Titelverteidiger von 2014 haben sich für heuer auch schon wieder angekündigt. 

Dann dürfen wir mal gespannt sein, wer das Rennen macht. Lieber Herr Stary, wir sagen vielen Dank fürs Gespräch und haben noch ein paar kurze Fragen parat.

 

Bier oder Wein: Bier

Fisch oder Fleisch: Fisch

Bar oder mit Karte: Bar. Bares ist Wahres!

Spontan oder eher durchgeplant: Zu 80 Prozent durchgeplant.

Stadt oder Land: Stadt! Weil ich halt schon lange in der Stadt Salzburg bin, eigentlich komme ich ja aus dem Lungau. Auch heute bin ich noch gern in den Bergen. Vor allem der Gais- und der Untersberg haben es mit angetan. Auf den Gaisberg kenne ich mittlerweile acht Wege. Der für mich schönste führt über Guggenthal.

 

Jeden Sonntag veröffentlichen wir ein Interview mit besonderen Menschen aus Salzburg – egal ob prominent oder nicht. Wir freuen uns über eure Vorschläge an: nicole.schuchter@salzburg24.at

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 12.05.2021 um 11:15 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/franz-stary-im-sonntags-talk-im-fasching-kannst-du-einfach-jemand-anderes-sein-55187986

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