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Frau randaliert in Kirche: Prozess vertagt

Nachdem eine Krankenschwester im März in der Kajetanerkirche in der Stadt Salzburg randalierte, stand sie Donnerstagvormittag vor Gericht.

Eine bereits amtsbekannte Krankenschwester soll in der Kajetanerkirche in der Stadt Salzburggeschrien, einen Pater und eine Ordensfrau verletzt sowie Kircheninventar beschädigt haben. Sie musste sich deshalb heute, Donnerstag, am Landesgericht Salzburg verantworten, der Prozess wegen Störung der Religionsausübung wurde am Vormittag ohne Urteil vertagt. Die Angeklagte plädierte auf "nicht schuldig".

Streit während Gottesdienst Anfang März soll die Krankenschwester während eines Gottesdienstes in die Kirche gekommen sein und einen lautstarken Konflikt mit einer Nonne angefangen haben. Die Angeklagte habe die Geistliche zu Boden geschmissen und ihr den Schleier vom Kopf gerissen. Nachdem sie der Kirche verwiesen worden war, ist es laut Anklage vor dem Gotteshaus zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen ihr und einem Priester gekommen, wobei sie diesen so stark am Ohr gezogen haben soll, dass dieser zu bluten begann. Ein Passant, der die Situation beobachtete, rief die Polizei. Die Angeklagte beteuerte vor Gericht wiederholt, niemanden verletzt zu haben.

Mitte März soll es zu einem weiteren Vorfall gekommen sein, wobei die Angeklagte die Kirche schreiend betreten und Buttermilch auf die Vorhänge gespritzt habe. Auch dazu bekennt sich die Krankenschwester, die sich derzeit im Krankenstand befindet, nicht schuldig. "Sie terrorisiert uns jetzt schon seit zwei Jahren, es wird immer schlimmer. Immer wieder beschimpft sie uns als Gesindel", so der damals verletzte Geistliche vor Gericht.

Angeklagte nimmt Persönlichkeits-Coaching Die Angeklagte besucht derzeit ein Coaching zur "Stabilisierung der Persönlichkeit". "Ich fühle mich geistig gesund, bin durch die Ereignisse aber seelisch und psychisch geknickt", sagte die 39-Jährige vor Gericht. Sie habe die Kirche nur aufgesucht, um die Ordensfrau wegen einer Falschaussage, die diese vergangenes Jahr in einem Prozess wegen versuchter Körperverletzung gemacht haben soll, zur Rede zu stellen. "Ich habe sie nicht gezogen und habe sie in normaler Lautstärke angesprochen. Plötzlich ist sie ohnmächtig zu Boden gefallen", so die Angeklagte. Ein Zeuge widersprach dieser Aussage. Verteidiger Michael Polst beantragte ein gerichtsmedizinisches Gutachten. Der Prozess wurde auf einen noch unbestimmten Zeitpunkt vertagt. (APA)
(Quelle: S24)

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