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FrauenBerufsZentrum Salzburg

So finden Frauen zurück in den Beruf

Arbeitssuchende Frauen haben seit April in der Stadt Salzburg eine eigene Anlaufstelle. Das FrauenBerufsZentrum bietet Kurse an, bei denen Teilnehmerinnen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten bewusst kennen und einschätzen lernen sollen. Dadurch ergeben sich bessere Chancen am Arbeitsmarkt – die Erfolgsquote ist vielversprechend, wie die Geschäftsführerin von Frau & Arbeit in Salzburg, Daniela Diethör, im S24-Gespräch verrät.

Salzburg

Drei Monate lang setzen sich die Teilnehmerinnen im FrauenBerufsZentrum mit ihrer beruflichen Zukunft auseinander, wie Diethör erklärt: „Die Frauen kommen wöchentlich an zwei Tagen zu einem Seminar, zusätzlich können sie eine Einzelberatung in Anspruch nehmen. Am Ende – zumindest in Salzburg – steht ein Betriebspraktikum.“

Neues FrauenBerufsZentrum in Salzburg

Federführend bei dem Projekt ist die gemeinnützige GmbH Frau & Arbeit, finanziert wird es vom Arbeitsmarktservice (AMS). In ganz Österreich gibt es bereits FrauenBerufsZentren, im Bundesland Salzburg wurde im April ein dritter Standort in der Sterneckstraße in der Stadt Salzburg eröffnet. In Zell am See (Pinzgau) besteht die Einrichtung bereits seit drei Jahren, in Bischofshofen (Pongau) seit zwei. Nun können auch Frauen in der Stadt Salzburg und im Flachgau das Angebot in Anspruch nehmen.

Unser drittes frauenberufszentrum ist nun auch offiziell eröffnet:

Gepostet von Frau & Arbeit am Montag, 27. Mai 2019

Angebot für Arbeitssuchende

Dieses richtet sich an arbeitssuchende Frauen, wie Diethör betont: „Frauen können nur durch Zuweisung durch das AMS vermittelt werden.“ Es folgt ein Hearing, bei dem die Teilnehmerinnen ausgesucht werden. „Das geschieht deshalb, weil die Frauen in der Gruppe auch zusammenpassen müssen“, erläutert die Geschäftsführerin. Pro Gruppe gibt es zwölf Plätze, in der Stadt Salzburg beginnen zwei Gruppen jeweils parallel, pro Jahr gibt es drei Durchläufe.

Fokus auf Kompetenzen

In den Seminaren geht es anfangs zunächst ums Kennenlernen: „In der ersten Woche gilt es für die Gruppe, ein Team zu bilden. Wir haben uns in Salzburg für geschlossene Gruppen entschieden, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass diese dadurch eine hohe Dynamik entwickeln können, die Frauen Vertrauen fassen und sich gegenseitig sehr viel helfen“, erzählt Diethör.

Im Anschluss wird der Fokus auf den Inhalt gelegt: „Im zweiten Teil geht es darum, Kompetenzen zu finden und zu benennen. Wo steht die Frau, wo will sie hin und was gibt der Arbeitsmarkt her?“, so Diethör weiter. Zunächst stehe die formale Bildung im Vordergrund. Welcher Beruf wurde erlernt, in welcher Sparte gearbeitet? „Außerdem wollen wir erfahren, was die Frauen neben ihrem Beruf noch gemacht haben. Sind oder waren sie ehrenamtlich tätig, engagieren sie sich im Verein? Diese Tätigkeiten werden bei der Arbeitssuche häufig übersehen. Betrachtet man diese formellen und informellen Kompetenzen gemeinsam, können sich häufig ganz neue Berufswege entwickeln“, erläutert die Expertin.

Kooperation mit Firmen

Essentiell sei für das Projekt auch die Nähe zu regionalen Betrieben. „Wir laden zu jedem Kurs auch Unternehmer und Personalchefs aus der Region ein, die den Frauen erzählen, was sie in den Betrieben erwartet. Umgekehrt können die Teilnehmerinnen Fragen stellen“, erklärt Diethör. Im Pinzgau gehe die Kooperation bereits so weit, dass örtliche Unternehmen sich ans FrauenBerufsZentrum wenden, wenn sie offene Stellen haben.

Warum es das Projekt braucht

Warum braucht es überhaupt ein eigenes Berufszentrum für Frauen? „Weil Frauen nach wie vor andere Rahmenbedingungen vorfinden als Männer", verweist die Geschäftsführerin auf die Einkommensschere oder auch die Betreuungspflicht. "Nach unserer Erfahrung bleiben in gemischten Gruppen zudem mehrheitlich Frauen auf der Strecke."

Diethör verweist auf Erfolgsquote

Der Erfolg spreche für das Projekt, betont Diethör: „Das Ziel ist die Weitervermittlung der Teilnehmerinnen an eine Arbeitsstelle oder eine Weiterbildungsstätte. Unsere Erfolgsquote liegt bei 70 Prozent.“ Der Wert ergebe sich aus einer Studie des AMS, das die Daten drei Monate nach Beendigung des Projekts misst. „Würde man nach fünf, sechs Monaten messen, würden wir bei beinahe 100 Prozent liegen“, ist sich die Geschäftsführerin sicher.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 18.06.2019 um 10:38 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/frauenberufszentrum-in-stadt-salzburg-eroeffnet-70988968

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