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Froschklauber bringen 35.000 Tiere sicher über Straßen

Zahlreiche Amphibien, wie dieser Bergmolch, wären ohne die Froschklauber gefährdet. LMZ Salzburg/Forstmeier
Zahlreiche Amphibien, wie dieser Bergmolch, wären ohne die Froschklauber gefährdet.

Wenn sich das Frühjahr langsam ankündigt, kommen Frösche und Kröten aus ihren Winterverstecken. Straßenüberquerungen bedeuten für die Amphibien aber eine tödliche Gefahr, zahlreiche Helfer bringen sie in Sicherheit. Hier lest alles, was ihr über die Amphibienrettung und Froschklauber wissen müsst.

Steigen im Frühjahr die Nachttemperaturen auf mehr als vier Grad, verlassen Frösche, Kröten und Molche wieder ihre Winterquartiere und wandern zu ihren Laichgewässern. Dann kommen auch sie wieder zum Einsatz: Die mehr als 150 ehrenamtlichen Froschklauberinnen und Froschklauber in Salzburg, die die Tiere an den "Froschzäunen" einsammeln und sicher über die Straße bringen.

 

Tunnelsysteme unter der Straße

An wichtigen Wanderstrecken im Land gibt es übrigens auch fixe Leit- und Tunnelsysteme unter der Straße, sodass die Tiere die Fahrbahnen gefahrlos unterqueren können. Die Tunnel-Leitsysteme tragen ganz entscheidend zur Lebensraumvernetzung für alle bodenbewohnenden Kleintiere bei“, so Rössler weiter.

So laufen Amphibienwanderungen ab

Die Wanderungen der Amphibien dauern etwa drei bis acht Wochen. Sie finden vor allem in der Dämmerung und während der Nacht statt, bevorzugt bei regnerischem Wetter. Dabei müssen die Tiere oft stark befahrene Straßen überqueren, was für viele von ihnen den sicheren Tod bedeuten würde. Schon auf schwach befahrenen Straßen mit nur zehn Autos pro Stunde werden 30 Prozent der die Straße überquerenden Amphibien getötet. Der Großteil der Amphibienwanderstrecken in Salzburg wird deshalb alljährlich durch sogenannte, "Froschzäune" begrenzt. Die Tiere können die Zäune nicht überqueren, werden von den ehrenamtlichen Helfern in Kübeln gesammelt und frühmorgens, manchmal auch abends und nachts, in mühevoller und aufgrund des Verkehrsaufkommens auch gefährlicher Arbeit über die Straße getragen und anschließend wieder freigesetzt.

Seit 2001 wird die Betreuung der Amphibienwanderstrecken in Salzburg von Landesstraßenverwaltung und Naturschutz des Landes gemeinsam mit dem Haus der Natur zentral koordiniert. Salzburg nimmt mit dieser guten Zusammenarbeit zum Schutz der Amphibien eine Vorreiterrolle in Österreich ein.

Zwölf Kilometer Amphibienschutzzäune betreut

Konkret werden von den Straßenmeistereien des Landes jedes Jahr in Zusammenarbeit mit freiwilligen Helferinnen und Helfern, einigen Gemeinden sowie der Berg- und Naturwacht entlang der für Amphibienwanderungen bekannten Straßenabschnitte rund zwölf Kilometer der grünen Amphibienschutzzäune aufgestellt und in unzähligen Stunden Arbeit betreut. 2016 waren es insgesamt 27 betreute Wanderstrecken, 17 davon im Flachgau, vier im Tennengau, zwei im Lungau und vier im Pinzgau. Im Pongau gab es eine Strecke mit einem Sperrzaun. Zusätzlich wurden zwei Wanderstrecken in der Stadt Salzburg (Kreuzbergpromenade, Sinnhubstraße) von vielen ehrenamtlichen Froschklauberinnen und Froschklauber betreut.

35.000 Tiere vor sicherem Tod bewahrt

„Mit ihrem Einsatz und Engagement leisten die Freiwilligen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Salzburg. Dafür gilt ihnen mein aufrichtiger Dank”, betonte die für Naturschutz ressortzuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler (Grüne) am Donnerstag.

„2016 wurden neun Amphibien- und drei Reptilienarten an den Schutzzäunen entlang Salzburgs Straßen nachgewiesen, wobei die häufigsten Arten Erdkröte, Grasfrosch und Bergmolch waren. Ingesamt konnten 2016 rund 35.000 Tiere sicher über die Straße gebracht werden.

Weitere Freiwillige gesucht

Da immer wieder neue Amphibienwanderstrecken hinzukommen, werden auch für dieses Frühjahr weitere „Froschklauberinnen und Froschklauber“ gesucht. Interessierte können sich bei Maria Jerabek, Abteilung Natur- und Umweltschutz und Gewerbe, unter der Telefonnummer +43 662 8042-5509, per E-Mail unter maria.jerabek@salzburg.gv.at oder bei Martin Kyek, Haus der Natur, unter der Telefonnummer +43 662 842653-3316, E-Mail: martin.kyek@hausdernatur.at, melden.

(Quelle: S24)

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