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Fünf Jahre Poller: Stadt Salzburg zieht positive Bilanz

Siemens Salzburg Direktor Wolfgang Schneider, Bgm. Heinz Schaden, Stadtrat Johann Padutsch, Stadtpolizeikommandant Manfred Lindenthaler und Poller-Beauftragter Christian Morgner. Stadt Salzburg/Wilbild/Rohrer
Pressekonferenz, Fuenf Jahre Poller, Kongresshaus Salzburg, 20150617 Foto:Stadt Salzburg/ wildbild, Herbert Rohrer

Die Aufregung war groß, als am 21. Juni 2010 in der Stadt Salzburg erstmals versenkbare Poller in Betrieb gingen, um die Fußgängerzonen in der Altstadt vor illegalen Zufahrten zu schützen. Fünf Jahre später hat die Stadt am Mittwoch bei einem Pressegespräch eine positive Bilanz gezogen: Der Verkehr in der Altstadt hat sich demnach um 35 Prozent verringert - das sind fast 1.000 Autofahrten täglich.

"Ich war des permanenten Rechtsbruchs leid", betonte Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) und zeigte sich mit der Poller-Lösung "rundum zufrieden". 1,12 Millionen Euro hat die Stadt für die bis dato 22 versenkbaren Poller investiert, die jährliche Wartungs-Pauschale schlägt sich mit rund 65.000 bis 70.000 Euro zu Buche. "Das ist viel billiger als Kontrollen mit angestelltem Personal", erklärte Schaden.

Poller bringen Entlastung für die Innenstadt

Auch die Polizei ortete eine deutliche Entspannung und Entlastung für die Innenstadt. "Es war ein langer und steiniger Weg, bis eine Entscheidung gefallen ist. Mittlerweile werden die Poller in der Bevölkerung akzeptiert. Auch die Wirtschaft profitiert", sagte Stadtpolizeikommandant Manfred Lindentaler. Zugleich befreiten die versenkbaren Sperren die Polizei aus einer Zwickmühle: "Haben wir früher in der Fußgängerzone kontrolliert, hieß es, es werde zu viel gestraft. Haben wir nicht kontrolliert, die Polizei mache nichts gegen die illegalen Zufahrten."

Widerstand gegen Poller verstummt

Auch für Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) ist der Widerstand von Wirtschaftskammer und Altstadtverband verstummt. "Zumindest kommt mir nichts mehr zu Ohren. Letztlich brachte die Lösung mehr Platz für die Besucher und Bewohner der Altstadt und Vorteile für die Wirtschaft." Und er kündigte für kommendes Jahr einen 23. Poller an. Das Exemplar kommt in die Gstättengasse, weil dort vor allem in der Nacht viele Autolenker gegen die Einbahn fahren.

Die Poller brachten einen Verkehrsberuhigung in der Innenstadt./APA Salzburg24
Die Poller brachten einen Verkehrsberuhigung in der Innenstadt./APA

Autofahrer krachen regelmäßig gegen Poller

Ein Wermutstropfen: Auch wenn die Zahl der Poller-Unfälle stark zurück gegangen ist, krachen noch immer regelmäßig Autofahrer gegen die versenkbaren Sperren. 209 Unfälle gab es alleine im ersten Jahr, 217 im zweiten. Dann fiel die Zahl der Crashes auf 135, im vierten Jahr weiter auf 68. Zuletzt gab es mit 96 Unfällen aber wieder ein Plus. "Mit vier Unfällen pro Poller und Jahr werden wir wohl auch in Zukunft leben müssen", sagte am Mittwoch der städtische Poller-Beauftragte Christian Morgner. Bei jährlich rund einer Million Ein- und Ausfahrten liege man hier allerdings unter dem Promille-Bereich.

Stadt Salzburg gewann 21 von 22 Klagen

98 Prozent aller Unfälle seien eindeutig auf Fehlverhalten der Lenker zurückzuführen. Die Bilanz bei Gerichtsverfahren nach Unfällen gibt der Stadt recht: Von bis dato 22 Klagen hat die Stadt 21 gewonnen - auch wenn mitunter sogar der OGH bemüht werden musste. Einzig ein Verfahren ging negativ aus. Der Streitwert war mit 5.000 Euro zu gering, um eine weitere Instanz damit zu beschäftigen.

(APA)

(Quelle: S24)

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