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Gemeinschaftsgärten lassen Nachbarschaft aufblühen

Mozartstadt zeigt sich von grüner Seite

Süßes Obst, knackiges Gemüse und frische Kräuter aus dem eigenen Garten. Was für viele Salzburger aus den Gauen Normalität ist, ist für Menschen in der Mozartstadt oft ferner Luxus. Gemeinschaftsgärten erfüllen diese Sehnsucht. Sie werden zu grünen Oasen und stärken die Gemeinschaft in der Nachbarschaft.

Salzburg

Die Stadt Salzburg initiierte in den letzten Jahren sieben Gemeinschaftsgärten in verschiedenen Stadtteilen. Der nächste soll auf der Wiese des alten Lehener Stadions entstehen. Der Spatenstich dazu könnte jederzeit erfolgen. Genutzt werden sollen die angelegten Gärten jeweils von der unmittelbaren Nachbarschaft. Denn das übergeordnete Ziel sei es, die Community durch das Garteln zu verbinden.

Gemeinschaftsgärten_Salzburg Stadt Salzburg
Die Gemeinschaftsgärten werden gemeinsam geplant und errichtet. (ARCHIVBILD)

Grüne Oase statt grauer Beton

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Menschen, die gar keinen Garten oder Balkon besitzen und dennoch gerne ihr eigenes Gemüse ziehen möchten. "Anwohner ohne Balkon werden daher auch vorgereiht", erzählt Salzburgs Gartenamt-Leiter Christian Stadler im Gespräch mit SALZBURG24. Natürlich können sich aber auch Menschen mit eigenem Garten anmelden.

 

Stadt stellt Infrastruktur

Für die nötige Infrastruktur der Gemeinschaftsgärten sorgt das Gartenamt der Stadt Salzburg. Der Grund wird bereitgestellt, Brunnen werden gegraben und gegebenenfalls Hochbeete errichtet. Zusätzlich wird die Werkzeug-Erstausstattung organisiert.

Komposterde Recyclinghof Maxglan Stadt Salzburg / J. Killer
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Bevor ein solcher Garten allerdings angelegt wird, tritt man mit den angehenden Hobbygärtnern in Kontakt. In Workshops wird gemeinsam erarbeitet, wie das Areal später aussehen soll.

Garten-Community wird aufgezogen

"Es muss menscheln", erklärt Stadler das übergeordnete Ziel der Gemeinschaftsgärten. Damit spricht er die moderierten Workshops an, die die sozialen Gruppen zusammenschweißen sollen. Dabei erarbeitet ein Moderator gemeinsam mit den Hobbygärtnern verschiedene Themen und schweißt die Community so zusammen. "Die Gartengemeinschaften funktionieren absolut basisdemokratisch, das ist das Schöne daran", schildert Mediatorin Sarah Untner gegenüber S24. Sie begleitete bereits einige der Projekte in Salzburg. "Nach eineinhalb Jahren überlasse ich die Gemeinschaft dann der Selbstständigkeit."

Gemeinschaftsgärten_Salzburg Stadt Salzburg
Die Gemeinschaftsgärten werden gemeinsam geplant und errichtet. (ARCHIVBILD)

Wieder Veilchen am alten Lehener Stadion

Aufgrund der Corona-Pandemie kann aktuell kein Workshop für das bereits länger geplante Projekt in Lehen abgehalten werden. Dort sollen auf der Wiese des ehemaligen Austria-Stadions bald wieder Veilchen aufblühen. "Aber wenn sich die Leute nicht treffen und besprechen können, macht das keinen Sinn. Ein Video-Workshop ist keine Alternative dafür", erklärt Gartenamt-Leiter Stadler, der mitverantwortlich für das "Erfolgsprojekt" ist. Daran wird nun gearbeitet, ehe die zirka 20 Hochbeete auf einer Fläche von knapp 600 Quadratmeter errichtet werden können. "Die Beete werden um die Terrasse angeordnet, eingezäunt und sind jederzeit erweiterbar", so der Profi-Gärtner.

"Belebung ist das Wichtigste"

Weil es ja in erster Linie um das Zusammenwachsen der Nachbarschaft gehe, will die Stadt auch maximal einen neuen Gemeinschaftsgarten pro Jahr errichten. "Die Belebung ist das Wichtigste und das braucht Zeit", weiß Stadler. Anfragen gebe es bereits aus Aigen und Salzburg-Süd. Die Hochbeete in Lehen seien bereits alle vergeben. Es gebe nur noch Wartelistenplätze.

Die Salzburger Gemeinschaftsgärten

  • Liefering: Forellenwegsiedlung
  • Itzling: Kirchenstraße
  • Schallmoos: Bayerhamerstraße
  • Lehen: Strubergasse
  • Maxglan: Pichlergasse
  • Taxham: Taxhamgasse
  • Gneis: Pidingweg

Im Gemeinschaftsgarten beim öffentlichen Spielplatz "Unter der Leiten" unweit der Forellenwegsiedlung haben seit 2020 Hobbygärtner aus Liefering die Möglichkeit, Gemüse, Kräuter, Obst oder Blumen selber anzupflanzen und für den Eigenbedarf zu ernten.

 

Auf einer Fläche von rund 500 Quadratmeter kann nach Lust und Laune gemeinsam gegartelt werden. Initiiert wurde der Gemeinschaftsgarten vom Bewohnerservice Liefering in Zusammenarbeit mit dem Gartenamt der Stadt Salzburg. Außerhalb des Gartens, der für alle zugänglich ist, lädt ein "Naschgarten" mit Obstbäumen und Beerensträuchern zum Kosten, Verweilen und Plaudern ein.

Öffentliche Streuobstwiesen

Zusätzlich gibt es noch die sogenannten Streuobstwiesen mit Äpfel- und Birnenbäumen für die Allgemeinheit.

  1. Liefering, am Glanspitz
  2. Lehen, Esshaverstraße
  3. Lehen, Gailenbachweg
  4. Riedenburg, Karl-Höller-Straße
  5. Morzg, Hellbrunner Allee (Frohnburg Ost)
  6. Morzg, Hellbrunner Allee (Frohnburg Süd)

Einen detaillierten Lageplan über alle Gärten und Anlagen in der Stadt Salzburg findet ihr HIER.

Mehr Grün für die Salzburger

Abseits der Gemeinschaftsgärten gibt es in der Stadt Salzburg noch weitere Angebote für Hobbygärtner, die sogenannten Nachbarschaftsgärten. Im Unterschied zu den Stadtteil-Gemeinschaftsgärten stehen die Nachbarschaftsgärten ausschließlich Bewohnern einer Wohnanlage zur Verfügung. Projekte gibt es zum Beispiel in der Strubergassensiedlung, am Glanbogen oder beim Seniorenwohnhaus Bolaring. Vor allem Wohnbauträger seien aufgerufen, bei Neubauten und Sanierungen diese Gärten anzulegen, die sich so positiv von den meist monoton gestalteten Rasenflächen abheben.

Darüber hinaus gibt es in Salzburg Kleingärten, in denen einzelne Parzellen auf Privatgrund verpachtet und vom Landesverband verwaltet werden. Bei Interesse an einem solchen Kleingarten müsst ihr euch direkt an die zuständigen Vereinsleitungen der einzelnen Kleingartenvereine wenden. Die kleinen Klubs sind nämlich autonom, sie nehmen also die Vergaben von Kleingartenparzellen selbst vor. Eine Liste aller Standort im Land findet ihr HIER.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 24.10.2021 um 12:05 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/gemeinschaftsgaerten-lassen-nachbarschaft-aufbluehen-101415052

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