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Geht Salzburgs Jugend weniger feiern?

Veranstalter setzen auf neue Party-Konzepte

citybeats2a.jpg SALZBURG24/Wurzer/Archiv
Veranstalter müssen sich neue Konzepte einfallen lassen, um junge Leute in Lokale zu locken. (SYMBOLBILD)

In Salzburgs Lokalen, Discos und Clubs müssen Veranstalter und Betreiber immer häufiger auf ausgeklügelte Konzepte setzen, um Gäste in die eigenen Räumlichkeiten zu locken. Die klassische Bar, so scheint es, hat ausgedient. Wir haben uns in der Stadt Salzburg ein Bild von der aktuellen Situation gemacht.

In der Salzburger Party-Szene macht sich ein Wandel bemerkbar: Lange bestehende Bar-Konzepte und Veranstaltungsreihen funktionieren nicht mehr wie gehabt, die Gäste bleiben immer öfter aus. So etwa findet das KULT Studentenfest, ein Fixpunkt in Salzburgs Party-Kalender, nicht mehr statt. Auch Bar-Betreiber spüren zunehmend ein Ausbleiben der Besucher.

"Die Leute brauchen Highlights"

Wie sich eine zunehmend Party-müde Generation wieder für Clubs und Bars begeistern lässt, weiß der Salzburger Veranstalter Konstantin Schmelz: "Die Leute brauchen Highlights", gibt der Organisator gegenüber SALZBURG24 an, der im Club City Beats seit einigen Jahren mehrere erfolgreiche Event-Reihen veranstaltet. Vorgemacht habe dies bereits der Electric Love Festival-Veranstalter Revolution. Um die Bars und Clubs mit Gästen zu füllen, brauche es spezialisierte Events, die auf Musikrichtungen maßgeschneidert sind. "Zudem braucht man einen professionellen Social-Media-Auftritt. Vom Instagram-Account mit vielfältigen Stories bis hin zum Facebook-Eventeintrag", so Schmelz. Um die junge Generation zu erreichen müsse man auch den Veranstaltungstext entsprechend mit Emojis gestalten.

Schmelz gibt zudem an, dass man früher ganz anders Partys veranstaltet habe: "Da gab es ganz andere Highlights, etwa eine 'Hawaii-Party mit Go-Go-Girls'. So etwas macht man nicht mehr. Heute muss man eine 'Retro Baywatch Party' veranstalten." Auch eine professionelle fotografische Begleitung der Events darf da natürlich nicht fehlen, schließlich spielen gute Bilder in den sozialen Medien für die Digital Natives eine wichtige Rolle.

Auch Salzburger Bar-Betreiber spürt Rückgang

Einen Rückgang bei den Gästen stellte Franz Grubinger, Inhaber der Bars Flip und Soda Club in der Gstättengasse, vor etwa vier Jahren fest. "Es ist im Allgemeinen so, dass die Leute weniger fortgehen. Einen Geschäftsrückgang gab es auf alle Fälle", gibt Grubinger im Gespräch mit SALZBURG24 an. Woran das liegt, könne er allerdings nicht genau festmachen. Der Barbetreiber vermutet die Diskussion um ein Alkoholverbot in der Gstättengasse als Ausgangspunkt. Seit etwa zwei Jahren habe sich die Situation aber wieder gebessert.

Jugend setzt in der Freizeit auf Sport

Die Studie "Leisure is Pleasure" gibt Einblick, warum junge Menschen zunehmend schwieriger für Partys zu begeistern sind. Der Studie zufolge finden die Jungen ihren Ausgleich vor allem beim Sport und weniger in den Lokalen. Immerhin 44 Prozent der Befragten nannten Sport und Fitnesstraining als ihre Lieblings-Freizeitbeschäftigung. Für jeden Dritten ist die körperliche Ertüchtigung sogar die allerliebste Freizeitaktivität. Dies steht natürlich im Gegensatz zu Alkohol und lauten Clubs.

 

Social Media & Co fest verankert

Die sozialen Medien sind bei der Handy-affinen Jugend zudem fest im Alltag verankert. Laut Studie ist die überwiegende Mehrheit mit Altersgleichen vernetzt. Einige Veranstalter haben diese Veränderung in der Freizeitgestaltung und Mediennutzung der Jungen bereits erkannt und warten nun mit gänzlich neuen Konzepten auf, um die Clubs und Bars mit Gästen zu füllen.

Jugend feiert ausgewählter

Abschließend lässt sich wohl sagen, dass die jüngere Generation nicht unbedingt weniger, aber ausgewählter feiert. Das Wochenende im Stammlokal zu verbringen stellt offenbar keinen Reiz mehr dar. "Die Jugend ist der bunten Lifestylewelt mit ihrer Vielzahl an ständig wechselnden Trends und Moden überdrüssig geworden. Sie sucht weniger das Abenteuer, sondern konzentriert sich auf das Solide und findet persönlichen Ausgleich vor allem in Sport und Bewegung", kommentierte "Leisure is Pleasure"-Studienautorin Beate Großegger die Entwicklung.

(Quelle: SALZBURG24)

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