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Glyphosat: Bürgerliste will Verkaufsverbot in der Stadt Salzburg

Die Bürgerliste strebt in der Stadt Salzburg ein Verkaufsverbot an. APA/dpa/Archiv
Die Bürgerliste strebt in der Stadt Salzburg ein Verkaufsverbot an.

Gegen die Stimme von Österreich hat sich die Mehrheit der EU-Staaten am Montag für eine Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ausgesprochen. In der Stadt Salzburg macht sich nun die Bürgerliste (Die Grünen) für ein regionales Verkaufsverbot von glyphosathaltigen Mitteln stark.

„Eine krasse Fehlentscheidung der EU-Staaten und absolut unverantwortlich“, zeigt sich Gemeinderat Bernhard Carl (Bürgerliste/Die Grünen) am Dienstag in einer Aussendung empört. Durch die weitere Zulassung von Glyphosat werde die Gesundheit der Menschen leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Die EU-Agenturen halten den Wirkstoff allerdings für unbedenklich.

In der Stadt Salzburg setzt man aber auf Eigeninitiative. Im Einflussbereich des Magistrats wird bereits seit vier Jahren auf glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel verzichtet. 13 weitere Gemeinden im Bundesland sind laut einer Greenpeace-Erhebung vom Juni dieses Jahres ebenfalls glyphosatfrei.

Glyphosat-Mittel in der Stadt Salzburg erhältlich

„Während die Stadt somit gänzlich auf krebserregendes Glyphosat verzichtet, wird dieses Mittel unter dem Markennamen ‚Roundup‘ unter anderem in Baumärkten nach wie vor verkauft“, kritisiert Carl im Gespräch mit SALZBURG24. Bei einer Nachfrage in mehreren Bau- und Gartenmärkten in Salzburg sei ihm bestätigt worden, dass das Produkt geführt werde – wenn auch in verschlossenen Kästen. Es sei somit naheliegend, dass es in privaten Gärten und sogar in der Landwirtschaft auf Stadtgebiet eingesetzt werde. Es „kann dadurch unter anderem ins Grundwasser gelangen“, warnt Carl.

Die Bürgerliste hat deshalb einen Antrag an den zuständigen Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) angekündigt, um „ein Verkaufsverbot von glyphosathaltigen Mitteln wie ‚Roundup‘ im Stadtgebiet zu prüfen“. Diesen wolle man am Donnerstag im Kulturausschuss einbringen. Sollte es rechtlich möglich sein, vermittle ein Verkaufsverbot zumindest die symbolische Botschaft: „Wir wollen kein Glyphosat in der Stadt Salzburg!“, sagt Carl weiter. Die Verwendung an sich bleibe durch die EU-Regelung weiterhin erlaubt.

Kommt nationales Glyphosat-Verbot?

Dem könnte aber eine bundesweite Regelung einen Riegel vorschieben. Wie die Europaabgeordnete Karin Kadenbach (SPÖ) am Montag nach dem EU-Beschluss ankündigte, strebe man nun einen nationalen Glyphosat-Ausstieg an. "Wir werden dazu einen Gesetzesantrag im Parlament einbringen, mit dem wir erreichen, dass dieses Gift nicht mehr in Österreich verwendet werden darf", konkretisierte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder.

18 EU-Staaten stimmten für Glyphosat-Zulassung

Die derzeitige Glyphosat-Zulassung für die EU läuft am 15. Dezember ab. Am Montag stimmten nach monatelangem Patt 18 Staaten für eine Verlängerung. Neben Österreich sprachen sich auch Frankreich, Italien, Belgien, Griechenland, Kroatien, Zypern, Luxemburg und Malta dagegen aus. Portugal habe sich der Stimme enthalten.

(Quelle: S24)

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