Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

Gratis parken: So sollen E-Autos die Stadt Salzburg erobern

Elektroautos sind in Österreich im Vormarsch. Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Jänner 42 Prozent mehr E-Fahrzeuge zugelassen. Die Stadt-ÖVP fordert nun Gratisparken für E-Autos in den Kurzparkzonen der Stadt Salzburg. Und Parkautomaten sollten zu E-Tankstellen werden.

27 E-Autos wurden im Jänner 2017 in Salzburg zugelassen. Dazu kommen noch 58 Hybridfahrzeuge. Österreichweit rollen immerhin schon mehr als 9.400 Fahrzeuge mit vollelektrischem Antrieb. In Marktanteilen bedeutet das 0,2 Prozent, jedes fünfhunderste neuzugelassene Auto fährt damit elektrisch. Zahlen für Salzburg liegen nicht vor. Christoph Fuchs, Klubobmann der ÖVP in der Stadt Salzburg, will die E-Mobilität mit einem nicht ganz neuen Vorschlag weiter vorantreiben: E-Fahrzeuge sollen in den Kurzparkzonen in der Stadt gratis parken. In 15 anderen österreichischen Städten gibt es das schon.

Kurzparkzone: Gratis parken für E-Autos in Salzburg

Der Plan: E-Autos sollen in den Kurzparkzonen bis zur maximalen Dauer von drei Stunden gratis parken können. Rechtlich könne man dafür einen Rahmen schaffen, eine eigene Plakette könnten die Stromautos kennzeichnen, erklärte Christoph Fuchs im Gespräch mit SALZBURG24. Ein Verkehrsproblem löst man damit freilich nicht. Es gehe um ein „Abrunden“ des Verkehrs. Neben dem umwelttechnischen Aspekt, der vor allem für Städte interessant ist, spiele auch die Fahrzeuggröße eine Rolle, so Fuchs weiter. E-Autos seien meist Zweitwägen und kleiner als die Erstautos. So erhofft er eine Platzersparnis. Auch SPÖ-Klubchef Bernhard Auinger hat prinzipiell nichts gegen den Vorschlag, wie er gegenüber den SN erklärt. Er pocht aber auf zeitliche Begrenzung, weil ein rascher Anstieg der E-Mobilität sonst zu Problemen führen könnte.

ARBÖ: Auch Busspuren für E-Fahrzeuge öffnen

Der Automobilclub ARBÖ begrüßt den Vorschlag, man möchte aber gleich einen Schritt weiter gehen. Auch Busspuren sollten für E-Autos geöffnet werden, meinte Sprecherin Renate Eschenlohr gegenüber S24. Durch die ab April geplanten Nummernschilder mit grünem Schriftzug sei das auch leicht zu kontrollieren. Über mögliche Staus auf Busspuren, wie es ihn andernorts durch einen E-Auto-Boom schon gibt, macht sie sich noch keine Gedanken. Zu gering sei dazu die Zahl der E-Autos, die (preislichen) Hürden für die Anschaffung zu hoch. Sollte sich das Verkehrsaufkommen weiter erhöhen, müssten sowieso andere Maßnahmen her. Etwa Park-and-Ride-Parkplätze ausbauen, wiederholte Eschenlohr eine zentrale ARBÖ-Forderung.

Parkautomaten sollen als E-Tankstelle dienen

Idealerweise möchte Fuchs das mit neuen Parkautomaten verbinden, die gleichzeitig auch als Stromtankstelle für E-Autos dienen. Salzburg könnte damit Vorreiter sein: „So ein dichtes Netz an E-Tankstellen gibt es nirgends in Österreich“, meinte ÖVP-Klubobmann Fuchs. Bei den Automaten befindet man sich aber in einer Patt-Situation mit der SPÖ. Die Roten sind gerade auf Abschaffung der Parkautomaten eingestimmt. Was die 200 Parkautomaten inklusive Stromtankstelle kosten würden, konnte Fuchs noch nicht sagen.

Ganz neu ist der Vorschlag mit dem Gratisparken für E-Autos in der Kurzparkzone übrigens nicht. Schon 2011 gab es erstmals den Antrag der ÖVP, wie Fuchs meinte. Damals steckte die E-Mobilität noch in den Kinderschuhen, das Thema sei schließlich von Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) vom Tisch gewischt worden, so Fuchs. Er hofft beim designierten Nachfolger Bernhard Auinger mit dem Thema auf offenere Ohren zu stoßen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 09.05.2021 um 09:41 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/gratis-parken-so-sollen-e-autos-die-stadt-salzburg-erobern-55246963

Kommentare

Mehr zum Thema