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Grüne wollen öffentliche Verkehrsmittel in Salzburg kostenlos anbieten

Während am Donnerstag die Innenstadtsperre im Sommer so gut wie beschlossen wurde, machten die Grünen des Landes Salzburg mit einer ganz anderen Lösung zur Verkehrsentlastung auf sich aufmerksam: Öffentliche Verkehrsmittel sollen kostenlos sein.

„Hasselt, eine Modellstadt in Belgien mit 70.000 Einwohnern, zeigt vor, wie es funktionieren kann und dass es funktionieren kann“,  so Cyriak Schwaighofer, Fraktionsobmann der Salzburger Grünen, im Gespräch mit SALZBURG24. Nach Schwaighofer werden drei Viertel der Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel im Bundesland Salzburg über die Steuer finanziert. Nur ein Viertel des Geldes, das die öffentlichen Verkehrsmittel brauchen, könne über den Verkauf der Fahrkarten eingenommen werden, so der Grünen-Politiker. „Ich frage mich, wieso wir nicht einfach auf dieses Viertel verzichten und den Salzburgern die öffentlichen Verkehrsmittel gratis anbieten“, meinte Schwaighofer.

Öffentliche Verkehrsmittel gratis: Kritik von der ÖVP

Wenig begeistert von diesem Vorschlag zeigt sich Gemeinderat Josef Weiser (ÖVP) und spricht in einer Aussendung von „weltfremden Ratschlägen der Grünen“. Weiser kritisiert, dass durch das kostenlose Angebot von Bus und Bahn die Steuerzahler wo anders, zum Beispiel bei den Müll- und Kanalgebühren, tiefer in die Tasche greifen müssten. „Diese demaskierende Forderung würde eine alleinerziehende Mutter genauso treffen, wie einen Spitzenverdiener“, so Weiser. Cyriak Schwaighofer reagiert auf diese Kritik gelassen und meinte im Gespräch mit SALZBURG24 „wenn man gegen etwas ist, findet mal leicht Argumente dagegen.“

Vorteile liegen auf der Hand

Die Salzburger Politik sollte aber auch die Vorteile erkennen und diese liegen nach Schwaighofer klar auf der Hand: Einsparung des Verwaltungsaufwandes, wie Kontrollen oder ähnliches, Verkehrsentlastung und nicht zuletzt Klimaschutz. Das belgische Modell könne natürlich nicht von einem Tag auf den anderen sondern nur schrittweise im Bundesland Salzburg umgesetzt werden. So könnte man beispielsweise damit beginnen, die Arbeitswege der Salzburgerinnen und Salzburger gratis anzubieten. „Ich bin davon überzeugt, dass das belgische Modell in der Stadt Salzburg funktionieren wird und wir so den Individualverkehr reduzieren können“, zeigte sich Schwaighofer optimistisch.
(Quelle: S24)

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