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Entminungsdienst klärt auf

So gefährlich sind Handgranaten

Eine Handgranate des Typs M75 wurde am Dienstag im Salzburger Stadtteil Schallmoos vom Entschärfungsdienst der Polizei sichergestellt. Wir haben uns bei Wolfgang Korner, Leiter des Entminungsdienstes im Bundesministerium für Landesverteidigung, über die Gefahren unterhalten.

Der Entminungsdienst des Bundesheeres hat im vergangenen Jahr bei 1.104 Einsätzen in ganz Österreich 35,3 Tonnen Kriegsmaterial geborgen, darunter etwa Infanteriemunition, Handgranaten und Fliegerbomben. In Salzburg verbuchte Korners Team 26 Einsätze und beseitigte eine halbe Tonne Kriegsmaterial. Im Vergleich: 1995 waren es österreichweit rund 1.300 Einsätze. 

Korner: "Handgranate hat tödliche Folgen"

Eine Granate des Typs M75 aus der Zeit der Jugoslawienkriege, die offenbar in der Magazinstraße hinter einer Werbetafel versteckt wurde, kann laut Korner tödliche Folgen haben. "Im Umkreis von fünf Metern kann eine Explosion einer Handgranate zum Tod führen", erklärte der Sprengstoff-Experte im Gespräch mit SALZBURG24. Im Durchschnitt beinhalten Handgranaten rund 40 Gramm Sprengstoff. "Zu viel für einen menschlichen Körper", warnt Korner, der allerdings auf unterschiedliche Typen von Handgranaten hinweist. Man unterscheidet offensive und defensive Sprengstoffkörper. Der Typ M75 sei Korner allerdings nicht bekannt. 

Typ M75 mit verheerenden Auswirkungen

Eine jugoslawische Handgranate des Typs M75 beinhaltet laut Wikipedia 3.000 Stahlkugeln mit durchschnittlichen Durchmessern von zwei bis Millimetern. Die Auswirkungen sollen demnach im vergleichbaren Rahmen der österreichischen Handgranate HGr 69 mit 4.880 vorgefertigten Splittern liegen. Im Umkreis von zwölf bis 18 Metern ist eine Explosion tödlich, zwischen 30 und 45 Metern sind schwere Verletzungen die Folge.

In Schweden kam im vergangenen Jahr derselbe Typ von Handgranaten bei Attacken zum Einsatz. Am 19. September 2018 wurden in der Simmeringer Hauptstraße in Wien zwei solche intakte Handgranaten gefunden und sichergestellt. 

"Handgranaten-Explosion nicht wie im Film"

Ein Hantieren mit Munition ist für Unbefugte äußerst gefährlich, warnte der Leiter des Entminungsdienstes. Wird ein Objekt gefunden, dessen Herkunft und Beschaffenheit verdächtig erscheint, sollte man unverzüglich die nächste Polizeidienststelle kontaktieren. Von dort werden die Mitarbeiter des Entminungsdienstes angefordert, die das Kriegsrelikt entschärfen und abtransportieren.

"Generell gilt: Was man nicht kennt, greift man auch nicht an oder verändert seine Lage", fügte Korner an, der allerdings darauf hinweist, dass eine Explosion einer Handgranate nicht wie in Filmen die Leute durch die Gegend schleudert.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 25.05.2019 um 07:27 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/handgranaten-so-gefaehrlich-sind-sie-69307390

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